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Geschrieben: 02. Juli, 2014 in Deutschland | Lifestyle
 
 

Animal Trekking: Mit dem Lama auf Wanderschaft

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Wem das klassische Wandern auf Dauer zu eintönig ist, den dürfte ein neuer Trend in diesem Bereich aufhorchen lassen: Animal Trekking, also Wandern mit Tieren, heißt der neue Freizeitspaß, dem man mittlerweile in ganz Deutschland nachgehen kann. Ob mit Eseln, mit Pferden oder Ponys, mit Ziegen oder auch mit Lamas: Die Auswahl ist groß und bietet bis zum Kitzel der unangekündigten Spuckattacke für jeden das passende Erlebnis.

 

Mit treuem Begleiter auf Trekking-Tour, Fotoquelle: 123RF

Ines Ladig lebt gefährlich. Gemeinsam mit einer Freundin, die diesen Ausflug zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, wandert sie durch das Leintal in Baden-Württemberg. Das Besondere an diesem Ausflug ist ihr Begleiter der spuckfreudigen Sorte: Ein Lama. „Ich verlasse mich jetzt mal darauf, dass sie nicht spucken“, sagt sie. Susanne Ott, die die Lama-Wanderungen anbietet, weiß dass die Tiere vor allem auf Artgenossen und weniger auf Menschen zielen. Dennoch warnt sie davor, in die Schusslinie zu geraten: „Wenn die Gras gefressen haben, dann kann das richtig grün aussehen.“ (Quelle: spiegel.de)

Streicheleinheiten eher unerwünscht

Darüber befragt, warum sie quasi mit der Angst im Nacken wandern geht, erklärt Ines Ladig: „Ich bin Steuerberaterin. Das mit den Tieren ist mein Ausgleich.“ Sie selbst besitzt Pferde, daher ist die Wanderung mit den Lamas für sie eher wie ein Spaziergang. Die ungefähr sechs Kilometer der Wanderstrecke legt die Gruppe in insgesamt zwei Stunden zurück. Die Lamas werden für die Zeit des Ausflugs an der Leine gehalten. Zu Streicheleinheiten kommt es dabei aber nicht, was auch nicht im Sinne der Tiere ist.

Die zotteligen Lamas sind alles andere als Schmusetiere. Unter Anspannung und mit aufgestellten Ohren und wackelndem Kopf sind sie ständig auf der Hut. Je unruhiger die Menschen in ihrer Umgebung sind, desto nervöser werden auch die Lamas. Doch genau das macht sie laut Susanne Ott zu idealen Wandergefährten: „Gerade zappelige Kinder merken dann: ‚Ich muss ruhiger werden'“. Die Heilpädagogin nutzt die Lama-Wanderungen auch für therapeutische Zwecke. Insgesamt üben die Tiere eine eher beruhigende Wirkung auf die Teilnehmer der Trekking-Touren aus.

Tiere mit ausgeglichenem Wesen

Steffen Schindel bietet im brandenburgischen Lindow Wanderungen mit den verschiedensten Tieren an: Ziegen, Mulis, Esel, Hunde, Ponys und Lamas stehen als Wanderbegleiter zur Verfügung. Ausflüge mit Lamas und anderen Tieren wie zum Beispiel Alpakas gibt es auch in der Lüneburger Heide, im Rheingau oder im Teutoburger Wald. Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund weiß über den Trend Bescheid und kennt auch die Vorzüge der spuckfreudigen Wandergefährten: „Lamas eigenen sich gut, da sie ein ausgeglichenes Wesen haben, auf Distanz gehen und damit auch ein gefahrloser Umgang zum Beispiel mit behinderten Menschen möglich ist.“

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