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Geschrieben: 17. März, 2015 in Allergien | Atemwege
 
 

Allergien gegen Frühblüher – Frühling ohne Schniefen und Tränen

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Die Zahl der allergischen Erkrankungen nimmt seit mehreren Jahrzehnten immer mehr zu, man spricht sogar von einer „Epidemie des 21. Jahrhunderts“. Sobald die Pollen fliegen, beginnt für Allergiker eine harte Zeit. In Deutschland leiden inzwischen 12 Millionen Menschen unter Heuschnupfen – 70% mehr als im Jahre 1990. Die Ursachen für Heuschnupfen sind multifaktoriell. In der Regel entwickelt sich Heuschnupfen bereits in der Kindheit und im Jugendalter. Immer häufiger ist jedoch auch ein spontanes Auftreten im Erwachsenenalter zu beobachten.

Bei dem saisonal bedingten Heuschnupfen sind die häufigsten auslösenden Allergene: Gräser- bzw. Getreidepollen (bes. Roggen), Baumpollen (sog. Kätzchenblüher wie Birken, Erle, Haselnuss)

Ursachen für die starke Zunahme von Pollenallergikern sind u. a.:

  • genetische Veranlagung
  • Fehlreaktion und übersteigerte Abwehrreaktion des Immunsystems
  • hohe Aussetzung des Organismus gegenüber Allergenen und Schadstoffen
  • Umwelteinflüsse: Luftverschmutzung
  • Lebensstil

Durch den Klimawandel, d. h. durch den weltweiten Temperaturanstieg der letzten 30 Jahre, treten die Allergien immer früher im Jahr auf. So haben sich etwa die Blühzeiten von Erle und Birke nach vorne verlängert und hochsensible Allergiker reagieren bereits im Januar mit den typischen Symptomen. Es ist nahezu unmöglich, den Pollen zu entgehen. Der Pollen (männliches Erbgut) von Gräser, Sträuchern, Bäumen, Getreide, Blumen, Kräutern wird durch Insekten oder Wind verbreitet. Gerade „Windblütler“, deren Blütenstaub durch den Wind auf andere Pflanzen übertragen werden, produzieren große Mengen kleine Pollen, die über mehrere hunderte von Kilometer transportiert werden können.

Was ist Heuschnupfen?
Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponente gewisser Pollen beruht. Die allergische Reaktion ist auf Allergene zurückzuführen, die sich an bestimmte weiße Blutkörperchen im Körper binden. Dieser Kontakt führt durch eine Stoffwechselkaskade zu einer Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen, das die typischen Beschwerden einer Allergie auslöst. Mit der eingeatmeten Luft gelangen die Pollen in die Nasenschleimhaut. Gerade die oberen Atemwege stehen wegen ihrer immunologischen Aufgaben in stetigem Kontakt mit Allergenen. Die von hier ausgehende Reizung kann dann auch eine Beteiligung der tieferen Atemwege mit sich bringen.

Es gilt: Je höher die Pollenkonzentration ist, desto stärker sind folgende Beschwerden:

  • Augentränen und Augenjucken, Augenschwellung, Rötung der Augen, Lichtempfindlichkeit der Augen
  • Niesreiz, Kribbeln in der Nase und im Rachenraum
  • Fließschnupfen
  • verstopfte Nase
  • Husten
  • Atemnot, Asthmaanfälle

Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, Abgeschlagenheit

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Fieber

Wie kann man eine Pollenallergie feststellen?

Es ist manchmal schwierig zu unterscheiden, ob ein Heuschnupfen oder eine Erkältung vorliegt, da die Symptome ähnlich sind. In jedem Falle sollte ein Allergologe aufgesucht werden, wenn im Frühjahr oder Sommer ein Schnupfen ohne erkennbare Ursache auftritt, der auch nach mehreren Wochen nicht abklingt.
Mit Hilfe eines speziellen Hauttests kann eine Pollenallergie diagnostiziert werden. Dazu werden Pollen-Extrakte auf die Haut gebracht und diese etwas eingeritzt. Wenn eine Allergie gegen diese Pollen vorliegt, entwickeln sich innerhalb von 20 Minuten an der jeweiligen Stelle eine Hautrötung oder Quaddeln. Ergänzend kann man eine Blutuntersuchung durchführen, der RAST-Test, bei der spezifische Antikörper gegen die Pollen nachgewiesen werden können. Je höher die Zahl der Antikörper, desto stärker die Allergiebereitschaft. Ein Provokationstest kann im Zweifelsfalle die Diagnose bestätigen: „Verdächtige“ Pollenarten werden auf die Nasenschleimhaut aufgesprüht und die Reaktion des Patienten getestet.

Behandlungsmöglichkeiten
Der beste Weg bei der Therapie des Heuschnupfens ist, die Pollen – wenn möglich – zu vermeiden; dies ist jedoch äußerst schwierig. Mit Hilfe des Pollenflugwarndienstes lässt jedoch sich ermitteln, wann bestimmte Pollen fliegen.

Hyposensibilisierung
Es kann eine Hyposensibilisierung in der pollenfreien Zeit durchgeführt werden, um das Immunsystem des Allergikers unempfindlich gegenüber den Pollen zu machen. Dem Patienten wird unter ärztlicher Aufsicht über einen längeren Zeitraum (mindestens sechs Monate). Das entsprechende Allergen gespritzt, das die allergische Reaktion auslöst.

Medikamentöse Therapie
Diese besteht meistens aus einer Kombinationsbehandlung, mit dem Ziel, den Ablauf der allergischen Entzündungsreaktion zu verhindern und damit die Symptome zu lindern. Zu den wichtigsten Medikamenten zählen so genannte „Antihistaminika“, die die Wirkung des Histamins, das aus den Mastzellen freigesetzt wird und für die typischen Allergie-Symptome verantwortlich ist, verhindert. Kortikoide gehören zu den stark wirksamen Medikamenten und hemmen die Entzündung der Schleimhäute. Lokal wirksame „Mastzell-Stabilisatoren“ wie Dinatrium-Cromoglykat (DNCG) in Form von Augen- oder Nasentropfen verhindern die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen.

Alternative Behandlungsmethoden
Die alternativen Behandlungsmethoden haben meist eine potentielle Chance in der ursächlichen Behandlung von Heuschnupfen und nicht nur in einer vorübergehenden Unterdrückung der Symptome. Voraussetzung ist, eine genau auf den Patienten individuell abgestimmte Kombination von verschiedenen naturheilkundlichen Methoden. Damit werden organspezifische Störungen und teils regulative Entgleisungen behandelt und die allergieverursachende Störung des Immunsystems kann beseitigt werden.

Hier im Überblick einige alternative Methoden, z. B.:

  • Störfeldsuche mit energetischen Messmethoden
  • Klärung von Zahnstörfeldern (häufig anzutreffen!)
  • fragliche Amalgambelastung
  • Darmdysbioselenkung
  • neuraltherapeutische Entstörung
  • homöopathische Eigenblutbehandlung
  • Akupunktur
  • Tipps für Pollenallergiker:
  • bei geschlossenem Fenster schlafen oder Pollenschutzgitter anbringen
  • körperliche Belastung (Sport) in den Zeiten meiden, wenn die Pollen fliegen
  • Pollenflugvorhersagen beachten (Radio, Internet, Zeitung)
  • Regelmäßig Staubsaugen (Staubsauger mit Mikrofilter verwenden) und häufig feucht wischen
  • Aufenthalt im Freien reduzieren (danach duschen)
  • Haare täglich waschen
  • Kleider ebenso täglich wechseln, sofort waschen und nicht im Schlafzimmer ausziehen oder aufbewahren
  • Bettwäsche nicht draußen trocknen lassen, wenn die Pollen fliegen
  • Einbau eines Pollenfilters im Auto
  • auf Rasenmähen oder Gartenarbeit lieber verzichten
  • Medikamente vorschriftsmäßig einnehmen
  • den Urlaub in pollenarmen Regionen planen (am Meer oder im Hochgebirge)

Etwa jeder zweite Pollenallergiker leidet unter einer Kreuzallergie, d. h. es besteht eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel, die botanisch mit der Pollenart verwandt sind. Bei Bestehen einer Allergie gegen Baumpollen, kann es z. B. nach dem Essen von Stein- oder Kernobst, zu Brennen im Mund oder an den Lippen kommen.

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