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Geschrieben: 30. Dezember, 2006 in Hals-Nasen-Ohren
 
 

Auch im neuen Jahr noch ganz Ohr?

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Wer im neuen Jahr noch genauso gut hören möchte, wie im alten, sollte in der Silvesternacht auf seine Ohren achten. Denn Böller und Kracher können das Gehör schädigen – für immer. In Deutschland sind in jeder Silvesternacht etwa 8.000 Menschen von einem solchen Knalltrauma betroffen. Dabei kommt es zu Ohrgeräuschen (Tinnitus) und oft auch zu bleibenden Hörminderungen. Das neue Jahr mit Feuerwerk und Knallern zu begrüßen, macht vielen Spaß. Doch man sollte deshalb nicht sein Gehör aufs Spiel setzen.

Silvesterböller erreichen Lautstärken weit jenseits der Schmerzgrenze von 120 Dezibel und können – wenn sie unmittelbar vor dem Ohr explodieren – bis zu 170 Dezibel laut sein. Bei solchen Lautstärken reicht ein einziger Knall aus, um das Gehör für immer zu schädigen.

Auch wer selbst keine Böller anzündet, ist nicht vor den Krachmachern anderer Leute sicher. Doch man kann seine Ohren mit Gehörschutz vor bleibenden Schäden bewahren. Wie die Stiftung Warentest in diesem Jahr festgestellt hat, halten Gehörschutzstöpsel, was sie versprechen: Sie schützen die Ohren. Der Lärm wird zuverlässig um mindestens 10 Dezibel gesenkt, oft sogar um 20 bis 30 Dezibel. Am besten schnitt der maßangefertigte Gehörschutz vom Hörgeräte-Akustiker ab, dessen Tragekomfort dem der industriell hergestellten Ohrstöpsel deutlich überlegen ist. Da er nach Abdruck angefertigt wird, passt der Gehörschutz exakt in den Gehörgang. Deshalb verschließt er den Gehörgang optimal und ist angenehm zu tragen. Interessant ist maßangefertigter Gehörschutz für alle, die häufiger mit Lärm zu tun haben.

Wer sich vor Mitternacht nicht nur mit einem Sektglas, sondern auch mit Gehörschutzstöpseln versorgt, ist auf der sicheren Seite. Im Notfall die Ohren zu halten, funktioniert nicht. Erstens kommen Knalle meist schnell und überraschend und zweitens schützen die Hände unsere Ohren zwar ein bisschen, aber nicht effektiv genug. Das Tückische an Knallen ist ihre Geschwindigkeit, deshalb werden sie oft unterschätzt. Weil ein Knall so schnell wieder vorbei ist, empfinden wir seine wahre Lautstärke gar nicht. Denn das Gehör braucht eine Zehntel-Sekunde, um eine Lautstärke einschätzen zu können. Aber Knalle sind meist noch viel kürzer, oft nur eine Tausendstel-Sekunde.

Ein einziger sehr lauter Knall – von mehr als 150 Dezibel – kann ein Knalltrauma auslösen und die Innenohren unheilbar schädigen. Nach einem solchen „Lärmunfall“ sollte man innerhalb der ersten 24 Stunden zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen. Dort wird eine durchblutungsfördernde Therapie durchgeführt, die die Situation im Innenohr verbessern kann. Und natürlich sollte man seinen Ohren einige Tage Ruhe gönnen. Das Gehör kann sich wieder erholen, aber es kann auch eine Hörminderung zurückbleiben. Wenn die Sinneszellen im Innenohr verletzt oder zerstört wurden, ist dies unheilbar. Betroffen sind davon oft die hohen Frequenzen, so dass Klingeltöne, hohe Stimmen oder Vogelzwitschern deutlich schlechter gehört werden. Dies lässt sich dann nur noch mit Hörgeräten ausgleichen, die vom Hörgeräte-Akustiker exakt auf die individuell geschädigten Frequenzen eingestellt werden

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