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Geschrieben: 14. September, 2013 in Bewegungsapparat | Ernährung
 
 

Die richtige Ernährung bei Rheuma!

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Ist die Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen wichtig? Diese Frage wird seit langem kontrovers diskutiert. Es gibt spezielle „Rheuma-Diäten“ und eine Fülle von Ernährungsempfehlungen, die man bei rheumatischen Erkrankungen beachten muss. Einige enthalten oft widersprüchliche Ratschläge und versprechen manchmal sogar Heilung. Neuere Forschungsergebnisse konnten jedoch jetzt zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen Ernährung und entzündlich-rheumatischen Erkrankungen besteht.

Die Krankheit kann zwar nicht durch die Ernährung geheilt werden, doch man kann zumindest gewisse positive Wirkungen erzielen. Rheumatische Erkrankungen sind meistens chronisch. Daher gelten Ernährungsempfehlungen somit für lange Zeit. Auch kann es kein einheitliches Rezept oder „Diät“ für die richtige Ernährung bei Rheuma geben, da die Erscheinungsformen dieser Erkrankung sehr vielschichtig sind.

Wichtigstes Ziel der Ernährungstherapie ist die Entzündung zu hemmen. Für die Entstehung von entzündlich rheumatischen Erkrankungen ist die Arachidonsäure von zentraler Bedeutung. Diese Säure ist in allen tierischen Lebensmitteln in unterschiedlicher Konzentration enthalten, also in Fleisch-Wurstwaren, Eiern und Milchprodukten. Der tägliche Bedarf an Arachidonsäure für den Körper beträgt weniger als 1mg. Mit der üblichen fleischhaltigen Ernährung werden etwa 200 bis 400 mg Arachidonsäure aufgenommen. Empfohlen wird jedoch eine Zufuhr von weniger als 50 mg pro Tag. Rheumapatienten sollten daher diejenigen Lebensmittel meiden, die eine hohe Konzentration dieser Säure haben.
Weitere Ziele der Ernährungstherapie sind, die Einnahme von Medikamenten (z. B. Kortison, Antirheumatika) zu reduzieren und den durch die Bewegungseinschränkung und Medikamenteneinnahme entstandenen Knochenabbau zu reduzieren.

Ernährungstipps für Rheumatiker:

  • Ausreichend Gemüse, Obst, Sojagerichte (als Fleischersatz) essen. Vegetarische Kost ist frei von Arachidonsäure. Dies gilt auch für Nüsse. Auf diese Weise kommt es zu einer ausreichenden Versorgung mit Vitaminen, Calcium und Spurenelementen. Hülsenfrüchte, Lauch, Mangold, Fenchel, Broccoli, Spinat, Grünkohl sind wertvolle Eiweiß und Calcium-Lieferanten. Getreide- Vollkornprodukte, Reis oder Kartoffeln können uneingeschränkt verzehrt werden
  • Reichlich Ballaststoffe zu sich nehmen. Die Entschlackung und Entgiftung des Körpers wird gefördert
  • Fisch hat einen besonderen Stellenwert. Er enthält zwar die Arachidonsäure, aber auch die gesunden Omega-3-Fettsäuren (vor allem fette Seefische wie Thunfisch, Makrele, Hering)
  • Tierische Koch- und Streichfette vermeiden. Statt dessen hochwertige Öle wie Walnuss-, Weizenkeim-, Rapsöl oder Olivenöl verwenden. Sie enthalten viel Alpha-Linolsäure, die die Umwandlung der Linolsäure zu Arachidonsäure hemmt, und Vitamin E, ein wichtiges Antioxidans
  • Konsum von tierischem Eiweiß reduzieren (Ausnahme Fisch), z. B. auf zwei kleine Mahlzeiten pro Woche
  • Keinen Alkohol trinken
  • Übergewicht vermeiden, da Gelenke durch zu starke Belastung gefährdet werden
  • Mangelzustände vermeiden. Gerade bei streng vegetarischer Kost genau auf die Ernährungszusammenstellung achten

Da viele rheumatische Erkrankungen häufig mit einem hohen Verlust an Lebensqualität einhergehen, sollte man besonders auf eine liebevolle und schmackhafte Zubereitung der Speisen achten. Rheumapatienten sollten die Ernährung nicht zu dogmatisch sehen oder sogar Schuldgefühle entwickeln, weil sie trotz ihrer Erkrankung Wurst oder Fleisch gegessen haben. Es gilt: Eine gesunde Lebensführung im allgemeinen ist speziell bei rheumatischen Erkrankungen sinnvoll und empfehlenswert.

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