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Geschrieben: 20. Februar, 2014 in Aktuelles | Krebsvorsorge
 
 

Brustkrebs-Vorsorge: Regelmäßige Mammografie überhaupt sinnvoll?

Mammografie, Fotoquelle: 123RF
Mammografie, Fotoquelle: 123RF
Das Screening-Verfahren der Mammografie wurde in den späten 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts erstmals an der Leipziger Uniklinik angewandt. Damals war dies ein großer medizinischer Fortschritt, und es konnten immer mehr Frauen vor dem Risiko eines Brustkrebs bewahrt werden. Doch inzwischen ist es so, dass viele Patientinnen nach der Mammografie zu teuren Untersuchungen gedrängt werden, die eigentlich gar nicht nötig wären.

Mammografie, Fotoquelle: 123RF

Dies betraf in der Vergangenheit immerhin eine Frau von fast 500. Auch darf auf keinen Fall verkannt werden, dass die Untersuchung selbst ein nicht unerhebliches Risiko darstellt. Denn wenn die Röntgenstrahlen, die zum Einsatz kommen, auch so genannte „weiche“ sind, bergen sie doch eine nicht unerhebliche Belastung für die weibliche Brust.

Eine Mammografie birgt viele unerkannte Risiken

Die Ergebnisse einer Mammografie sind in manchen Fällen auch falsch, sodass eigentlich nicht betroffene Frauen mit der Diagnose eines beginnenden Brustkrebs konfrontiert werden. Sowohl die Bertelsmann-Stiftung als auch die Barmer Krankenkasse kommt nach einer Umfrage zu dem Ergebnis, dass außerdem die Informationslage heutzutage noch nicht ausreichend ist und bei vielen Frauen Unklarheiten bestehen. Angesichts des heutigen Überangebots an Informationen in den Medien mutet dies zwar seltsam an, doch ist es tatsächlich so, dass die Frauen die Erklärungen ihrer Krankenkasse und Arztes meistens nicht verstehen. Nur so ist es zu erklären, dass die Chancen einer Mammografie noch immer falsch eingeschätzt werden. Die erwähnte Studie wurde im Jahr 1980 begonnen, und seit damals hat sich nicht viel an der Sachlage geändert.
Auch sind sich erwiesene Experten noch immer nicht einig, inwieweit ein Screening für die Früherkennung von Brustkrebs von Nutzen ist. In diesem Zusammenhang darf nicht verschwiegen werden, dass die Mammografie selbst bei einigen wenigen Frauen die Bildung von Karzinomen anregt. So sollte eine solche Untersuchung nicht pauschal, sondern eher von Fall zu Fall anberaumt werden, wenn das Abtasten der Brust durch den Arzt einen Verdacht ergibt.

Die Mammografie kann individuelle Beratung nicht ersetzen

Bereits seit 2005 werden Frauen regelmäßig von ihren Krankenkassen eingeladen, sich einem Screening zu unterziehen. Ob diese modernen Untersuchungen jedoch wirklich die Todesraten infolge eines Brustkrebs reduzieren können, kann sich Fachleuten des Robert-Koch-Instituts zufolge erst 2015 herausstellen. Und haben sich die technischen Voraussetzungen der Mammografie in den letzten Jahren auch weiter entwickelt und verbessert, kann sie doch das vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzen. Denn im Fokus sollte vorrangig die Lebensqualität stehen, die jede Frau auch in Zukunft genießen soll.

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