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Geschrieben: 19. November, 2014 in Impfungen | Reiseapotheke
 
 

Ärztliche Beratung vor der Fernreise empfiehlt sich

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Nur maximal 30 Prozent der Reisenden in ein fernes Land holen sich Rat bei ihrem Arzt. Dabei kann ein solcher Urlaub viele gesundheitliche Risiken beherbergen. Professor Hans Dieter Nothdurft ist Oberarzt am Klinikum der LMU München und Facharzt für Reisemedizin (Quelle: sueddeutsche.de). Er steht mit seinem Team jedes Jahr über 12 000 Urlaubern in der Impfambulanz der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin mit Rat und Tat zur Seite.

Vor einer Fernreise sollte man den Rat des Arztes einholen, Fotoquelle: 123RF

Zwei Drittel der in einem exotischen Land Erkrankten haben Magen-Darm-Probleme, wobei oft nicht klar ist, wo die Krankheit herkommt. Ungefähr ein Drittel hat Fieber. Bei ihnen sucht das Team um Nothdurft nach dem Ursprung des Fiebers, um Keime wie das Denguevirus oder Malariaparasiten ausfindig zu machen. Etwa jeden zehnten Urlauber plagen Hautveränderungen. In manchen Fällen handelt es sich hiebei um einen Befall mit dem Hakenwurm Lava migrans. Seine Larven wandern unter der Haut der Betroffenen, was einen sehr unangenehmen Juckreiz hervorruft.

Ein nicht erkannter Malaria-Fall kann tödlich enden

Das Robert-Koch-Institut zählte für das Jahr 2012 insgesamt 547 Erkrankungen mit Malaria, von denen vier mit dem Tod endeten. Die Urlauber haben es eventuell versäumt, ihren Mediziner aufzuklären, dass sie in einem Land waren, wo es Malaria gibt. Im Zeitraum einer Woche kann sich eine unerkannte Malariainfektion so verschlimmern, dass jede Hilfe zu spät kommt. Auch was das Dengue-Fieber angeht, sind die Zahlen nicht rosig: 615 Deutsche waren 2012 erkrankt, mehr als doppelt so viele wie 2011.

Mückenschutzmittel sind die erste Wahl bei der Bekämpfung von Überträgern von Krankheiten. Reist man in tropische Gebiete, so wirken die gängigen Mittel allerdings nur in schwachem Maße. In der Apotheke kann man für Risikoländer Präparate kaufen, deren Konzentration stärker ist. In Ländern mit erhöhter Gefahr sollte man außerdem unter einem Moskitonetz schlafen. Von Präparaten die vor Ort erhätlich sind wird abgeraten. In den Geschäften sind teilweise giftige Präparate erhältlich, die hierzulande seit zwanzig Jahren nicht mehr verkauft werden dürfen. “Lieber in Deutschland Mückenschutzmittel besorgen, die sind getestet”, erklärt Nothdurft.

Vor der Abreise

Ein Fieberthermometer, ein Präparat zur Hautdesinfektion und eines gegen Durchfall bilden die Basis einer Reisapotheke. Impfungen gegen Diphtherie, Kinderlähmung, Masern und Tetanus sind ebenfalls grundsätzlich wichtig, auch für jene, die nicht reisen. Urlauber sollten zusätzliche Impfungen vornehmen: Hepatitis A und B, sehr oft auch die Typhusimpfung. Je nach Reiseziel sind weitere Impfungen wichtig. In Afrika und Südamerika müssen Urlauber gegen Gelbfieber geimpft sein. Die Meningitisimpfung ist erforderlich für Urlauber in Afrika südlich der Sahara und nördlich des Äquators. In diesem Gebiet ersteckt sich der sogenannte Meningitis-Gürtel. Nothdurft ergänzt: “Und in abgelegenen Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung empfehlen wir auch die Tollwutimpfung, besonders bei Reisen nach China, Indien, aber auch Südostasien und Südamerika. Während der Regenzeit in Asien droht die japanische Encephalitis. Auch dagegen gibt es eine Impfung.”

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