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Geschrieben: 11. Dezember, 2014 in Atemwege | Gesundheit
 
 

Die richtige Luftfeuchtigkeit während der kalten Jahreszeit

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Wehmütig denkt man an kalten Tagen an den Sommer zurück, als man noch von warmer und frischer Luft umgeben war. Mittlerweile haben unsere Schleimhäute mit stickiger Heizungsluft zu kämpfen. Viele fragen sich, ob es hilfreich ist, die Luft zu befeuchten. In der Tat begünstigt eine gesteigerte Luftfeuchtigkeit die Atmung, da sie  gewährleistet, dass die Schleimhäute nicht austrocknen. Sind die Schleimhäute trocken, so kommt es häufiger zu Infekten und Nasenbluten.

Gerade im Winter sollte man gelegentlich stoßlüften, Fotoquelle: 123RF

Eine Studie aus Amerika konnte belegen, dass Grippeerreger in trockener Luft länger ansteckend bleiben. Auch eine trockene Haut hat eine höhere Tendenz zu Entzündungen, Reizungen und Rötungen. Dr. Norbert Mülleneisen vom Vorstand des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen erläutert: „Wenn Sie die trockene Luft zum Husten reizt, oder sich an der Schleimhaut der Nase sogenannte Borken bilden, könnte Handlungsbedarf bestehen.“ (Quelle: apotheken-umschau.de). Bei Borken handelt es sich um Verkrustungen von gelbgrüner bis schwarzer Färbung.

Eine kurze Stoßlüftung alle zwei, drei Stunden ist ideal

Mit Hilfe eines sogenannten Hygrometers kann man die Luftfeuchtigkeit präzise messen. Geräte dieser Art sind günstig im Fachhandel erhältlich. Die Luftfeuchtigkeit sollte idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent liegen. „Andernfalls kann sich vermehrt Schimmel bilden, weil sich zum Beispiel an kalten Stellen der Wände viel Feuchtigkeit niederschlägt“, erklärt Mülleneisen. „Und Schimmel reicht bereits etwas Feuchtigkeit und die Zellulose der Tapete zum Wachsen“, ergänzt der Allergologe und Pulmologe.

Viele Menschen kippen ihre Fenster leicht, auch über Nacht. Hiervon versprechen sie sich ein gutes Maß an frischer Luft. Mülleneisen erklärt, dass diese Art des Lüftens eher ungeeignet ist: „Denn dann bilden sich eben rund um die Fenster kalte Stellen, an denen sich die Feuchtigkeit niederschlägt. Ideal wäre, alle zwei, drei Stunden die Fenster komplett aufzumachen und für eine kurze Stoßlüftung zu sorgen.“ Gewiss lässt sich dies nicht immer mit unseren Arbeits- und Schlafgewohnheiten in Einklang bringen. Welche Faktoren sorgen dafür, dass die Luft befeuchtet wird? Ein wichtiger Faktor sind wir selbst, da wir ununterbrochen mit Wasserdampf angereicherte Luft ausatmen und auf diese Weise jede Nacht etwa einen halben Liter verdunsten.

Vorsicht mit Zimmerspringbrunnen

Manche Menschen haben Zimmerspringbrunnen auf Ultraschall-Verneblerbasis in ihrem Zimmer. Dieser Geräte sind eher schädlich, da sie sogenannte Aerosole bilden. Hierbei handelt es sich um flüssige Schwebeteilchen, die über die Atmung bis zu den Lungenbläschen vordringen können. Sie können Allergene oder Erreger tief in die Lunge übertragen, falls sich im Gerät derartige Keime entwickelt haben. Mediziner nennen die Erkrankung, die eine Entzündung der Lungenbläschen hervorruft, „Zimmerspringbrunnenalveolitis“. Ihre Symptome sind Atemnot, Fieber, Husten und Schüttelfrost.

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