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Geschrieben: 23. August, 2017 in Krankheiten von A-Z
 
 

CED – chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, abgekürzt CED. Sie sind die beiden am weitesten verbreiteten Vertreter dieser Krankheitsgruppe, kommen in etwa gleich häufig vor und zeichnen sich durch ähnliche Beschwerden aus: einer chronischen Entzündung im Verdauungstrakt, die zu Bauchschmerzen oder Durchfall führt.


Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Fotoquelle: 123RF

Deutschlandweit leiden mehr als 300.000 Menschen an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen. Bei den meisten Menschen tritt die Krankheit vergleichsweise früh auf, nämlich zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr.

 Neben Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen ist der Krankheitsverlauf in Schüben, bei dem sich beschwerdefreie Zeiten, die sogenannte Remission, mit Phasen abwechselt, in denen erneut Beschwerden auftreten, die sogenannten Rezidive, typisch für Crohn und Colitis. Wann der Wechsel von Rezidiv zu Remission oder umgekehrt stattfindet, ist jedoch genauso wenig vorherzusagen, wie ausgeprägt die Beschwerden sein werden. Unter Umständen ist es noch nicht einmal möglich, genau festzustellen, um welche der beiden Erkrankungen es sich handelt. Dann spricht man von der Colitis indeterminata.

Morbus Crohn

Morbus Crohn wurde erstmals 1932 vom amerikanischen Arzt Burril Bernard Crohn diagnostiziert und nach ihm benannt. Es handelt sich um eine chronische Entzündung des Verdauungstraktes, die auf dessen ganzer Länge auftreten kann, das heißt vom Mund bis zum Darmausgang. Relativ oft betrifft er den Übergang von Dünn- zu Dickdarm. Häufig kommt es im Darm auch zu lokal auftretenden Entzündungsherden innerhalb gesunder Darmabschnitte, die in alle Schichten der Darmwand vordringen können. Forschungen haben gezeigt, dass das Immunsystem eine entscheidende Rolle beim Auftreten eines Morbus Crohn hat. Wie genau die Zusammenhänge sind, konnte aber noch nicht abschließend geklärt werden. Die Bezeichnung „chronisch“ bedeutet, dass sich die Krankheit nicht heilen lässt. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Breitet sich die Entzündung über den Darm hinaus aus, können sich Fisteln, Abszesse, Vernarbungen und Darmverengungen bilden. Deshalb ist eine frühe Diagnose und Behandlung so wichtig.

Colitis ulcerosa

Auch die Colitis ulcerosa, übersetzt bedeutet das in etwa Dickdarmentzündung mit Geschwürbildung, kann nicht geheilt werden. Eine Behandlung zielt vielmehr darauf ab, Beschwerden möglichst langfristig zu lindern. Die Colitis ulcerosa betrifft hauptsächlich die Schleimhaut des Dickdarms und des Enddarms. Sie breitet sich vom Enddarm ausgehend gleichmäßig im Dickdarm aus und betrifft nur die oberste Schicht der Darmwand. Wie beim Morbus Crohn hat das Immunsystem entscheidenden Einfluss darauf, ob eine Colitis ulcerosa auftritt. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist deshalb wichtig, weil es durch die Entzündung im Darm mit der Zeit zu einer dauerhaften Schädigung des Organs kommen kann – genauso wie beim Morbus Crohn. Ist die Krankheit weit fortgeschritten, kann es Komplikationen kommen, beispielsweise Blutungen oder einer Aufblähung des Darms in deren Folge ein Darmdurchbruch droht.

Ursachen für eine CED

Die Gründe für die Entwicklung einer CED sind multifaktoriell, d.h. sie basieren auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die über Ausbruch und Schwere der Erkrankung entscheiden. Zum einen gibt es die genetische Komponente. Leiden enge Familienmitglieder an einer CED ist das Risiko, ebenfalls eine CED zu entwickeln, leicht erhöht. Daneben wurde festgestellt, dass Menschen mit einer CED eine veränderte Darmschleimhaut aufweisen. Das ist insofern ein Problem, als die Schleimhaut als Barriere dient, die verhindert, dass Bakterien und andere Fremdstoffe durch die Darmwand in den Körper gelangen. Durch die Veränderung der Darmschleimhaut ist dieser Schutz gestört, wodurch das Immunsystem aktiv wird. In der Folge kommt es zu Entzündungen. Schließlich spielt auch der Lebensstil eine Rolle. Das wird auch durch die Datenlage gestützt. Denn in Nordamerika und Nordeuropa treten CED häufiger auf, als in Südeuropa, Südamerika, Afrika und Asien. Der Lebensstil in den westlichen Industriestaaten scheint demnach einen Einfluss auf die Häufigkeit von CED zu haben.

CED und Darmkrebsrisiko

Wer an einer CED erkrankt ist, hat ein generell erhöhtes Risiko, an Darmkrebs, dem kolorektalen Karzinom, zu erkranken. Dauer und Schwere der Erkrankung spielen ebenfalls eine Rolle. Betroffene sollten sich dieser Gefahr bewusst sein und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Diese bestehen in der Regel aus einer Darmspiegelungen mit Biopsie. Ab wann und wie oft eine solche Vorsorgeuntersuchung angebracht ist, weiß der Arzt am besten. Fragen Sie ihn!

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