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Geschrieben: 19. Juni, 2013 in Herz & Kreislauf
 
 

Blutdruck – Bluthochdruck und Blutniederdruck

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Zwei sehr unterschiedliche Leiden – die zirkulierende Kraft des Lebens

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Der Blutdruck

Den Druck, der im Adersystem des Menschen vorherrscht, nennt man Blutdruck. Nur mit einem ausgeglichenen Blutdruck können alle Organe mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Dieser Druck wird sowohl durch den Herzmuskel, das Blutvolumen und durch den Widerstand der Aderwände bestimmt. Immer wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, drückt er das Blut aus den Herzkammern. Wenn sich der Muskel maximal zusammengezogen hat, herrscht der höchste Wert des Blutdrucks. Hierbei handelt es sich um den systolischen Wert. Wenn sich das Herz wieder entspannt, fließt kein weiteres Blut aus dem Herzen: Der Blutdruck sinkt. Dieses ist der diastolische Wert. In diesen beiden Extremwerten wird der Blutdruck bestimmt. Gemessen wird der Blutdruck in der Maßeinheit „Millimeter Quecksilbersäule“ (mmHg).

Blutdruck Normalwerte

Systolischer Druck Diastolischer Druck
Blutniederdruck bis 110 mmHg bis 60 mmHg
Optimal 120 mmHg 80 mmHg
Normal bis 130 mmHg bis 85 mmHg
Hochnormal bis 140 mmHg bis 90 mmHg
Grenzbereich bis 160 mmHg bis 95 mmHg
Bluthochdruck über 160 mmHg über 95 mmHg


Bluthochdruck – Hypertonie

Von Bluthochdruck spricht man wenn die Blutdruckwerte über einen längeren Zeitpunkt die Werte 140 mmHg zu 90 mmHg überschreiten. In den westlichen Industrieländern leiden bis zu 5 Prozent der Bevölkerung an Bluthochdruck. Dieser Zustand ist jedoch den wenigsten Menschen bewusst.

Symptome des Bluthochdrucks

Ein erhöhter Blutdruck erzeugt keine Schmerzen und Beschwerden. Viele Betroffene merken nichts von ihren hohen Werten. Daher wird der Bluthochdruck auch als „silent killer“, als leiser Mörder, bezeichnet. Erste Anzeichen:

  • Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Nervosität

Ursachen des Bluthochdrucks

  • Übergewicht
  • erbliche Veranlagung
  • Alter
  • Stress
  • zu viel Kochsalz
  • zu viel Alkohol
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Nieren-Erkrankungen
  • Herz-Erkrankungen
  • Störungen im Hormonhaushalt
  • erhöhter Cholesterinspiegel

Folgeerkrankungen bei Bluthochdruck

Bei einem erhöhten Blutdruck werden die Gefäße stark belastet. Durch den zu hohen Druck können kleinste Risse entstehen, welche durch verschiedene Stoffwechselprozesse zu Verdickungen und Verhärtungen der Gefäßwände führen können. Diese Gefäßverengung, Arteriosklerose, ist umgangssprachlich als Arterienverkalkung bekannt. Durch diese Prozesse kann es bis zum Verschluss der betroffenen Gefäße kommen. Vor allem die kleinsten Blutgefäße werden in ihrer Struktur und Transportleistung beeinträchtigt.

Schädigungen unterschiedlicher Organe sind die Folge. Sowohl Herz, wie auch Augen, Nieren und vor allem das Gehirn sind von diesen Schäden betroffen. Wird ein dauerhaft erhöhter Blutdruck nicht bemerkt und behandelt, kommt es zu vielen verschiedenen Folgeerkrankungen.

  • Sehstörungen
  • Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen
  • Schlaganfall
  • Herzschwäche
  • Herzinfarkt

Therapie

  • Übergewicht reduzieren auf ein Normalgewicht (kann eine Senkungen von 5 bis 20 mmHg bewirken)
  • Ballaststoffreiche und fettarme Ernährung  (8 bis 14 mmHg)
  • Salz in der Nahrung vermeiden (2 bis 8 mmHg)
  • Weniger Alkohol trinken (2 bis 4 mmHg)
  • Stress vermeiden,  auf Entspannung achten
  • regelmäßige Bewegung einplanen (4 bis 9 mmHg)
  • mit dem Rauchen aufhören

Sowohl die Diagnose als auch die Therapie sind Sache eines Arztes. Eine Selbstmedikation ist nicht anzuraten! Aber auch in ärztlicher Behandlung ist es notwendig, dass der Patient aktiv mitarbeitet, um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Ärztlich verordnete blutdrucksenkende Medikamente können ebenso den Blutdruck regulieren, wie auch eine bewusste Ernährung und die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Folgende Vitamine, Nährstoffe und Mineralien wirken senkend auf den Blutdruck und verhindern schädliche Spätfolgen wie Arteriosklerose.

  • Magnesium (wirkt gefäßentspannend)
  • Calcium (Calciummangel kann Herzprobleme und Bluthochdruck begünstigen)
  • Kalium (Kalium wird für die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems benötigt)
  • Omega-3-Fettsäuren (Diese wertvollen Fettsäuren wirken blutdrucksenkend)
  • Vitamine A – C – E (Die Vitamine schützen die Gefäßwände vor Veränderungen der Arteriosklerose)

Blutniederdruck – Hypotonie

Unter Blutniederdruck versteht man bei Männern einen Wert unter 110/60 mmHg und bei Frauen unter 100/60 mmHg. Blutniederdruck ist oft eine Veranlagung. Nicht selten liegt er in der Familie. Aber niedriger Blutdruck ist keine ernsthafte Krankheit. Vielmehr minimiert ein niedriger Blutdruck sogar die Gefahr für Herz- und Gefäßerkrankungen.

Ursachen von Blutniederdruck

Viele Menschen mit einem schmalen schlanken Körperbau leiden an niedrigem Blutdruck. Auch eine Fehl- oder Mangelernährung kann den Blutdruck stark senken. Schwerwiegende Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, wie Herzklappenfehler, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen können jedoch auch hinter einem niedrigen Blutdruck stecken. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte daher ein Arzt aufgesucht werden. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes-Erkrankung sollten ärztlich ausgeschlossen werden.

Symptome des Blutniederdrucks

  • Leistungsschwäche
  • Schwindel
  • Ohrgeräusche
  • Augenflimmern
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Ohnmacht
  • Bewusstseinsstörungen

Therapie

Blutniederdruck muss nur in seltenen schweren Fällen behandelt werden. Hier werden Antihypotonika eingesetzt, welche über einen längeren Zeitraum den Blutdruck anheben.

Oft reichen jedoch schon einfache Verhaltensänderungen aus, um den Niederdruck zu beheben.

  • Bewegung um den Kreislauf anzukurbeln
  • auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichten
  • mehr trinken
  • salzreiche Nahrung

Vorbeugung

Alle Aktivitäten, die das Herz-Kreislauf-System anregen, können zur Vorbeugung gegen niedrigen Blutdruck eingesetzt werden. Körperliches Training durch Schwimmen, Laufen oder Radfahren stärkt den Kreislauf. Auch Wechselduschen (kalt-warm) und Kneippsche Anwendungen, wie kalte Armbäder oder Wechselfußbäder, sind zu empfehlen.

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