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Geschrieben: 04. September, 2013 in Atemwege | Krankheiten von A-Z | Mutter & Kind
 
 

Pseudokrupp – Atemwegserkrankung

kind_untersuchung
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Der Krupphusten ist eine Entzündung des Kehlkopfes und der oberen Luftröhre. Diese Erkrankung heißt auch Pseudokrupp, um sie von dem „echten“ Krupp, der Diphtherie, zu unterscheiden. Betroffen sind vor allem Kleinkinder im Alter zwischen neun Monaten und fünf Jahren. Ausgelöst wird der Pseudokrupp durch Viren, allen voran Parainfluenza-Viren, gefolgt von Influenza-Viren des Typs A.

Aber auch Luftverschmutzung (besonders durch Schwefeldioxid) oder Zigarettenrauch führen zu einer ständigen Reizung der Atemwege und begünstigen damit die Entstehung eines Pseudokrupp.

Unterhalb der Stimmbänder und im Bereich des Kehlkopfes kommt es zu einer Schwellung und Entzündung der Schleimhaut und damit zu einer Einengung der Luftwege. Diese sind bei Säuglingen und Kleinkindern noch eng und es droht Luftnot. Die Kinder wachen oft nachts mit Husten und Atemnot auf, bekommen Angst, was den Zustand nur noch verschlechtert. Sie wollen sich unbedingt aufsetzen, da sie im Liegen noch weniger Luft bekommen. In schweren Fällen, wenn die Schwellung der Schleimhaut sehr stark ist, droht Erstickungsgefahr!

Leitsymptome

  • Bestehender Infekt der oberen Atemwege bzw. leichte Erkältung
  • Leichtes Fieber
  • Beginn der Beschwerden meist ganz plötzlich, vor allem abends oder nachts
  • Heiserkeit
  • Trockener, bellender Husten mit Atemnot
  • Bei schwerer Atemnot, blasse oder bläulich verfärbte Haut (sofort zum Arzt!)
  • Möglicherweise hörbare, oft pfeifende oder ziehende Geräusche beim Einatmen
  • Leichte Schluckbeschwerden möglich

Wie können Eltern ihrem Kind helfen?

Wichtig ist vor allem, Ruhe zu bewahren! Das ohnehin schon verängstigte Kind sollte beruhigt werden und sich aufrecht hinsetzen, denn das erleichtert ihm die Atmung. Am besten das Fenster des Schlafzimmers weit öffnen – die Luft zum Schlafen sollte feucht-kalt sein. Das Kind in eine warme Decke einwickeln und mit ihm an ein offenes Fenster oder raus auf den Balkon an die frische Luft – auch im Winter. Die kalte Luft lässt die Schleimhäute abschwellen.

Als Alternative kann man im Badezimmer heißes Wasser in die Badewanne oder Dusche laufen lassen, so dass sich Dampf entwickelt, den das Kind inhalieren kann. Denn auch der warme Dampf beruhigt die Schleimhäute. Nach einem akuten Anfall kann man in der Nähe des Kindes feuchte Tücher aufhängen. Wenn sich das Kind beruhigt hat, ihm etwas Kühles zu trinken anbieten. Zum Weiterschlafen, den Oberkörper etwas erhöht lagern, das erleichtert ihm die Atmung. Viele Kinder wollen auch in der Nähe der Eltern schlafen, weil sie sich dann sicherer fühlen. Da sich ein Pseudokrupp-Anfall nicht selten wiederholt, sollte die Luft auch in den folgenden Nächten im Schlafzimmer gut durchgelüftet sein und eher kühl und feucht gehalten werden (nicht über 16 bis 18 Grad C).

So hilft der Arzt

Das Medikament erster Wahl beim Pseudokrupp sind entzündungshemmende Kortinsonzäpfchen. Meist verläuft diese Erkrankung gutartig und selten muss ein Kind mit Pseudokrupp ins Krankenhaus eingewiesen werden. Die Homöopathie behandelt den Krupphusten je nach individuellen Symptomen und wird wie die Phythotherapie begleitend eingesetzt. Wichtig: Bei einem Pseudokrupp-Anfall dürfen keine ätherischen Öle eingeatmet werden, da diese die Schwellung der Schleimhäute noch verstärken können!

Da sich ein Anfall wiederholen kann, ist es sinnvoll, die entsprechenden Medikamente für den häuslichen Notfall griffbereit zu haben.

Vorsorge

Virusinfekte der oberen Luftwege bei Kindern lassen sich nie ganz vermeiden. Wichtig ist, dass bei einem Kind, bei dem eine Neigung zu Pseudokrupp-Anfällen besteht, auf ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet wird, vor allem nachts im Kinderzimmer und dass das Rauchen in der gesamten Wohnung tabu ist.

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