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Geschrieben: 24. Oktober, 2014 in Entspannung | Gesundheit
 
 

Den Ursachen von Schlafstörungen auf den Grund gehen

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Wer kennt es nicht: Nach einer nicht wirklich erholsamen Nacht ertönt das Klingeln des Weckers. Träge und neben der Spur erledigt man die Aufgaben des Tages, jedoch mit großer Mühe. Viele Menschen ertragen solche Nächte ohne Schlaf, wenn sie nicht so oft vorkommen. Werden die Schlafprobleme aber zum Dauerthema, nehmen viele Betroffene übereilt Schlafmittel ein.



Im Umgang mit Schlafmitteln ist Vorsicht geboten, Fotoquelle: 123RF


Rar sind die Hürden, die einen von der Einnahme von Tabletten abhalten: Es gibt ein breites Produktspektrum, von pflanzlichen Mitteln, die den Schlaf auslösen, bis hin zu Mitteln synthetischer Art, die eine lange Zeit der Beruhigung erzeugen und so den Schlaf begünstigen. Die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen Erika Fink warnt jedoch: „Wenn Schlaftabletten über längere Zeit eingenommen werden, liegt darin schon eine gewisse Gefahr.“ Die Wirkung der Mittel hält sehr lange an, so dass Patienten am folgenden Tag noch schläfrig und träge in ihren Handlungen sein können, vor allem wenn der Konsum von Alkohol hinzukam.

Risiko der Gewöhnung oder sogar der Abhängigkeit

Was vielen nicht bekannt ist: Die durch Präparate eingeläutete Nachtruhe ist nicht so wertvoll wie der natürliche Schlaf. Man fühlt sich weniger ausgeruht, entspannt und kraftvoll. Selbst ein Austausch des Präparats kann die Situation nicht verbessern. „Auch länger eingenommene rezeptpflichtige Präparate führen zur Gewöhnung, sogar zur Abhängigkeit“, gibt Erika Fink zu bedenken. Nimmt man keine Mittel mehr, so kommt es oft erneut zu Schlafproblemen. Viele Betroffene reagieren darauf mit der Einnahme von mehr Präparaten. Ist man in solchem Maße an die Mittel gewöhnt, braucht es eine lange Zeit ohne Schlaftabletten, um sich wieder zu entwöhnen.

Es kann viele Gründe für Schlafstörungen geben: Ängste, Chronische Erschöpfung (Burn-Out-Syndrom), Dauerstress, Erkrankungen und Lärm können genauso Ursprünge sein, wie auch ein unausgelichener Alltag bezüglich Alkohol- und Kaffeekonsum, Bewegung, Essen und Schlafenszeiten. Alte Menschen haben oftmals Muskelleiden oder rheumatische Schmerzen, die den Schlaf stören. Hilfreicher als Schlafmittel wäre in diesem Fall eine Schmerzbehandlung. Auch Schilddrüsenerkrankungen und Wechseljahresleiden können die Nachtruhe erschweren. Depressionen, Herzerkrankungen, hoher Blutdruck sowie Krankheiten, die Atembeschwerden erzeugen, stören die nächtliche Erholung. Bestimmte Medikamente können ebenfalls zu einer Beeinträchtigung des Schlafes führen.

Dauerhafte Schlafstörungen sind keine Kleinigkeit

Bei seinem Apotheker kann man sich stets beraten lassen. Allerdings sollten Betroffene alle Arzneien, die sie einnehmen, selbst ausgesuchte sowie vom Mediziner verschriebene, in der Apotheke vorlegen. „Da kann durchaus das ein oder andere dabei sein, das schlafstörende Substanzen enthält“, erläutert Erika Fink. Andauernde Schlaflosigkeit ist keine Kleinigkeit. Sie bedarf einer tiefgründigen Diagnose und der Behandlung der entsprechenden Auslöser. Erika Fink führt weiter aus: „Die Behandlung ist zwar nicht immer leicht, aber den meisten kann geholfen werden. Voraussetzung ist, dass sich Patienten nicht kritiklos jedes Medikament selbst verordnen, sondern beizeiten fachlichen Rat einholen.“

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

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