0
Geschrieben: 08. August, 2014 in Gesundheit | Psyche & Nerven
 
 

Die innere Stimme: Freund oder Feind?

26736017_S
26736017_S
Wer kennt sie nicht, die innere Stimme, die einem zuflüstert, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll? „Lass mal lieber gut sein!“ oder „Das ist nichts für dich!“ lauten entmutigende Parolen des kleinen Mannes im Ohr, wenn dieser sich mal wieder von seiner ängstlichen Seite zeigt. Viele Menschen fühlen sich von diesem negativen Einfluss belastet. Das Gehirn kann aber durchaus lernen, wieder optimistische Botschaften zu formulieren.

Kann bedrückend sein: Die innere Stimme, Fotoquelle: 123RF

In vielen Fällen ist es eine anstehende Veränderung, die der Auslöser für die innere Entmutigung ist. Einen Schlußstrich in der Beziehung ziehen, eine neue berufliche Orientierung oder einen Ortswechsel anstreben: Die Gründe können verschieden sein, das Ergebnis ist meistens ein Ansteigen der Angst, bis die Betroffenen kaum noch in der Lage sind, ihren Alltag in irgendeiner Form zu verändern. Oftmals werden die negativen Leitsätze auch aus dem familiären Umfeld oder dem Freundeskreis übernommen. „Unser Umfeld beeinflusst uns“, erklärt die Diplom-Psychologin Carin Cutner-Oscheja aus Hamburg (Quelle: welt.de).

Krisen kommen der inneren Stimme sehr gelegen

Viele Betroffenen können sich nicht erklären, warum die innere Stimme plötzlich so negativ und aufdringlich in Erscheinung tritt. Oft taucht sie nämlich erst in Zeiten auf, in denen Menschen seelisch geschwächt sind. Alltägliche Probleme im Beruf oder in der Liebe, persönliche Sorgen oder eine allgemeine Verstimmung ebnen den negativen Stimmen den Weg. Der Diplom-Psychologe Tim Grosch aus Berlin kennt das Phänomen: „Oft öffnen kleine depressive Verstimmungen, Ängste oder ein Knacks im Selbstbewusstsein den inneren Stimmen Tür und Tor.“

Da in vielen Fällen ein Ursprung des negativen Einflusses im familiären Umfeld festzumachen ist, gilt es, sich mit dieser Problematik intensiv auseinanderzusetzen. So kann es sein, dass Grundsätze, die die Eltern vorgelebt haben, für das Leben des Betroffenen nicht gelten. Eine andere Möglichkeit, die negativen Stimmen hinter sich zu lassen, besteht darin, positive Gedanken zu trainieren. Die Psychologin Cutner-Oscheja warnt jedoch davor, die schlechten Gedanken unterdrücken zu wollen: „Verdrängung kann die Stimmen noch lauter und eindringlicher machen.“

Allen Stimmen Gehör verschaffen

Nicht alle von Angst geprägten Gedanken sind grundsätzlich schlecht. Ein erster Gedanke, der in diese Richtung geht, kann durchaus ein sehr nützlicher sein. Letztlich kann Vorsicht durch persönliche Erfahrung begründet sein, wenn man beispielsweise in bestimmten Situationen oft Rückschläge erlitten hat. Cutner-Oscheja hält es aber für wichtig, der Vielfalt der Stimmen Gehör zu verschaffen: „Bringen Sie Ihre inneren Stimmen an einen Tisch und hören Sie genau hin, was alle zu sagen haben.“ Sollten sich die inneren Stimmen jedoch einem normalen Leben ernsthaft in den Weg stellen, so sollte man ärztlichen Rat aufsuchen, da sonst das Risiko besteht, Angststörungen, ein Burn-Out oder Depressionen zu entwickeln.

War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertung bisher)
Loading...