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Onkologie - Harnwege - Krebsvorsorge

 Blasenkrebsvorsorge – Raucher besonders gefährdet!

Die Krebserkrankung der Harnblase ist heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird

Als Blasenkrebs bezeichnet man einen bösartigen Tumor in der Harnblasenschleimhaut. Fast jeder zehnte Krebspatient leidet in Deutschland an dieser Form der Krebserkrankung. 2002 erkrankten in Deutschland 25.850 Menschen an Blasenkrebs. Männer haben dabei ein 2,5-mal größeres Risiko an dieser Krebsform zu erkranken. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten liegt bei Männern bei 70 Jahren. Frauen erkranken durchschnittlich mit 73 Jahren.

Ursachen für Blasenkrebs

Als Hauptursache bei Blasenkrebs wurde das Rauchen festgestellt. Mehr als 80% aller Erkrankten sind Raucher. Rauchen erhöht das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken um das Dreifache. Einige chemische Stoffe, wie Arsen, stehen im Verdacht, Blasenkrebs zu verursachen. Langjähriger Schmerzmittelmissbrauch wurde ebenfalls als Ursache ausgemacht. Auch chronische Formen der Blasenentzündung können Blasenkrebs hervorrufen. Weiterhin können Blasensteine vermehrt zu Blasenkrebs führen. Einige Berufsgruppen haben ein erhöhtes Risiko an Blasenkrebs zu erkranken, da sie mit krebserregenden Substanzen in Kontakt kommen. Dazu gehören Kohlearbeiter, Drucker, Friseure, Kammerjäger sowie Arbeiter in der Farben, Aluminium und Gummi verarbeitenden Industrie.
Blasenkrebs-Symptome
Leider weisen keine spezifischen Beschwerden auf eine Blasenkrebserkrankung hin. Allein Blutbeimengungen im Urin können als sichtbares Zeichen auftreten. Doch gerade dieses Symptom kann oft auch auf eine Blasenentzündung oder eine Nierenerkrankung hindeuten, sodass sich hieraus noch keine eindeutige Aussage ergibt. Zeigen sich durch die Krebserkrankung schwerwiegendere gesundheitliche Störungen, wie Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen, ist der Krebs meistens schon sehr weit fortgeschritten. Zum Teil tauchen Schmerzen in der Flanke auf, in manchen Fällen schwellen die Beine stark an. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu Knochenschmerzen, Müdigkeit und Gewichtsverlust.
Besondere Beachtung sollte man auf chronische Blasenentzündungen bei alten Menschen legen, welche auf eine antibiotische Behandlung nicht ansprechen. Auch hier könnte ein noch nicht entdecktes Krebsleiden in der Blase vorliegen.
Wann sollte man einen Arzt (Hausarzt oder Urologen) aufsuchen?
  • Blut im Urin (hellrot bis dunkelrot, Hämaturie)
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • Dauernder Harndrang, bei dem kein Harn abgesetzt werden kann (Pollakisurie)
  • Häufiges Wasserlassen
  • Anhaltende Reizgefühle in der Blase, sogenannte Reizblase
Blasenkrebs-Diagnose
Nur sehr große, weit fortgeschrittene Krebstumore sind von außen zu ertasten. Daher sind weitere Untersuchungen nötig, um eine Blasenkrebserkrankung zu diagnostizieren. Neben bildgebenden Untersuchungsmethoden (Ultraschall, Röntgen, Computertomographie [CT] oder auch Magnetresonanztomographie[MRT]) sollte bei Verdacht eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt werden. Unter Narkose wird hierbei eine endoskopische Sonde durch die Harnröhre in die Blase eingeführt, um deren Inneres zu begutachten. Wird ein Tumor entdeckt, kann auf diese Weise gleich abgeschätzt werden, wie tief der Tumor in die Blasenwand eingedrungen ist. Ausgehend von der Blasenschleimhaut wuchert ein Tumor in die Blasenwand ein. Ca. 80% der Blasenkrebstumore liegen oberflächlich auf der Schleimhaut. Hier ist eine unmittelbare Entfernung möglich. Bei größeren Tumoren können während der Blasenspiegelung Proben zur Zellbestimmung entnommen werden. Weiterhin kann der Urin auf bösartige Zellen untersucht werden. Urintests zur Früherkennung von Blasenkrebs sind in der Entwicklung. Diese so genannte Urinmarkerdiagnostik sucht nach tumorspezifischen Stoffen im Urin.
Therapie
Grundsätzlich wird versucht, den Tumor so schonend wie möglich aus der Blase zu entfernen. Dies ist bei oberflächlich liegenden Krebstumoren während einer Blasenspiegelung möglich. Nicht selten tauchen nach einer solchen Entfernung weitere Tumore auf. Daher versucht man während der Entfernung sehr vorsichtig vorzugehen, sodass keine Tumorzellen in der Blase verbleiben. Nach der Entfernung werden zusätzlich Medikamente in die Blase eingebracht, die dort noch vorhandene Tumorzellen töten sollen. So wird das Risiko eines weiteren Tumorbefalls minimiert. Eine weitere Form der Krebsbehandlung ist die Bestrahlung, bei der durch radioaktive Strahlen die Krebszellen abgetötet werden sollen. Auch eine Chemotherapie, bei der medikamentös gegen den Tumor vorgegangen wird, kann hier Anwendung finden. Ist der Blasentumor bereits durch die Schleimhaut in das Muskelgewebe oder darüber hinaus gewachsen, muss die Blase vollständig entfernt werden. Weiterhin werden dabei auch alle umliegenden Lymphknoten entfernt, um mögliche Metastasen vorzeitig zu stoppen. Ein künstlicher Blasenausgang durch die Bauchdecke führt den Urin nach der OP in einen Plastikbeutel ab. Mögliche Folgen dieser Therapieverfahren gegen Blasenkrebs sind chronische Durchfälle und Inkontinenz.
Prognose bei Blasenkrebs
Je oberflächlicher der Tumor auf der Blasenschleimhaut sitzt, umso besser sind die Heilungschancen. Je tiefer der Tumor eingedrungen ist, umso schlechter stehen die Chancen geheilt zu werden. Mehr als dreiviertel aller Blasenkrebstumore sind zur Zeit der Diagnose oberflächlich. Daher sind die Aussichten günstig und eine Metastasierung relativ selten. Wenn die Tumorzellen jedoch bereits in die Muskelschichten der Blase durchgebrochen sind, besteht eine große Gefahr, dass sich Metastasen bilden, welche sich über die Blutbahn im gesamten Körper vor allem in Lunge, Knochen und Leber verbreiten können.
Blasenkrebs-Vorsorge
Regelmäßige urologische Vorsorgeuntersuchungen können mögliche Erkrankungen frühzeitig erkennen. Erreicht man das durchschnittliche Erkrankungsalter, sollte man diese Untersuchung einmal jährlich durchführen lassen. Hier bieten sich neben einer Ultraschalluntersuchung und einer Blasenspiegelung ein Urintest an.
Mit diesem Test wird im Urin der Tumormarker mit NMP22 bestimmt.



Vorbeugung
Eine Vielzahl der in Zigaretten enthaltenen schädlichen Stoffe wird über die Blase ausgeschieden. Sie wird so bei Rauchern stark krebserregenden Substanzen ausgesetzt. Daher besteht ein großer Risikofaktor für Blasenkrebs durch Rauchen. Der Verzicht auf das Rauchen ist daher der wirksamste Schutz vor Blasenkrebs. Einige chemische Stoffe stehen im Verdach blasenkrebserregend zu sein, so auch Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln. Ein unkritischer Gebrauch von Schmerzmitteln sollte ebenfalls vermieden werden. Auch der regelmäßige Konsum von hochprozentigen Alkoholika kann das Blasengewebe schädigen. Neben dem Vermeiden von Risikofaktoren ist es möglich, durch eine bewusste Ernährung das Krebsrisiko weiter zu senken. Neueste Untersuchungen aus den USA sprechen davon, dass Kaffee- und Teegenuss das Blasenkrebsrisiko senken kann. Weiterhin wurde bewiesen, dass ein starker Flüssigkeitskonsum das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken auf die Hälfte senkt. Laut dieser Studie sollte man am Tag mindestens zwei Liter Wasser trinken. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die viel Brokkoli und Kohl essen, ihr Blasenkrebsrisiko halbieren konnten. Verantwortlich für diesen Krebsschutz sind die im Kohl enthaltenden Antioxidantien. Auch der Verzehr von Rettich und Radieschen erzielte gute Ergebnisse in der Blasenkrebsvorbeugung. Das Krebsforschungsinstitut Heidelberg führt diese schützende Wirkung auf die in den Gemüsesorten enthaltenen Senföle zurück. Senföle verfügen über eine krebshemmende Wirkung. Bösartige Zellen werden schon in ihrer Entstehung gebremst. Weiterhin besitzen Senföle antioxidative und immunmobilisierende Fähigkeiten. Diese Senföle sind die typischen Duftstoffe der Kohlsorten und finden sich besonders konzentriert in Brokkoli, Rettich, Radieschen, Kohlrabi, Weiß- und Rotkohl.
 
Grafik Überlebensrate Blasenkrebs

Blasenkrebs – bessere Chance auf Heilung durch Früherkennung
28.750 Menschen in Deutschland erkranken pro Jahr an Blasenkrebs1 – alle 20 Minuten ein neuer Fall. Ärzte können Blasenkrebs inzwischen oftmals heilen. Eine wichtige Vorraussetzung für den Heilerfolg ist aber, die Erkrankung im Frühstadium zu entdecken. Wächst das Karzinom nur oberflächlich auf der Wand der Harnblase, überleben 95 Prozent der Betroffenen den Krebs um fünf oder mehr Jahre.2 Doch bei jedem dritten Patienten entdecken Urologen die Krebserkrankung erst, wenn das Karzinom bereits tiefer liegendes Gewebe erreicht hat. Damit sinkt die Chance auf Heilung beträchtlich. Die 5-Jahres-Überlebensrate nach Diagnose im fortgeschrittenen Krebsstadium beträgt nur noch 48 Prozent2 und ist ein Grund dafür, dass jährlich über 6.000 Menschen an Blasenkrebs sterben1.

Die Risikofaktoren zur Entwicklung eines Harnblasenkarzinoms – langjähriges Rauchen oder Arbeiten mit bestimmten chemischen Substanzen – sind gut bekannt. Urologen empfehlen Personen mit erhöhtem Risiko ab 50 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung auf Blasenkrebs. Dazu eignet sich der Tumormarker NMP22. Er entdeckt bereits oberflächlich wachsenden Blasenkrebs sehr sicher.3 So können Fachärzte die Diagnose von Blasenkrebs in einem frühen Stadium stellen. Dadurch verbessert sich die Überlebensrate der Betroffenen erheblich. Für die Untersuchung sind nur einige Tropfen Urin notwendig. Bereits nach 30 Minuten steht das Ergebnis fest.
  1. 1. Krebs in Deutschland 2003-2004. Häufigkeiten und Trends. 6. überarbeiteten Auflage. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2008.
  2. 2. Grossman HB et al. JAMA 2005;293:810-816.
  3. 3. Poulakis V et al. BJU International 2001;88(7):692-701.
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