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Geschrieben: 16. Januar, 2018 in Aktuelles
 
 

Der Süße Fluch – Wie Zucker unsere Gesundheit zerstört

32826920 - woman eating fast food at work. isolated.
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Nun ist es amtlich: Die Deutschen konsumieren zu viel Zucker. Das sagt zumindest die Weltgesundheitsbehörde. Wirklich überraschend ist diese Erkenntnis aber nicht. Bemerkenswert ist aber, dass es dabei nicht um den natürlichen Zucker geht, sondern um den „versteckten“ Industriezucker, der in Fertigpizza oder Fruchtjoghurt enthalten ist.

„Bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln kommt meist nicht der bekannte Haushaltszucker, sondern künstlich hergestellte Süßungsmittel zum Einsatz, die den menschlichen Körper zusätzlich schädigen“, warnt Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura. Erschwerend kommt hinzu, dass Anfang Oktober eine EU-Verordnung zum Einsatz von Industriezucker wegfiel. Daher wird es für Lebensmittelproduzenten in Zukunft einfacher sein, beliebig viel des günstigen Industriezuckers in ihren Produkten zu „verstecken“.

Folgen eines erhöhten Zuckerkonsums sind gefährlich

Zucker ist nicht per se schädlich und verdammenswert. Der menschliche Körper nutzt Zucker als Energielieferanten. Mit normalen Mengen Zucker kommt der Stoffwechsel gut zurecht. Kritisch wird es jedoch bei den industriell gefertigten und genutzten Fructosemischungen, beispielsweise der Isoglucose. Die ist besonders günstig herzustellen – und somit auch sehr verbreitet. Eine 2013 veröffentlichte Studie der Yale-Universität kommt zu dem Schluss, dass der vermehrte Verzehr von industriell gefertigter Fructose einer der wichtigsten Gründe für die grassierende Fettleibigkeit der amerikanischen Gesellschaft ist. „Besonders tückisch an Fructose: Das Appetitzentrum des Gehirns reagiert nicht darauf. Somit setzt nach dem Verzehr entsprechender Lebensmittel kein Sättigungsgefühl ein und die Lust auf weitere Mahlzeiten und Snacks hält an“, verdeutlicht Dr. Fink-Tornau.

Gesunde Alternativen zum Industriezucker

Auch in Deutschland wird der Anteil industriellen Zuckers aller Wahrscheinlichkeit nach ansteigen. Um eine Überzuckerung zu vermeiden, bleibt den Verbrauchern dann nur, sich eingehender damit zu befassen, was sie essen. Industrieprodukte sind generell sehr kritisch zu sehen. Sie kosten zwar wenig Geld und kaum Zeit bei der Zubereitung. Ihren Tribut fordern sie dennoch, und zwar in Form von möglichen gesundheitlichen Langzeitschäden. Selber kochen ist immer besser. Dabei muss man noch nicht einmal auf Süße verzichten! In vielen Supermärkten finden Verbraucher mittlerweile natürliche und gesunde Alternativen zum Industriezucker, zum Beispiel Getreidesüße aus Bio-Mais oder Kokosblütenzucker. Die Zeiten, als man sich vertrauensvoll in die Hände von Lebensmittelproduzenten begab, diese sogar als Partner bei der gesunden Ernährung betrachtete, sind jedenfalls längst vorbei. Eher sind Misstrauen und Vorsicht angebracht – fast so wie bei einem Fremden, der einem auf der Straße Süßigkeiten anbietet.

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