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Geschrieben: 25. August, 2010 in Allergien
 
 

Allergieprävention – von Kindesbeinen an

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In den letzten Jahrzehnten nahmen atopische Erkrankungen, besonders Asthma, Heuschnupfen oder die atopische Dermatitis immer häufiger zu. Deutlich wurde dies vor allem in den Industrienationen, in denen Allergien bereits zu den häufigsten chronischen Erkrankungen zählen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche: Immer mehr leiden an juckender Haut, anfallsweiser Atemnot oder triefenden Nasen.

Schätzungen gehen davon aus, dass heute 15 bis 20 Prozent der Erwachsenen an einer Allergie leidet. Der Anteil bei Vorschulkindern liegt bei über 10 Prozent, bei Schulkindern liegt er sogar noch um einiges höher, nämlich bei 20 bis 30 Prozent. Veränderte Lebensbedingungen oder erhöhte Schadstoffbelastung haben sich als wichtige und begünstigende Faktoren für Allergien erwiesen.

Der Grundstein für diese als „atopisch“ bezeichneten Erkrankungen wird bereits schon im Mutterleib oder durch die Lebensweise im frühen Kindesalter gelegt. Eine Nahrungsmittelallergie im Säuglingsalter steht meist am Beginn der Allergiekarriere. Im Kindes- oder Jugendalter entwickelt sie sich dann häufig zu einem Heuschnupfen oder allergischem Asthma.
Die Anlage zur Allergie wird vererbt und als „Atopie“ bezeichnet. Risikokinder, d. h. Kinder aus Familien mit genetischer Belastung haben somit ein höheres Risiko, an Allergien zu erkranken. Leiden z. B. beide Eltern an der gleichen allergischen Erkrankung, haben Kinder ein besonders hohes Allergierisiko. Darüber hinaus beeinflussen andere Faktoren die Manifestation allergischer Erkrankungen. Häufiger Kontakt mit möglichen Allergenen macht aus der Veranlagung eine Allergie.

Präventionsmaßnahmen im Säuglings- und Kindesalter sind daher von großer Bedeutung, besonders für genetisch vorbelastete Risikokinder. Auch sind sie erfolgsversprechend, da Lebensgewohnheiten noch nicht festgelegt sind und daher stärker beeinflusst werden können. Es ist wichtig, Kinder mit Allergien rechtzeitig zu erfassen und zu behandeln, denn sonst kann eine Allergieform in eine andere, schwerere übergehen.

PRÄVENTIVMAßNAHMEN

Vorbeugende Maßnahmen können bereits im Säuglingsalter eingeleitet werden, um einer Sensibilisierung vorzubeugen oder den Krankheitsverlauf zu mildern.

1. Alimentäre Allergieprävention

  • ausschließliches Stillen von 4-6 Monaten kann eine Sensibilisierung gegenüber Nahrungsmittelallergenen weitgehend vermeiden. In wie weit Stillen einen Einfluss auf die Prävention von Allergien hat, wird in der letzten jedoch Zeit kontrovers diskutiert.
  • ggf. Kuhmilch, Eier, Fisch in der Ernährung der Mutter vermeiden. Es hat sich gezeigt, dass eine allergenarme Ernährung der Mutter während der Stillzeit einen vorbeugenden Einfluss auf die Entwicklung von Neurodermitis bei Risikokindern hatte
  • ist Stillen nicht möglich, eine Hydrolysatnahrung verwenden. Entsprechende Produkte tragen die Bezeichnung „H.A“ für „Hypoallergen“ (Absprache mit dem Kinderarzt!)
  • schrittweise und späte Einführung der Breikost möglichst erst nach 6 Monaten. Breikost mit geringem Sensibilisierungspotential sind Apfel, Birne, Karotte, Reis, Weizen, Puten-, Rind- und Kalbfleisch
  • häufige und stark allergiesierende Nahrungsmittel in den ersten 1-2 Jahren vermeiden (Fisch, Eier, Nüsse)
  • so genannte Probiotika (Lactobazillen) können die sich beim Säugling noch entwickelnde Darmflora verändern und das Immunsystem beeinflussen

2. Vermeidung anderer Faktoren

  • Haustiere vermeiden (vor allem in Hochrisikofamilien). Der Einfluss von Allergenen aus Tierhaaren auf die Ausbildung von Allergien wird in jüngster Zeit kontrovers diskutiert. Es überwiegen jedoch die Studienergebnisse, die zeigen, dass Katzen oder kleine Nagetiere das Risiko für Asthma und Neurodermitis erhöhen.
  • Belastung durch Hausstaubmilben verringern. Wie Studien gezeigt haben, ist ein Kontakt mit Allergenen aus Hausstaubmilben mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, verbunden. Wirksame Maßnahmen sind eine staubarme Umgebung und milbendichte Matratzenüberzüge.
  •  keine Staubfänger in den Wohnräumen
  • glatte, wischbare Bodenbelege statt Teppichböden
  • Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Innenraumklimas, d. h. Räume regelmäßig lüften, nicht überheizen
  • Verzicht auf Nikotin in der Nähe des Kindes (Achtung Passivrauchen!) und auch in der Schwangerschaft. Rauchen gehört mit zu den stärksten Faktoren für die Entwicklung von Allergien
    keine irritierenden Stoffe (z. B. nickelhaltiger Schmuck, Duftstoffe). Auf Ohrläppchen-Stechen und Piercing- Schmuck verzichten.
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