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 Heilmittel - Der Granatapfel

Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens in der Antike

Besucher südlicher Obstmärkte kennen sie sicher, die apfelähnlichen Granaten mit ihrer leuchtend roten Schale. Der Granatapfelbaum gehört zur Familie der Granatapfelgewächse (Punicaceae).

Die Pflanze ist von strauchartigem Wuchs oder ein kleiner Baum mit fingerlangen Blättern, die im Winter abfallen. Im Sommer trägt der Baum geöffnete leuchtend rote Blüten. Der daraus heranreifende Granatapfel – auch Granate genannt – beschäftigte seit jeher die Phantasie aller Völker. Seine ursprüngliche Heimat hatte der Baum im ostmediterranen und vorderasiatischen Raum, er wuchs zuerst wild heran und wurde dann kultiviert.

Die Frucht hat etwAltes Naturheilwissen neu endeckt- der granatapfel / Fotoquelle: www.pixelquelle.dea die Größe eines Apfels, die harte, lederartige Schale ist gelblich-braun oder rot gefärbt. Die Beliebtheit des Granatapfels beruht nicht nur auf der farbigen Pracht seines Äußeren, sondern ebenso sehr auf seinem Inneren. Denn, in der Frucht befinden sich zahlreiche "Körner", die in der Antike "grana" hießen und der Pflanze ihren Namen gaben. Diese liegen dicht an dicht in Reihen in gallertartigem roten und knackigem Fruchtfleisch, deren jede einen Samenkern umschließ, und von hellhäutigen Scheidewänden getrennt sind.

Ein kleiner Streifzug durch die Geschichte

In der Kulturgeschichte des Menschen begegnen wir dem Granatapfel an vielen Stellen, so wird er auch mehrmals im Alten Testament der Bibel erwähnt. Dort wird seine runde Form mit der Schönheit der Frau verglichen und sein roter Saft ist der Nektar der Liebenden. Granatäpfel galten als Zeichen für den Reichtum und die Fruchtbarkeit des gelobten Landes. Bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend war er im Zweistromland und in Ägypten sehr beliebt, wie Funde in ägyptischen Gräbern bezeugen. Granatäpfel findet man auf altpersischen und altindischen Teppichen und im zweiten vorchristlichen Jahrtausend wurde die Pflanze sogar nach China exportiert.

Wegen seiner vielen Samen galt der Granatapfel seit Urzeiten als Fruchtbarkeitssymbol oder wurde einzelnen Göttinnen und Göttern zugeteilt wie z. B. der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, Hera, Persephone und Adonis. Er war das Liebesmittel der Antike. Der lateinische Name Punicum (punicum malum = "Punischer Apfel") bezieht sich eigentlich auf Phönicien in Kleinasien, wurde aber von den Römern hauptsächlich für Karthago, Stadt der Phönizier (auch Punier genannt) in Nordafrika gebraucht, von wo sie Granatäpfel importierten. Sie waren sehr beliebt und wurden auch auf pompejanischen Fresken dargestellt.

Unter dem Einfluss der Mauren gelangte der Granatapfel in das Wappen und die Flagge der spanischen Stadt Granada und fand Eingang in die maurisch beeinflusste Kunst der Gotik und Renaissance. Im Christentum wird der Granatapfel als Fruchtbarkeitssymbol auf die Jungfrau Maria übertragen und im Mittelalter wurde er als Reichsapfel zum Symbol der Herrscher.

Das Geschoß "Granate" verdankte seinen Namen ebenfalls der Frucht, da sie sich nicht nur in der Form glichen, sondern auch weil das Geschoß bei der Detonation genauso zerplatzte wie die reife Frucht, wenn sie die Samen hinausschleudert.

Verwendung

Der Granatapfelbaum wurde vielseitig verwendet, auch wenn der überaus großen Bedeutung der Pflanze in der Mythologie eher eine kleinere als Gewürz gegenüber steht. Früher stellte man aus seiner Rinde Tinte her, auch heute noch dient er zum Färben. Der Saft ist sehr gerbstoffhaltig und Flecken sind nur sehr schwer zu entfernen. In Mittelmeergebieten sind Granatäpfel die Basis verschiedener nicht alkoholischer und alkoholischer Getränke wie Gewürzwein oder ein dicker Sirup sowie purpurfarbener Saft, auch "Grenadine" genannt, der ein beliebtes Erfrischungsgetränk ist. Dort werden auch heute noch die saftigen, süß-säuerlich schmeckenden Körner in Fruchtspeisen als Nachtisch gegessen. In der Volksmedizin stellt man aus der Rinde ein außerordentlich wirksames Wurmmittel her und trinkt den Saft bei Verdauungsstörungen.

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