0
Geschrieben: 10. Dezember, 2014 in Diabetes | Krankheiten von A-Z
 
 

Diabetes: Forscher entdecken eine Verbindung mit der Demenz

30095131_M
30095131_M
Die Zahl der Diabetes-Erkrankungen weltweit steigt und viele Menschen müssen die schmerzvollen Konsequenzen ertragen: Herzinfarkt, Nierenschäden oder Schlaganfall – all diese Erkrankungen können aufgrund des weitverbreitetsten chronischen Leidens in Erscheinung treten. Eine neue Studie zeigt nun: Diese Aufzählung muss noch um ein zusätzliches schweres Leiden ergänzt werden, die Demenz.


US-Forscher haben einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Demenz entdeckt, Fotoquelle: 123RF


Wissenschaftler um Elizabeth Selvin von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-University haben herausgefunden, dass Personen, die im mittleren Alter Diabetes bekommen, im höheren Alter ein größeres Risiko haben, unter Wortfindungshemmungen oder verminderten Gedächtnisfähigkeiten zu leiden – beides gängige Symptome für Demenz (Quelle: spiegel.de). In den „Annals of Internal Medicine“ berichten die Forscher, dass Diabetes das Gehirn um ungefähr fünf Jahre altern lässt: Im Schnitt hat ein 60-jähriger Diabetiker die gleichen kognitiven Möglichkeiten wie ein 65-Jähriger, der gesund ist.

Studie enthüllt eine um 19 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Demenz

Für die Studie hatten die Forscher Fakten der Aric-Untersuchung bearbeitet, einer Langzeitstudie, für die die Bürger aus vier unterschiedlichen US-Städten ab 1987 fünf mal überprüft werden sollten – das letzte Mal 2013. Bei der ersten Überprüfung waren die Probanden im Schnitt 57 Jahre alt. Die Wissenschaftler stellten einen Vergleich zwischen dem Verlust von kognitiven Möglichkeiten mit steigendem Alter, der in älteren Untersuchungen ermittelt wurde, und dem der Aric-Betroffenen auf. So fanden sie heraus, dass Probanden mit Diabetes oder einer frühen Form der Krankheit eine um 19 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Demenz-Anzeichen in der überprüften Zeit von 20 Jahren aufwiesen.

Bei der Studie berücksichtigten die Wissenschaftler den Alkohol- und Zigarettenkonsum, den Bildungsstand, Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen  und den Body-Mass-Index der Teilnehmer. Ein Beweis für eine faktische kausale Verbindung ist die Untersuchung nicht. Die Verbindung ist statistisch belegt, die Gründe hierfür können aber vielfältig sein. Die Forscher hatten zusätzlich noch das Problem, dass sie immer weniger Teilnehmer hatten: Bei der ersten Überprüfung waren es ungefähr 13500 Menschen, bei der abschließenden nur noch ungefähr 6000.

Motivation für einen gesunden Lebenstil

„Das Wissen über die Ursachen für kognitive Schädigungen während der mittleren Lebensphase könnte eine große Motivation dafür sein, langfristig einen gesunden Lebenstil zu führen“, erklärt Richey Sharrett, einer der Verfasser der Untersuchung. In den Vereinigten Staaten, der Heimat der Verfasser der Studie, sind ungefähr zehn Prozent der Menschen – etwa 21 Millionen US-Amerikaner – Diabetiker. Laut Hochrechungen könnten es 2035 weltweit 600 Millionen sein. „Wenn wir uns bei der Diabetesprävention verbessern, verbessern wir uns auch im Kampf gegen Demenz“, erläutert Elisabeth Selvin. Sie fügt hinzu: „Wer mit 70 geistig fit sein möchte, muss mit 50 gesund essen und sich körperlich fit halten.“

Print Friendly, PDF & Email
War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertung bisher)
Loading...