0
Geschrieben: 29. August, 2013 in Gesund essen | Heilmittel
 
 

Heilmittel Grenadine – Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens in der Antike

Granatapfel Foto
Granatapfel Foto
Besucher südlicher Obstmärkte kennen sie sicher, die apfelähnlichen Granaten mit ihrer leuchtend roten Schale. Der Granatapfelbaum gehört zur Familie der Granatapfelgewächse (Punicaceae). Die Pflanze ist von strauchartigem Wuchs oder ein kleiner Baum mit fingerlangen Blättern, die im Winter abfallen. Im Sommer trägt der Baum geöffnete leuchtend rote Blüten. Der daraus heranreifende Granatapfel – auch Granate genannt – beschäftigte seit jeher die Phantasie aller Völker.

Seine ursprüngliche Heimat hatte der Baum im ostmediterranen und vorderasiatischen Raum, er wuchs zuerst wild heran und wurde dann kultiviert. Die Frucht hat etwa die Größe eines Apfels, die harte, lederartige Schale ist gelblich-braun oder rot gefärbt. Die Beliebtheit des Granatapfels beruht nicht nur auf der farbigen Pracht seines Äußeren, sondern ebenso sehr auf seinem Inneren. Denn, in der Frucht befinden sich zahlreiche „Körner“, die in der Antike „grana“ hießen und der Pflanze ihren Namen gaben. Diese liegen dicht an dicht in Reihen in gallertartigem roten und knackigem Fruchtfleisch, deren jede einen Samenkern umschließ, und von hellhäutigen Scheidewänden getrennt sind.

Ein kleiner Streifzug durch die Geschichte

In der Kulturgeschichte des Menschen begegnen wir dem Granatapfel an vielen Stellen, so wird er auch mehrmals im Alten Testament der Bibel erwähnt. Dort wird seine runde Form mit der Schönheit der Frau verglichen und sein roter Saft ist der Nektar der Liebenden. Granatäpfel galten als Zeichen für den Reichtum und die Fruchtbarkeit des gelobten Landes. Bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend war er im Zweistromland und in Ägypten sehr beliebt, wie Funde in ägyptischen Gräbern bezeugen. Granatäpfel findet man auf altpersischen und altindischen Teppichen und im zweiten vorchristlichen Jahrtausend wurde die Pflanze sogar nach China exportiert.

Wegen seiner vielen Samen galt der Granatapfel seit Urzeiten als Fruchtbarkeitssymbol oder wurde einzelnen Göttinnen und Göttern zugeteilt wie z. B. der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, Hera, Persephone und Adonis. Er war das Liebesmittel der Antike. Der lateinische Name Punicum (punicum malum = „Punischer Apfel“) bezieht sich eigentlich auf Phönicien in Kleinasien, wurde aber von den Römern hauptsächlich für Karthago, Stadt der Phönizier (auch Punier genannt) in Nordafrika gebraucht, von wo sie Granatäpfel importierten. Sie waren sehr beliebt und wurden auch auf pompejanischen Fresken dargestellt.

Unter dem Einfluss der Mauren gelangte der Granatapfel in das Wappen und die Flagge der spanischen Stadt Granada und fand Eingang in die maurisch beeinflusste Kunst der Gotik und Renaissance. Im Christentum wird der Granatapfel als Fruchtbarkeitssymbol auf die Jungfrau Maria übertragen und im Mittelalter wurde er als Reichsapfel zum Symbol der Herrscher.

Das Geschoß „Granate“ verdankte seinen Namen ebenfalls der Frucht, da sie sich nicht nur in der Form glichen, sondern auch weil das Geschoß bei der Detonation genauso zerplatzte wie die reife Frucht, wenn sie die Samen hinausschleudert.

Verwendung der Grenadine

Der Granatapfelbaum wurde vielseitig verwendet, auch wenn der überaus großen Bedeutung der Pflanze in der Mythologie eher eine kleinere als Gewürz gegenüber steht. Früher stellte man aus seiner Rinde Tinte her, auch heute noch dient er zum Färben. Der Saft ist sehr gerbstoffhaltig und Flecken sind nur sehr schwer zu entfernen. In Mittelmeergebieten sind Granatäpfel die Basis verschiedener nicht alkoholischer und alkoholischer Getränke wie Gewürzwein oder ein dicker Sirup sowie purpurfarbener Saft, auch „Grenadine“ genannt, der ein beliebtes Erfrischungsgetränk ist. Dort werden auch heute noch die saftigen, süß-säuerlich schmeckenden Körner in Fruchtspeisen als Nachtisch gegessen. In der Volksmedizin stellt man aus der Rinde ein außerordentlich wirksames Wurmmittel her und trinkt den Saft bei Verdauungsstörungen.

Die rot-braune Frucht des buschartigen immergrünen Granatapfelbaumes enthält von saftigem Fruchtfleisch umgebene Kerne. Da die Frucht nach ihrer Ernte nicht weiterreift, sollte man nur reife Granatäpfel kaufen. Den Reifegrad des Granatapfels erkennt man durch Klopfen. Ein metallenes Geräusch verrät die Reife. Im Kühlschrank halten sie sich dank ihrer dicken lederartigen Schale wochenlang ohne Qualitätsverlust.
Man kann das Innere der Frucht komplett verzehren. Durch das Rollen der Frucht auf einer harten Oberfläche ist es möglich die Fruchtkammern im Innern zum platzen zu bringen. Danach ist der Saft durch einen Strohhalm trinkbar. Gewarnt sei jedoch vor dem Saft des Granatapfels. Nicht ohne Grund verwendet man ihn im Orient als Teppichfärbemittel. Die braunen Flecken sind durch die Gerbstoffe des Saftes bedingt fast nicht zu entfernen.

Neben ihrer kulturhistorischen Bedeutung und ihrer langen Kultivierungsgeschichte, zeichnet sich der Granatapfel durch viele wertvolle Inhaltsstoffe aus. Schon früh war die heilsame Wirkung des Granatapfels bekannt. Die katholischen Krankenpflegeorden der Barmherzigen Brüder führen den Granatapfel als Ordenszeichen. Die Frucht verfügt über große Mengen an Kalium, Calcium und Vitamin C. Besonders ist die Ellagsäure hervorzuheben, die sich in hoher Konzentration in der Frucht befindet. Schon eine alte christliche Weisheit verweist auf die heilende Wirkung des Granatapfels auf den Verdauungstrakt.

Wenn ihr den Granatapfel esst, dann esst ihn mit dem Fruchtfleisch, denn dieses gerbt den Magen, und ein jegliches Körnchen, welches sich im Magen eines Menschen befindet, erleuchtet sein Herz.


Ein in der Grenadine enthaltenes pflanzliches Östrogen lindert Wechseljahrsbeschwerden. Flavonoide unterstützen das Immunsystem und helfen bei der Bekämpfung von Entzündungen im Körper. Arteriosklerose kann durch die regelmäßige Einnahme von Granatapfelsaft verhindert und abgebaut werden. Sogar als Aphrodisiakum findet die Frucht der Liebe Verwendung. Die uralte Kulturpflanze birgt viele Geheimnisse, Sagen und Mythen in sich. Der größte Schatz befindet sich jedoch in ihrem Inneren, eine ungeahnte Fülle heilsamer Substanzen.




Print Friendly, PDF & Email
War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (32 bewertungen, duchschnittlich: 4,19 out of 5)
Loading...