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Geschrieben: 25. Oktober, 2013 in Aktuelles
 
 

Ärztlicher Bereitschaftsdienst -Telefon: 116117

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Bereitschaft zur Bereitschaft?

Stellen Sie sich vor, Sie haben Bauchschmerzen. Richtig üble Bauchschmerzen. Es wird auch nicht besser im Laufe des Tages, sondern gegen Abend so schlimm, dass Sie sich mehrmals übergeben müssen. Jetzt sind Sie richtig beunruhigt und entscheiden sich, in eine Bereitschaftspraxis zu gehen, da Sie kaum bis zum nächsten Tag warten wollen.


Fotoquelle: ©gesund-vital-online.de 

Dort angekommen, hört sich der Arzt ihr Problem an, schaut kurz in ein Fachbuch und gibt ihnen nach einigem Überlegen ein Medikament und schickt Sie wieder nach Hause. Geht es ihnen besser mit diesem Gedanken? Sicherlich nicht, eher im Gegenteil. Doch was ist an diesem Szenario so schlimm – abgesehen vom Gesundheitszustand des fiktiven Patienten? Was der Patient nicht wissen kann, ist, dass der Arzt gar kein Allgemeinmediziner, sondern schon seit Jahren auf Psychotherapie spezialisiert ist. Normalerweise würde er Patienten mit den oben erwähnten Symptomen zu einem Kollegen schicken, doch was will er alleine in der Bereitschaftspraxis machen? Er muss sich auch um solche Fälle kümmern.

Beunruhigt Sie dieses fiktive Bild? Sicherlich, aber so fiktiv ist es gar nicht. Denn manchmal werden nicht alle Bereitschaftsdienste mit Ärzten besetzt, die im täglichen Geschäft mit medizinischen Problemen betraut/vertraut sind. Vereinzelt werden auch Pathologen und Psychotherapeuten eingesetzt.

Verpflichtung zum Dienst

In den Regularien steht die Approbation, sprich, ein abgeschlossenes Medizinstudium als Grundvoraussetzung. Aber leider steckt da auch das Problem, denn hierzu zählen auch alle, die nach ihrem Studium z.B. eine Ausbildung zum ärztlichen Psychotherapeuten durchlaufen haben und seitdem nur noch als solche tätig sind. Auch ist jeder in Deutschland niedergelassene Mediziner zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst verpflichtet. Das bedeutet, dass auch ein Laborleiter, der seit Jahren keine Patienten mehr verantwortlich behandelt hat, daran teilnimmt.

Diese Ausgangssituation kann für beide Seiten sehr unbefriedigend sein, denn der Patient fühlt sich nicht richtig oder gut behandelt, der Bereitschaftsarzt fühlt sich hingegen nicht ausreichend kompetent. Zum Glück hat das normalerweise keine fatalen Folgen, denn schließlich sind die Patienten, die den Bereitschaftsdienst (auch als ärztlicher Notdienst bekannt) aufsuchen, nicht in Lebensgefahr, sondern wollen mit ihren Problemen nach Möglichkeit nicht bis zum nächsten Tag warten. Besteht ein lebensgefährlicher Notfall, kommt selbstverständlich der Notarztwagen zum Einsatz.

Anreize gegen die Unbeliebtheit

„Wie viele Bereitschaftsdienste habe ich?“ Das sei das Erste, was junge Ärzte fragen, bevor sie sich in einer ländlichen Region niederlassen, sagt Wolfgang Krombholz, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern.

Überall in Deutschland versucht man inzwischen, die Bedingungen für Bereitschaftsärzte zu verbessern – und damit auch für Patienten. In Mecklenburg-Vorpommern setzt man vor allem auch auf finanzielle Anreize.

„Wir zahlen zum Beispiel eine Stundenpauschale von 18 Euro. Die erhalten die Ärzte auch dann, wenn kein Patient kommt“


sagt Fridjof Matuszewski, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Die Folge: Mehr als 100 Ärzte aus anderen Bundesländern kommen gelegentlich hierher, um Dienste zu machen.

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