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Geschrieben: 24. Juli, 2013 in Aktuelles | Krebs im Kindesalter
 
 

Das Waldpiraten-Camp macht krebskranken Kindern Mut

Waldpiraten 1785
Waldpiraten 1785
Vor fünf Jahren wurde das Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung mit dem Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge ausgezeichnet. 2009 wurde die im gesamten deutschsprachigen Raum einmalige Freizeiteinrichtung für krebskranke Kinder von der renommierten Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten als eines von 365 herausragenden Projekten in Deutschland ausgewählt.

Seit 2003 gibt es die Einrichtung am Rande des Heidelberger Stadtwalds, in der krebskranke Kinder nach der langen Therapie Abstand von der schweren Krankheit gewinnen und in ungezwungener Atmosphäre Kraft, Mut und neues Selbstvertrauen tanken können. Und in dieser Zeit kann das Waldpiraten-Camp, das die jährlichen Kosten von rund einer Million Euro fast ausschließlich aus Spenden finanziert, auf eine wohl einzigartige Erfolgsgeschichte zurückblicken.

„Als Ende 1998 die Idee konkrete Formen annahm, ähnlich wie in den USA und in Irland ein solches Camp zu bauen, gab es durchaus auch Skepsis“, erinnert sich der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Ulrich Ropertz. „Insbesondere die Kosten waren ein Faktor, der uns manch schlaflose Nacht gekostet hat.“ Als dann 2001 die ersten Bagger anrückten, um im Heidelberger Stadtwald, wo nach langer Suche ein ideales Gelände für das Projekt gefunden worden war, mit dem ehrgeizigen Vorhaben zu beginnen, gehörten die Sorgenfalten schon bald der Vergangenheit an. Die regionalen Elternvereine unterstützten das Projekt ebenso wie zahlreiche Freunde und Förderer. Als das rund 14.000 Quadratmeter umfassende Areal dann zwei Jahre später seiner Bestimmung übergeben wurde, waren so viele Spenden eingegangen, dass es praktisch schuldenfrei war.

Heute gehören die vielfachen Deutschen Fußballmeister Bayern München und VfB Stuttgart ebenso zu den Unterstützern des Waldpiraten-Camps wie etwa die Isabell-Zachert-, die Dietmar-Hopp- oder Jose-Carreras-Stiftung, viele Unternehmen, Vereine, Schulen und unzählige Einzelpersonen. Es ist noch nicht lange her, da flatterte die Fahne mit dem Waldpiraten-Logo sogar auf dem Gipfel des Kilimandscharo in Afrika – eine von vielen Aktionen, mit denen das Camp regelmäßig unterstützt wird. Unzählige Journalisten von Zeitungen und Zeitschriften, von Hörfunk und Fernsehen haben immer wieder über das Camp berichtet.

Die moderne Anlage bietet für die krebskranken Kinder aber auch für ihre Geschwister unter Anleitung erfahrener Pädagogen und geschulter Betreuer ein breit gefächertes Spektrum sportlicher und spielerischer Aktivitäten. Die Palette reicht von Theater spielen, Basteln und Werken sowie vielfältigen Sportangeboten bis hin zu Entspannungsübungen. Besondere Attraktion sind der Hochseilgarten, der den Kindern nicht nur Schwindelfreiheit, sondern auch eine gehörige Portion Mut abverlangt und das vor einigen Jahren neu entstandene Kommunikationszentrum.

Seit der Eröffnung 2003 ist das Waldpiraten-Camp ständig ausgebucht. Mehr als 3.500 junge Leute haben bislang an den Camp-Freizeiten teilgenommen, die in der Regel zehn Mal im Jahr stattfinden. Neun Tage dauert in der Regel der Aufenthalt, maximal 45 Kinder und Jugendliche – aufgeteilt in Altersgruppen – können von März bis Oktober jeweils dabei sein. Neben den Freizeiten finden in der Heidelberger Einrichtung auch zahlreiche Wochenendveranstaltungen statt. Dazu gehören beispielsweise Junge-Leute- und Familienseminare, Seminare für Alleinerziehende oder für die örtlichen Elterngruppen und Fördervereine sowie Fortbildungen. Dabei geht es um den Austausch von neuen medizinischen Erkenntnissen und Behandlungsverfahren, sozialrechtlichen Informationen oder der Reflexion und Aufarbeitung von Fragen und Konflikten, die sich durch die Krankheit stellen, ebenso wie um schmerzliche Fragen über Tod und Trauer.

Für Gabriele Geib, die das Waldpiraten-Camp seit seiner Eröffnung leitet, fällt das Fazit im zehnten Jahr des Bestehens rundum positiv aus: „Wenn es das Camp nicht gäbe, müsste man es ganz schnell erfinden.“ Ähnlich sieht es die 14-jährige Janine – sicher auch ein Stück stellvertretend für die vielen Kinder, die in den vergangenen Jahren in Heidelberg waren: „Durch das Camp wurde mir erst klar, dass ich viel mehr drauf habe, als ich dachte. Und ich finde, ihr gebt mir und vielen Kindern nach einer ganz schweren Zeit wieder neuen Mut. Das Camp ist einfach nur toll.“

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