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Geschrieben: 30. September, 2014 in Arthrose | Krankheiten von A-Z
 
 

Arthrose – wenn die Gelenke Schmerzen

Arthrose, Fotoquelle: 123RF
Arthrose, Fotoquelle: 123RF

Wege zur Beschwerdefreiheit

In Deutschland leiden schätzungsweise mehr als 10 Millionen Menschen an Arthrose – volkswirtschaftlich mit ungeheuren krankheitsbedingten Kosten verbunden. In zunehmendem Maße sind auch jüngere Menschen davon betroffen und bereits jeder zweite unter 35 Jahren weist erste Abnutzungserscheinungen an den Gelenken auf.

 

Unter Arthrose versteht man eine degenerative Gelenkerkrankung des Bewegungsapparates, die zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels sowie zu Um- und Abbauvorgängen der gelenknahen Knochen, Gelenkkapseln und umgebender Muskulatur führt. Die Folgen sind Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Steifheit der Gelenke, zunehmende Verformung und im Endstadium kann es zu einer Verknöcherung des Gelenkes mit vollständigem Funktionsverlust kommen. Arthrose ist eine nicht-entzündliche Gelenkerkrankung, im Gegensatz etwa zu Rheuma. Im Prinzip kann Arthrose an allen Gelenken auftreten, am häufigsten sind jedoch die Wirbelsäule, Hüft-, Knie-, Hand-, Fußgelenke oder Schulter betroffen.

Ursache

Ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Knorpels verursacht den Untergang des Knorpelgewebes.

  • erblich bedingte Anfälligkeit des Knorpels (Matrix-Stoffwechsel und Knorpel- Stabilität)
  • Fehlbelastung und angeborene Haltungsfehler (z. B. durch X-Beinstellung der Knie, Hüftgelenksfehlstellung)
  • Knorpelschäden durch Unfälle, (Sport-) Verletzungen oder Gelenkoperationen
  • Übergewicht
  • Stoffwechselerkrankungen (wie Hyperurikämie, Metabolisches Syndrom)
  • Veränderungen der Gelenkflächen (Morbus Perthes)

Der kranke Knorpel wird abgerieben bis der Knochen erreicht ist. Zunächst wird gewissermaßen Ersatzknorpel um das kranke Gelenk gebildet, der aber weit weniger stabil ist. Das abgeriebene Material verursacht eine Entzündung der umgebenden Gelenkhaut.

Die Entzündung verschlimmert die so wichtige Stoffwechselversorgung im gelenknahen Umfeld. Der Nährstofftransport und der Sauerstoffaustausch ersticken in einer zunehmend sauren Bindegewebe-Matrix um das Gelenk.

JETZT ENTSTEHT DER SCHMERZ.

 Symptome

Die Arthrose ist ein langsam fortschreitender Prozess, der lange Zeit unbemerkt verläuft. Die ersten Symptome sind Spannungsgefühl im und um das betroffene Gelenk und v. a. morgendliche Steifigkeit. Typisch für Arthrose sind Schmerzen, die zu Beginn der Bewegung (Anlaufschmerz) auftreten. Später kommen dauerhaft empfundene Ruhe- und Bewegungsschmerzen hinzu. Diese werden durch kalte und feuchte Witterung und Belastung verstärkt. Bei zunehmender Deformierung des Gelenks wird die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt.

Therapie

Eine kausale, d. h. die Ursache behebende Therapie der Arthrose gibt es nicht; eine stoffwechselbezogene Behandlungsserie kann jedoch Erfolg bringen. Wichtig ist, dass die Gelenke entlastet werden: für Übergewichtige bedeutet dies unbedingt eine Reduktion ihres Körpergewichts. Verschiedene schulmedizinische und biologische, sorgfältig auf den Patienten und seine Kondition abgestimmte Maßnahmen können jedoch die Schmerzen zuverlässig lindern und einen Weg zur Beschwerdefreiheit eröffnen:

  • Physikalische Methoden (Wärme/ Kältebehandlung, Strom, Ultraschall, Stoßwelle, Magnetfeldtherapie) und Krankengymnastik
  • Gelenkinjektionen
  • Medikamente und Lokalanästhetika als Schmerztherapie
  • Operative Eingriffe (Gelenkspülungen, Knorpelglättung und –plastiken). Ultima ratio sind künstliche Gelenkersätze.
  • Bewegungstherapie (Krankengymnastik, Sporttherapie, Wassergymnastik, Ergotherapie)
  • Orthopädietechnik
  • Phythotherapie
  • Orthomolekulare Medizin (Vitamin C und E beeinflussen auf positive Weise entzündliche Prozesse, Vitamin D und Calcium zum Knochenaufbau)
  • Änderung des Lebensstils: Gewichtsreduktion und gesunde Ernährung (wenig tierisches Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren haben positiven Einfluss auf Entzündungen. Diese sind enthalten in Soja, Walnussöl, Leinöl und grünen Gemüsesorten)
  • ausreichend körperliche Bewegung
  • Homöopathie
  • Neuraltherapie zur Beseitigung von Störfelder
  • Akupunktur als Schmerztherapie und als Störfeldsuche
  • Eigenbluttherapie zur Aktivierung der körpereigenen Regulationssysteme und des Immunsystems
  • Entgiftungstherapie und ausleitende Verfahren (Antihomotoxische Therapie)

Fazit: Die beste Vorbeugung einer Arthrose ist ungünstige Belastungen der Gelenke oder Fehlhaltungen sowie Übergewicht zu vermeiden. Deshalb von gelenkbelastenden Sportarten zu schonenden wechseln (Fahrrad fahren, Schwimmen, gezieltes Muskelaufbautraining, etc.).

In der Therapie ist es wichtig eine Kombination aus schulmedizinischen und biologischen Maßnahmen, die individuell ausgerichtet sein sollten, anzuwenden. Weiterhin ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Patient auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achtet, da dies die Basis für den Therapieerfolg ist.

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