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Geschrieben: 20. April, 2017 in Ernährung | Ratgeber Tipps & Trends
 
 

Das gesunde Hühnerei, Cholesterinbombe oder nicht? Eine späte Rehabilitation

43834751 - eggs, chicken egg
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Viele Jahre lang litten Eier unter dem Ruf, wahre Cholesterinbomben zu sein. Wer zu viele Eier aß, so lautete die geläufige Lehrmeinung, der gefährdete sein Herz-Kreislauf-System. Doch die neuere Forschung widerspricht dem. Die Angst vor dem Cholesterin in Eiern sei unbegründet.
Doch woher kommt der Sinneswandel?

Hühnereier, Fotoquelle 123RF

Zwei bis drei Eier pro Woche, nicht mehr. Das war lange Zeit Konsens. Begründet wurde diese sehr restriktive Regelung mit dem hohen Cholesteringehalt von 220 Milligramm pro mittelgroßem Ei. Doch aktuelle Studien zeigen nun, dass der Cholesteringehalt in Nahrungsmitteln im Allgemeinen und in Eiern im Besonderen den Cholesterinspiegel gesunder Menschen kaum beeinflusst. Selbst der Verzehr mehrerer Eier am Tag stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. Denn Cholesterin in Nahrungsmitteln wird nur begrenzt vom Körper aufgenommen. Den Großteil des Cholesterins produziert der Körper in der Leber selbst. Lediglich der geringere Teil wird über die Nahrung, besonders über tierische Fette aus Milch, Butter, Fleisch und Wurst, aufgenommen. Bei einem Überangebot von Cholesterin kann der Organismus außerdem seine eigene Cholesterinproduktion drosseln.

Eier sind wertvolle Lebensmittel

Ernährungswissenschaftler vollziehen derzeit eine 180-Grad-Wende: Vom potenziell schädlichen Nahrungsmittel werden Eier nun zu gesunden Lebensmitteln. Denn sie enthalten nicht nur hochwertiges Protein, das das Sättigungsgefühl verstärkt, sondern auch viele Vitamine (D, B, K), Mineralstoffe und Jod. Außerdem enthalten Eier einen Stoff, der sowohl unsere Nerven stärkt und so die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung erhöht, als auch die Leber und die Dickdarmschleimhaut schützt: Lecithin. Eier bieten also viele gesundheitliche Vorteile – von den kulinarischen einmal ganz zu schweigen.

Wann ist eine Beschränkung des Eierkonsums sinnvoll?

Problematisch ist der Eierkonsum für jene Personengruppe, die bereits unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet. Das trifft besonders auf Typ-2-Diabetiker zu. Deren Blutwerte sind ohnehin schon schlecht eingestellt. Eine Gefahr, die Experten herausstellen, ist die mögliche Kristallisation des Cholesterins. Dadurch können die Fresszellen des Immunsystems das Cholesterin schlechter beseitigen und es bilden sich sogenannte Inflammasome, die entzündliche Reaktionen hervorrufen können. Durch atherosklerotische Ablagerungen verengen sich die Gefäße und es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch bei einem LDL-Cholesterin-Wert über 200 bzw. einer ausgeprägten Sensibilität für Cholesterin sollte man auf ein Zuviel an Eiern verzichten. Gesunde Menschen müssen jedoch keine Zurückhaltung üben.

Ein ungleiches Geschwisterpaar: LDL- und HDL-Cholesterin

Cholesterin ist ein Baustein aller Zellen und unentbehrlich für die Produktion von Gallenflüssigkeit, Hormonen und Vitamin D. Außerdem beeinflusst Cholesterin das Immunsystem und hat Auswirkungen auf unseren Gemütszustand. Doch eigentlich gibt es nicht „das eine Cholesterin“, denn Mediziner unterscheiden zwei Arten: Da wäre zum einen das „gute“ HDL-Cholesterin. Dieses schützt die Blutgefäße, indem es für den Abtransport des zweiten, des „schlechten“ LDL-Cholesterins sorgt, das sich an den Gefäßwänden anlagert. Die Einteilungen in „gut“ und „schlecht“ sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Beide Arten sind Teil eines Systems und notwendig.

Es gibt durchaus Risikofaktoren

Auch wenn Cholesterin in Lebensmitteln im Normalfall eine weitaus geringere Bedeutung für unsere Gesundheit hat, als bisher angenommen, gibt es auch echte Risikolebensmittel. Die enthalten viele gesättigte Fettsäuren, die den Wert des „schlechten“ LDL-Cholesterins in die Höhe treiben. Hierzu gehören zum Beispiel frittierte Speisen wie Pommes Frites, Chips, Cracker, aber auch manches Gebäck und fettes Fleisch. Solche Speisen sollte man tatsächlich nur in Maßen zu sich nehmen. Außerdem spielen Sport, das Rauchen und der Alkohol nachgewiesenermaßen eine große Rolle bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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