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Geschrieben: 05. Dezember, 2014 in Aktuelles | Reisen & Erholen
 
 

Die Reisebüros sind zurück

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Bestellt man im Internet einen Pullover, so kann man ihn schnell umtauschen, falls er nicht passt. Der Käufer schickt ihn zurück und da das sehr viele Kunden tun, ist das Geschäft im Web doch nicht so leicht wie vermutet. Auch das Buchen einer Urlaubsreise scheint kein so leichtes Unterfangen zu sein. Der Umtausch einer Reise gestaltet sich schwierig, insbesondere, wenn die Reise schon angetreten ist. Viele Kunden sehen das Buchen im Internet mittlerweile skeptischer als zuvor.

Reisende buchen ihren Urlaub wieder öfter im Reisebüro, Fotoquelle: 123RF

Die Anzahl der Reisebüros in Deutschland steigt zum ersten Mal seit zehn Jahren. Reisebüros hielt man in Deutschland viele Jahre für überpräsent, wie etwa Apotheken und Filialen von Banken. Diese Ansicht war weit verbreitet, auch Profis aus dem Tourismusgeschäft sahen das Reisebüro als etwas an, das es schon bald nicht mehr geben würde. Teilweise ist dies auch korrekt: Wer heutzutage einen Flug, ein Hotel oder einen Mietwagen bucht, erledigt dies meist eigenhändig im Web.

Bei teuren Reisen ist der Bedarf an umfassender Information größer

Einer Studie der GfK-Marktforscher zufolge steigt die Nachfrage nach teuren Reisen, bei denen es in besonderem Maße darauf ankommt, im Vorfeld gut Informiert zu werden. Es handelt sich um Pauschalreisen, für die man mehr als 3000 Euro pro Person zahlt und die somit fast doppelt so teuer wie die üblichen Reisen sind. Einen großen Teil bilden Kreuzfahrten, die sich sehr gut verkaufen und die für die Reiseveranstalter ein besseres Geschäft darstellen als zum Beispiel ein Strandurlaub. Dies könnte der Grund sein, dass die Online-Reisebüros 2014 beim Umsatz nur noch um ein bis zwei Prozent anwachsen werden, was dem Wachstum der klassischen Reisebüros entspricht.

Noch letztes Jahr verzeichneten die Internet-Portale mit Rundum-Angeboten von Pauschalreisen eine Wachstumsrate mit einem hohen einstelligen Wert. Der neue DRV-Präsident Norbert Fiebig zeigt sich überrascht von der Trendwende: „Das widerspricht ein Stück weit dem, was wir erwartet haben.“ (Quelle: sueddeutsche.de) Scheinbar bietet der sich grundsätzlich vergrößernde Markt ausreichend Möglichkeiten für viele Verkaufsplattformen. Nur in politisch schwankende Länder wie beispielsweise Ägypten oder Thailand reisen momentan weniger Urlauber. Der Gesamtbilanz der Urlaubsindustrie schadet dies allerdings kaum.

Reiseunternehmen investieren wieder in Reisbüros

„Bis auf das Wirtschaftskrisenjahr 2009 ist unsere Branche dabei stetig gewachsen. So auch in diesem Jahr wieder“, erklärt Fiebig. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 erreichte der Wirtschaftszweig sogar seine Kapazitätsgrenze, etwas was Fachleute aus zahlreichen anderen Branchen nur im Traum erleben. Laut Fiebig sind es nicht allein die Urlauber, die verstärkt in die Reisebüros kommen, auch die führenden Reiseunternehmen nehmen die Verkaufsplattform Reisebüro wieder „ernster als früher“. Momentan investieren Unternehmen wie DER, Thomas Cook und Tui wieder in eigene Reisebüros. Die Gesamtanzahl wuchs bisher schon um hundert auf 9829 Reisebüros, seit 2004 war sie konstant gesunken.

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