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Geschrieben: 19. Januar, 2015 in Brustkrebs | Krankheiten von A-Z
 
 

Brustkrebs: Ist Aluminium in Deos ein Risikofaktor?

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Das Haus ohne Deo zu verlassen, erscheint vielen Menschen nicht akzeptabel. Seit mehreren Monaten wird jedoch debattiert, ob die künstliche Frische ein Risikofaktor für Krebserkrankungen sein könnte. Unter Forschern herrscht hierbei immer noch kein Konsens. Die ungeklärte Frage ist, ob Aluminiumsalze, die man zum Beispiel in Deos und Schokoladenpapier findet, dem Organismus nachhaltig schaden können.


Experten sind sich nicht einig, ob Aluminium in Deos gefährlich ist, Fotoquelle: 123RF


In Deos sind Aluminiumchlorhydrate, Aluminiumchloride oder Aluminium-Zirconium-Hydrochlorid zum Beispiel dafür verantwortlich, eine Verengung der Poren zu erreichen. Das Ziel hierbei ist, den Schweißausbruch aus den Achseln zu hemmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfahl aufgrund der ungeklärten Sachlage im Februar 2014, vorsichtig zu sein. Bei Frisch rasierter Haut seien aluminiumfreie Deos zu verwenden, um den Organismus zu schonen.

Durch verletzte Haut gelangt mehr Aluminium in den Körper

Mittlerweile will das BfR einen Grenzwert für Aluminium in kosmetischen Produkten einführen. In einer Studie aus dem Jahr 2012 machte Alain Pineau aus Nantes Versuche mit Deorollern, -sprays und -sticks an isolierten Hautproben. (Quelle: welt.de) Der Forscher wendete den Stick an verletzter Haut an, wie man sie auch nach jeder Rasur vorfindet. Der Toxikologe fand heraus, dass durch die geschädigte Haut Aluminium in größeren Mengen eindringt als durch unverletzte Haut – und dies in einem höheren Maße als bisher vermutet: Statt 1,81 Mikrogramm je Quadratzentimeter konnte er nun 11,50 Mikrogramm je Quadratzentimeter feststellen.

Das Problem: Über die Ernährung gelangen ohnehin schon beträchtliche Mengen Aluminium in den Körper. Laut BfR kommt es dadurch zu einer konstanten Überschreitung des vertretbaren täglichen Grenzwertes. Eine Situation, die von der Behörde vehement angeprangert wird. Die neuesten Erkenntnisse erinnern an ältere Studien, die vergleichbar sind. Mehrere Wissenschaftler vertreten die These, das es einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Brustkrebs gibt.

Die Meinungen der Experten gehen auseinander

Guy Eslick von der Universität Sydney und sein Team haben im Jahr 2013 alle existierenden Studien nochmals überprüft. “Die Daten sind sehr widersprüchlich und dürftig”, erklärt er. “Aber bis jetzt gibt es keinen klaren Beweis, dass Aluminiumsalze aus Deos Krebs begünstigen.” Daher ist er der Ansicht, dass Frauen ohne weiteres Deodorants auftragen können. Alain Pineau aus Nantes kann diese Sichtweise nicht bekräftigen, ganz im Gegenteil: “Aluminium ist wahrscheinlich beteiligt, wenn Metastasen entstehen, also wenn der Brustkrebs streut.”

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