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Geschrieben: 05. Dezember, 2013 in Blasenkrebs | Krebsvorsorge
 
 

Diagnose oder Verdacht auf Blasenkrebs: Wichtige Informationen und Hinweise

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Jedes Jahr wird in Deutschland bei etwa 29.9001 Menschen ein bösartiger Harnblasentumor diagnostiziert. Beim Mann stellt der Blasenkrebs die zweithäufigste urologische Tumor-Art dar. Gerade bei Frauen stieg jedoch die Zahl der Blasenkrebs-Neuerkrankungen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Inzwischen übersteigt sie die Anzahl der Gebärmutterhalstumor-Neuerkrankungen (1.921 und 1.596) in Deutschland. Dennoch hat es sich leider nicht bis ins „allgemeine“ Bewusstsein verbreitet, dass es sich beim Blasenkrebs um eine schwerwiegende Erkrankung mit möglicher Todesfolge handelt.



Blasenkrebs – Zahlen und Fakten

Die folgenden Zahlen aus Deutschland stellen die Häufigkeit, sowie den Anstieg der Diagnose „Blasenkrebs“ sehr deutlich dar:

Zeitraum von fünf Jahren (hochgerechnet für 20102)

Häufigkeit, sowie Anstieg der Diagnose "Blasenkrebs"Seit 1990 hat die Häufigkeit um etwa 45% bzw. 60% zugenommen. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland 128.800 Männer, bei denen die Ersterkrankung bereits mehr als 10 Jahre zurückliegt – das entspricht 2% der männlichen Bevölkerung über 70 Jahre.

Großer Unterschied in der Sterblichkeitsrate

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2010 sind Männer zweieinhalb Mal häufiger von Blasenkrebs betroffen – 21.420 Männer im Vergleich zu 8.480 Frauen. Die relative Sterberate hingegen liegt bei Frauen höher: Laut RKI liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Frauen bei ca. 70%, also 5% unterhalb der von Männern mit Blasenkrebs3. Ein möglicher Grund: Bei Frauen wird die Erkrankung erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt bzw. diagnostiziert, da Symptome wie Blut im Urin oft nicht zu eine direkten Arztbesuch führen. Dies, in Kombination mit einem verspäteten Behandlungsbeginn, scheint die Ursache der höheren Sterblichkeitsrate bei Frauen zu sein.

Risikogruppen!

Wir sind wieder einmal beim leidigen Thema Rauchen. Als Raucher hat man ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, wie ein Nichtraucher. Rauchen gilt damit als größter Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs.

Das Risiko einer Erkrankung steigt zudem durch den häufigen Umgang mit krebserregenden Chemikalien. Aus diesem Grund zählt der Harnblasenkrebs für einige Berufsgruppen zu den anerkannten Berufserkrankungen.

Als besonders gefährdet gelten die folgenden Berufsgruppen:

  • Feuerwehrleute
  • Friseure
  • Beschäftigte in der Chemie-, Farb-, und Lederindustrieb
  • Personen, die mit Teer und Bitumen arbeiten.

Ein erhöhtes Risiko besteht zudem bei Patienten, die eine Strahlentherapie im kleinen Becken durchlaufen, oder eine chronische Infektion der Harnwege aufweisen.

Erkennbare Warnsignale

Besonders gefährlich macht den Blasenkrebs, dass er in einem relativ späten Stadium zu klinischen Symptomen wie Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen führt.

Eine sichtbare Blutbeimengung im Harn (Makrohämaturie) ist das häufigste, primäre Anzeichen für ein Harnblasenkarzinom. Jedes Auftreten dieses Symptoms, sei es schmerzlos oder auch noch so gering und/oder einmalig, kann ein Indiz für einen Blasentumor darstellen.

Weitere Anzeichen für eine Erkrankung können wiederkehrende Blasenentzündungen, Brennen beim Wasserlassen, gesteigerter Harndrang und stechende Schmerzen beim Entleeren der Blase sein. Nehmen Sie Anzeichen, die „nur“ auf eine Blasenentzündung hinweisen, nicht auf die leichte Schulter. Es könnte sein, dass dies Symptome für einen Blasentumor sind. Hierfür ist zum Zwecke der gründlichen Abklärung eine urologische Untersuchung ratsam. Ab dem 40. Lebensjahr sollte bei Personen mit erhöhtem Risiko regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung des Harns auf Blutspuren durchgeführt werden. Sprechen Sie Ihren Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen einfach darauf an. Denn die spezifische Vorsorgeuntersuchung und Früherkennung beim Facharzt hat eine entscheidende Bedeutung: Je kleiner und oberflächlicher der Tumor ist, desto besser ist die Prognose, also im Endeffekt die Überlebenschance des Patienten.

Untersuchungsarten für die Früherkennung und Vorsorge

Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung stehen für die frühzeitige Selektion von Patienten mit möglichem Blasenkarzinom einfach durchzuführende, sensitive Urintests zur Verfügung. Eine möglichst frühe Diagnose der Erkrankung und eine entsprechende Therapie tragen entscheidend zur Überlebensrate des Patienten bei. Sollten Sie sich bei einer der vorgenannten Risikogruppen wiederfinden, so ist es ratsam, einen schnellen, einfachen und nicht-invasiven Test durchführen zu lassen, der zusammen mit herkömmlichen Diagnoseverfahren die Erkennung und Überwachung von Blasenkrebs unterstützt. Dies ist vor allem für all jene eine Option, die eine Blasenspiegelung ablehnen.

1 Quelle: Krebsregister Robert-Koch-Institut 2010 – Projektion, basierend auf den Inzidenzraten von 2006
2,3
Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.

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