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Geschrieben: 04. Juli, 2013 in Magen & Darm
 
 

Reisediarrhoe – Therapievorschlag bei Reisedurchfall

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Wertvolle, verlorene Urlaubstage durch verdorbenes Essen – wer kennt das nicht? Als Folge davon ist Durchfall (Diarrhoe) eine der häufigsten Gesundheitsstörungen auf Reisen. 30-50 Prozent aller Fernreisenden sollen von „Montezumas Rache“ betroffen sein. Unter einer Reisediarrhoe versteht man eine Infektionserkrankung des Darmes, die durch die ausgeschiedenen Gifte (Toxine) verschiedener Bakterien, vor allem von Escherichia Coli (ETEC), oder Viren verursacht wird.

Unser Darm ist von verschiedenen Bakteriengruppen besiedelt, die normalerweise dort auch nützliche Aufgaben erfüllen. Kommen andere Bakterien (länderspezifisches Vorkommen) hinzu, wird dieses Gleichgewicht empfindlich gestört. Die Toxine dieser Bakterien rufen an der Darmwand eine Entzündung hervor, die sich als Durchfall manifestiert. Die einheimische Bevölkerung ist gegen diese Toxine meist immun und erkrankt nicht.

Wie bekommt man eine Reisediarrhoe?

Am häufigsten trifft es die Urlauber in den ersten drei Tagen. Die Ursachen sind vielfältig. Hier sind die wichtigsten:

  • Zeitverschiebung, Klimawechsel
  • Mangelnde und schlechte hygienische Verhältnisse im Reiseland. Dazu zählen vor allem südliche Länder (Südeuropa, Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien)
  • Geänderte Ess-, Trinkgewohnheiten und Lebensweise
  • exotische Gewürze und Gerichte mit ungewohnten Zutaten
  • persönliche Anfälligkeit
  • zu kalte Getränke
  • zu intensives Sonnenbaden
  • bakterielle Verunreinigung des Trinkwassers (Infektionen!)

Welche Symptome treten auf?

Die Hauptsymptome der Erkrankung sind Übelkeit, Erbrechen und wässrige Durchfälle. Manchmal kommt Fieber hinzu. Von Durchfall spricht man bei mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag.

Tipps zur Vorbeugung

Beachten Sie entsprechende Hygienemaßnahmen bei Fernreisen:

  • Trinkwasser entkeimen, z. B. durch 5 minütiges Abkochen oder mittels spezieller Filter oder Tabletten. Ansonsten kann man Mineralwasser benutzen, auch zum Zähneputzen
  • Rohe Lebensmittel vermeiden (Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte)
  • Auf kalte Vorspeisen, Salate oder Desserts verzichten
  • Obst nur (eigenhändig!) geschält verzehren
  • Vorsicht bei Gerichten von Straßenverkäufern, diese sind meist nicht durchgegart
  • Getränke nicht zu kalt trinken (am besten ohne Eiswürfel)
  • Eine Faustregel sagt: „Cook it, peel it or forget it!“ Das heißt, auf alles besser verzichten, was man nicht schälen oder kochen kann.

Sollte es Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Durchfall auftreten, besteht kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen, bei leichten bis mittelschweren Sommer- oder Reisedurchfällen, können die Medikamente aus der Reiseapotheke helfen. Bei schweren Infektionen mit langandauerndem Durchfall, evtl. mit Fieber und Blutbeimengung im Stuhl, muss ein Arzt aufgesucht werden!

Behandlung

Eine Behandlungsmöglichkeit bietet die Homöopathie. So sollten Nux vomica D6, Veratrum album D6 (abwechselnd eingenommen) sowie Okoubaka D3 (auch vorbeugend) in Ihrer Reiseapotheke nicht fehlen. Weiterhin kann man Präparate mit natürlichen Hefen und Bakterien, die die krankmachenden Keime verdrängen bzw. den Wiederaufbau der geschädigten Darmflora unterstützen, nehmen. Diese können auch von Kindern und zur Prophylaxe eingenommen werden.

Wichtig ist außerdem, reichlich zu trinken, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralien verliert, scharfe Gewürze und fette Nahrung zu vermeiden. Bis es Ihnen wieder besser geht, sollte der Verdauungstrakt mit leichter Diät geschont werden, z. B. mit Zwieback und leicht gesüßtem Kamillentee.
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