0
Geschrieben: 08. Dezember, 2014 in Aktuelles | Krankheiten von A-Z
 
 

Ebola: Deutschland sendet Labor nach Mali

30482572_M
30482572_M
Die Bundesregierung hat ein transportables Labor nach Mali geschickt, in dem man Viren wie den Ebola-Erreger eindeutig feststellen kann. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts gab dies bekannt. Ende Oktober entdeckte man den ersten mit Ebola infizierten Patienten in Mali, wo seit April 2013 Soldaten aus Deutschland an einer Ausbildungsmission teilnehmen. In dem Labor können Infizierte nicht behandelt werden. Es geht in erster Linie um eine eindeutige Diagnose.

Nach der Bearbeitung im mobilen Labor können Proben ohne Gefahr untersucht werden, Fotoquelle: 123RF

Das Labor ermöglicht die Arbeit mit dem hochgradig ansteckendem Erreger und wird dazu dienen, Ebola-Erkrankungen von anderen Leiden wie Lassafieber oder Malaria abzugrenzen, die in Mali verbreitet sind und gerade im frühen Stadium fälschlicherweise als Ebola diagnostiziert werden können. Laut Auswärtigem Amt unterstützt die Bundesregierung das Labor finanziell und will den Gesundheitsbereich in Mali weiter ausbauen. Laut Berichten der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es in Mali bisher mindestens acht Ebola-Fälle, sechs von ihnen verliefen tödlich.

Abtöten der Erreger in den Proben ermöglicht Analyse

Fünf der Verstorbenen hatten sich bei einem Imam aus Guinea infiziert, bevor dieser Ende Oktober in einem Krankenhaus seinem Leiden erlag. In Mali werden aktuell mehr als 300 Menschen beobachtet, die in Verbindung zum Imam standen. 75 von ihnen sind Angehörige eines Krankenpflegers, der sich bei der Therapie des Imams angesteckt hatte. Die Beobachtung von Menschen, die in Verbindung zu Erkrankten standen, wird als effektivste Art angesehen, die Verbreitung des Erregers einzuschränken.

Das neue Labor in Mali ist auf die gleiche Weise aufgebaut wie drei „European Mobile Labs“, die von der Europäischen Kommission schon vor Monaten nach Guinea, Liberia und Nigeria und geschickt worden sind. Zentrales Element der vier europäischen Labore ist eine Handschuhbox, in der die hochgradig ansteckenden Proben bearbeitet werden können. In diesem komplett abgekoppelten Kasten wird den Blutproben ein Mittel zugeführt, das sämtliche Viren effektiv abtötet. Die Laborfachkräfte können dann die Proben außerhalb der Handschuhbox untersuchen, ohne dass ein gesundheitliches Risiko bestünde.

Handschuhbox wurde in Deutschland entwickelt

Die faltbare Handschuhbox ist eine Errungenschaft von Fachkräften des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in Neuherberg bei München. Dort befindet sich auch ein weiteres Labor dieser Art, in dem bisher die Mitarbeiter für die Handhabung mit der Labortechnik in schwierigen Situationen ausgebildet wurden. Nach der Entdeckung des ersten Ebola-Erkrankten in Mali im Oktober, hatte man erwägt, das Labor aus Neuherberg nach Mali zu transportieren. Dadurch wäre jedoch ein Defizit in der Schulung der neuen Labormitarbeiter in Kauf genommen worden. Aufgrund der aktuellen Situation in Mali hat die Bundeswehr beschlossen, drei weitere mobile Labore in Auftrag zu geben.

Print Friendly, PDF & Email
War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertung bisher)
Loading...