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Geschrieben: 30. Oktober, 2013 in Aktuelles
 
 

Berliner Ratten mit multiresistenten Darmkeimen

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Deutschlands Hauptstadt beherbergt nicht nur viele Einwohner, sondern auch eine große Anzahl an Ratten. Die Zahl wird auf bis zu 7 Millionen Tiere geschätzt. Nun haben FU-Forscher herausgefunden, dass jede siebte Ratte multiresistente Darmkeime in sich trägt, die auch uns Menschen gefährlich werden könnten. 

 

Rattenverbreitung durch Wohlstandsgesellschaft
(c) Can Stock Photo

Deutschlands Hauptstadt ist auch Hochburg der Ratten

Ratten scheinen die Hauptstadt zu mögen. Sie leben in Berlins Kanalisationen und auf den Straßen. Zum Schrecken und Ekel vieler Bewohner quartieren sie sich inzwischen auch gerne in Häusern ein. Hinzu kommt nun die Erkenntnis der Forscher der Freien Universität in Berlin, die herausgefunden habe, dass die Tiere sogar multiresistente Darmkeime mit sich bringen. Das Gefährliche an den Keimen ist, dass die Forscher eine Übertragung auf den Menschen für möglich halten. Bislang sei eine Übertragung vom Tier auf den Menschen jedoch noch nicht nachgewiesen worden. Man fand zudem heraus, dass vor allem die Ratten den Keim in sich trugen, welche in der Kanalisation lebten. Der Schluss der Wissenschaftler ist, dass die Ratten möglicherweise Kontakt mit menschlichen Fäkalien hatten. Eine Verbindung mit multiresistenten Keimen aus Kliniken ist nicht auszuschließen. Kritisch beobachtet man nun, dass die Tiere die Keime wieder in Menschennähe „tragen“ könnten. Ratten halten sich natürlich nicht ausschließlich an vorbestimmten Plätzen auf und so wäre es nicht verwunderlich, wenn der Keim auf Liegewiesen oder Spielplätzen geschleppt wird. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Rattenart. Es handelt sich dabei ausgerechnet um die Wanderratte, welche für ihre breiten Streukreise bekannt ist. Für die Futtersuche werden vom Tier mehrere Kilometer auf sich genommen und der eigentliche Bau lässt sich nur schwer ausfindig machen. Mitunter sind die Ratten Tage unterwegs, bevor sie in ihr Nest zurückkehren.

Kann man jemand die Schuld geben?

Ganz sicher ist es nicht möglich, mit einem Fingerzeig jemand die Schuld für dieses Debakel zuzuweisen. Dennoch trägt unsere Wohlstandsgesellschaft einen gehörigen Anteil dazu bei, dass sich die Ratten überhaupt so wohl fühlen und derartig vermehren. Überall wird Müll liegen gelassen, sogar Essensreste werden achtlos entsorgt. Komposthaufen in den Gärten dienen als reinstes Schlaraffenland für die Nager und durch die Essensentsorgung über die Toilette wird die Nahrung geradezu in der Kanalisation serviert – hierfür müssen sich die Ratten noch nicht einmal anstrengen. Weitere Schlupflöcher und damit ein leichter Eintritt in die eigenen vier Wände, bieten Sicherungslücken bei Fenstern, Türen und Klappen, wie z.B. Katzenklappen.

Nun mag manch Eigenheimbesitzer an Rattengift denken, um die Plage von sich fernzuhalten. Doch hier sei gesagt, dass dies keine Lösung darstellt. Nach den Bestimmungen der Schädlingsbekämpfungsverordnung von 1997 müssen Haus- und Grundstücksbesitzer Fachleute einschalten und die Kosten für die Bekämpfung selbst tragen. Wer dennoch Gift auf eigene Faust auslegt, verstößt gegen das Gesetz und macht sich damit sogar strafbar.

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