0
Geschrieben: 19. Mai, 2015 in Diabetes | Krankheiten von A-Z
 
 

Diabetisches Fußsyndrom: Im schlimmsten Fall droht eine Amputation

19610545_S
19610545_S
Diabetes ist eine schlimme Erkrankung. Durch das Zusammenspiel aus Alterungsprozess, zu viel Nahrung, zu viel Sitzen und zu viel Stress bildet sich eine Giftmischung im Organismus, die die Stoffwechselerkrankung hervorrufen kann. Dank einer Diät, Insulinspritzen und antidiabetischen Arzneien kann man die Erkrankung zwar erfolgreich therapieren und muss nicht mehr wie einst mit einem frühzeitigen Ableben rechnen. Leider werden die Füße durch das Leiden unempfindlich.

Bei Diabetes empfiehlt sich eine regelmäßige Fußpflege, Fotoquelle: 123RF

Womit die mehr als sechs Millionen deutschen Diabetiker zu kämpfen haben, geht weit über den Verzicht auf Torten oder auf die kontinuierliche Untersuchung des Blutzuckers hinaus. Risikoreiche Folgeleiden wie Erblindungen, neurologische Beeinträchtigungen oder Nierenschäden gehören zu Beschwerden, mit denen Erkrankte leben müssen. Zu den lästigsten Folgeerscheinungen gehört das Diabetische Fußsyndrom. In den letzten Jahren war die Häufigkeit der Amputationen oberhalb des Knöchels (Majoramputation) zwar rückläufig, die Häufigkeit der Minoramputationen nimmt bei Diabetikern in Deutschland jedoch zu.

Die diabetische Neuropathie tritt schleichend in Erscheinung

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass man die diabetische Neuropathie nicht sonderlich gut beherrschen kann. Der Angiologe Hubert Stiegler und der Gefäßchirurg Richard Brandl schreiben in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ von diesem Syndrom, bei dem die Schmerzempfindsamkeit durch Beeinträchtigungen der Durchblutung und der Nervenversorgung in Füßen und an den Unterschenkeln in hohem Maße abnimmt. (Quelle: welt.de) Die Betroffenen nehmen anfangs nur ein lästiges Kribbeln oder eine überraschende Wärme an den Füßen wahr.

Hier aber lauert die Gefahr: „Das Empfinden für Vibration, Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur ist vermindert oder aufgehoben“, erklären die Diabetes-Forscher aus München. „Die Patienten nehmen Wunden, Verbrennungen oder Verbrühungen nicht mehr wahr.“ Kleinere Verletzungen werden so gut wie oder gar nicht mehr wahrgenommen, durch einfallende Erreger besteht dann die Gefahr von starken Entzündungen bis zu einem Gangrän („Faulbrand“). Laut Zahlen der Experten aus München kommt es bei 25 Prozent aller Diabetiker zu einem Diabetischen Fußsyndrom. Bei ungefähr 15 Prozent lässt sich eine Amputation nicht vermeiden.

Das komplexe Krankheitsbild ist der Grund für die Amputationen

Das Diabetische Fußsyndrom (abgekürzt DFS) ist der Grund für ungefähr 50 Prozent aller Krankenhausaufenthalte von Diabetikern. Die Gefahr, eine Amputation vornehmen lassen zu müssen, ist bei ihnen über 20 Mal größer als bei Patienten ohne Diabetes. Faktisch gesehen müssen also jeden Tag bei 110 Diabetikern Zehen, Füße oder sogar ein Bein amputiert oder teilamputiert werden. Der Grund für die zahlreichen Amputationen ist die Komplexität des Krankheitsbildes. Eine Umfrage bei 400 Diabetes-Patienten ergab, dass jedem dritten von ihnen nicht bewusst ist, in welchem Maße ihre Füße gefährdet sind. Nur 42 Prozent pflegen ihre Füße manchmal oder bei Gelegenheit.

Print Friendly, PDF & Email
War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 bewertungen, duchschnittlich: 5,00 out of 5)
Loading...