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Geschrieben: 25. August, 2014 in Aktuelles | Gesundheit
 
 

Ein Termin beim Facharzt erfordert Geduld

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Wer einen Arzt aufsucht, muss oftmals lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Bei Facharztterminen dauert es bei ungefähr jedem vierten Patient länger als drei Wochen. Die Bundesregierung kündigte eben neue Maßnahmen an, um diese Wartezeiten zu verkürzen. Eine aktuelle Umfrage, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Auftrag gegeben wurde, zeigt einen leichten Anstieg der Wartezeiten gegenüber dem Vorjahr auf.

Nicht nur im Wartezimmer müssen Patienten lange warten, Fotoquelle: 123RF

Die von der Forschungsgruppe Wahlen ins Leben gerufene Studie umfasste 6000 Teilnehmer. 24 Prozent der befragten Patienten gaben an, mehr als drei Wochen auf einen Facharzttermin gewartet zu haben. Im Jahr zuvor hatten nur 21 Prozent diese Angabe gemacht. Was ebenfalls aus der Studie hervorging, war dass die Mehrzahl der Ärzte Patienten, die privat versichert waren, gegenüber Kassenpatienten bevorzugten. Im Schnitt mussten nur fünf Prozent der privat Versicherten länger als drei Wochen auf einen Termin warten. Bei den Kassenpatienten waren es 13 Prozent, die eine solche Wartezeit in Kauf nehmen mussten.

Regierung will Termin-Servicestellen einrichten

Die Bundesregierung will das Problem mit den Wartezeiten angehen. Aus diesem Grund steht die Ärztevereinigung künftig in der Pflicht, sogenannte Termin-Servicestellen zur Verfügung zu stellen, bei denen sich Patienten melden können, die schon lange warten. Im Zeitraum von vier Wochen sollen diese Servicestellen dann einen Arzt für die Patienten finden oder eine ambulante Therapie in einer Klinik in die Wege leiten. Soweit der Plan, der im Herbst seine gesetzliche Festigung erfahren soll.

Ärzte zeigen sich von dem Entwurf wenig begeistert. Der KBV-Chef Andreas Gassen erklärt hierzu: „Wir lehnen eine zentrale Lösung ab, da diese nicht nur die Arztfreiheit aufhebt, sondern auch dem Wunsch vieler Patienten entgegenläuft.“ (Quelle: sueddeutsche.de) Gassen vertritt die Ansicht, dass viele Patienten zu einem bestimmten Facharzt möchten und ihnen wenig gedient wäre, wenn die Servicestelle sie zu einem anderen Arzt schickt. Dies deckt sich mit Ergebnissen der Studie: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Ihnen ein Termin bei einem bestimmten Facharzt wichtig sei. Nur 19 Prozent der Befragten hingegen beschwerten sich über lange Wartezeiten.

Über neue Steuerungsmöglichkeiten nachdenken

Eine Frage, die viele Ärzte beschäftigt, ist wie man Patienten besser den Weg zum richtigen Arzt weist. Gassen ist der Ansicht, dass man überlegen sollte, wie neue Steuerungsmöglichkeiten aussehen könnten. Die hohen Wartezeiten entstehen hauptsächlich bei Ärzten, die sehr gefragt sind. Eine Wiedereinführung der Praxisgebühr, die die Patienten von überflüssigen Arztterminen abhalten sollte, halten die Ärzte jedoch für wenig hilfreich. So ergab die Umfrage, dass die Patienten nicht öfter ihren Arzt aufsuchen als in den Vorjahren, als die Praxisgebühr noch erhoben wurde.

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