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Geschrieben: 10. August, 2013 in Schmerz
 
 

Chronische Schmerzen – Qual ohne Ende?

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Schmerzen sind wichtige Körpersignale für den Menschen. Sie signalisieren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Im Körper sind so genannte Schmerzrezeptoren verteilt, die Reize wahr nehmen, über Nervenbahnen an das Rückenmark weiterleiten und von dort über Botenstoffe (Neurotransmitter) an das Gehirn geleitet werden. Die Informationen werden ausgewertet und der Mensch weiß, wo es ihm weh tut.

Es kann aber auch passieren, dass der Schmerz seine Signalfunktion verloren hat, z. B. dann, wenn sich aufgrund permanenter Schmerzreize die beteiligten Nervenzellen verändern. Sie reagieren dann noch empfindlicher und signalisieren schon bei der leichtesten Berührung „Schmerz“. Das Gehirn speichert nun diese unnormalen Schmerzsignale, reagiert nicht mehr auf äußere Reize, sondern sendet seinerseits Schmerzempfindungen aus. Die Schmerzen sind chronisch geworden und haben sich zu einer eigenständigen Erkrankung entwickelt.

Ursachen für chronische Schmerzen

Die Auslöser sind vielfältig. Man spricht von chronischen Schmerzen, wenn der eigentliche Schaden, z. B. eine Verletzung oder ein Unfall, behoben ist, der Schmerz aber – im Gegensatz zum akuten Schmerz – bleibt und länger als sechs Monate andauert. Hinzu kommen noch stoffwechselbedingte Veränderungen, die (Sauerstoffmangel des Gewebes) das Schmerzgeschehen noch unterstützen.

Die häufigsten chronischen Schmerzformen sind:

  • Rückenschmerzen, z. B. nach Bandscheibenvorfall
  • Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzen)
  • Rheumatische Schmerzen (Arthritis, Fibromyalgie etc.)
  • Neuralgien (Gürtelrose, Trigeminusneuralgie)
  • Tumorschmerzen
  • Degenerative Schmerzen (Osteoporose, Arthrose)
  • Phantomschmerzen (z. B. nach einer Amputation)

Qual ohne Ende?

Für Patienten mit chronischen Dingen können selbst alltägliche Dinge wie Anziehen, Waschen, Sitzen, Bücken oder Stehen zur Qual werden. Viele Betroffene sind nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Erschöpfung sind die Folge. Freunde, Partner und Familien werden vernachlässigt und die Betroffenen geraten immer mehr in eine Isolation. Chronische Schmerzpatienten sind depressiv und verlieren jede Lebensfreude. Für viele beginnt sie Suche nach dem „richtigen“Arzt.

Wie kann man chronische Schmerzen behandeln?

Jede Form von Schmerz sollte ernst genommen und entsprechen behandelt werden. Die symptomatischen, schmerzbetäubenden Maßnahmen – ob physisch oder chemischer Art – werden nur begrenzte Linderung verschaffen. Bei der Schmerzbehandlung ist es entscheidend, ein „Umfeld“, z. B. mit naturheilkundlichen Maßnahmen, vorzubereiten, wo die Schmerzphänomene ursächlich behandelt werden.

Mit einer Kombination sich ergänzender Verfahren kann man – entsprechend den vielfältigen Ursachen und Faktoren dieses Krankheitsbildes – ein Therapiekonzept erstellen, das sowohl körperliche, seelische und auch soziale Aspekte umfasst. So genannte komplementäre Behandlungsmethoden sollten in der Schmerztherapie nicht fehlen. Dazu zählen die Akupunktur oder die transkutane Elektro-Nerven-Stimulation, aber auch eine spezielle, für Schmerzzustände entwickelte Kombinationstherapie u.a. mit Neuraltherapie, Homöopathie sowie immunologische Behandlung wirkt sehr effektiv.

Es ist wichtig, den Teufelskreis von Schmerzerfahrung, Verkrampfung und Angst vor neuen Schmerzen zu unterbrechen. Autogenes Training, Meditation, Muskelentspannung nach Jacobsen, aber auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, z. B. Ernährung, können den Schmerzalltag positiv beeinflussen.

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