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Geschrieben: 28. Oktober, 2013 in Aktuelles
 
 

Einsparungen bei Medikamenten? Angepeilt, aber weit verfehlt!

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Der Arzneiverordnungsreport 2013 gibt an, dass die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr um
2,6 Prozent auf 30,6 Milliarden Euro angestiegen sind. Nicht wirklich eine Einsparung, oder? Rund 3,7 Milliarden Euro hätten gespart werden können, ohne dass Patienten schlechter versorgt worden wären, sagte Herausgeber Ulrich Schwabe.


Fotoquelle: © digitouch

Alleine 2,5 Milliarden Euro hätten gespart werden können, wenn man auf teure sogenannte Analog-Präparate verzichtet hätte, die nur geringfügig anders wirken als frühere Mittel.

Politisch gewollt – kaum umgesetzt

Das politisch gewollte Sparziel von zwei Milliarden Euro soll unter anderem durch die steigende Überprüfung von Mitteln auf ihre erhöhe Wirkung hin – im Gegensatz zu ihren Vorgängern – geschehen. Dies passiert gemäß der Reform des Medikamentensektors AMNOG. Der hierfür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Krankenkassen, Ärzten und Kliniken hat bisher 48 neue Wirkstoffe bewertet. Alleine diese Überprüfungen haben Einsparungen von 120 Millionen Euro gebracht.

Doch leider sind Medikamente, die weiterhin Patentschutz genießen und schon länger auf dem Markt sind, gerade in Deutschland oft um ein vielfaches teurer, als in anderen europäischen Ländern.

Nun kommen auch oft millionenfach verordnete Mittel auf den Prüfstand des G-BA. Sechs Gruppen von Medikamenten machten im Frühjahr den Anfang. Diese Medikamente werden gegen Schmerzen, Herzleiden, Diabetes und andere Krankheiten verschrieben und haben ein geschätztes Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro.

Bereits in den Vorgängerreports hatte es geheißen, dass die Ärzte reihenweise neue teure Mittel ohne zusätzlichen Nutzen verschreiben. Die Pharmaindustrie warf den Herausgebern methodische Mängel vor, aufgrund derer sie zu übertriebenen Sparmöglichkeiten kämen.

Wer ist verantwortlich?

So schieben sich die Parteien den „schwarzen Peter“ immer wieder gegenseitig zu. Man kann die Interessen auf beiden Seiten verstehen, die einen wollen Umsätze und Rendite, die andere Einsparungen und günstige Medikamente. Es wird sehr schwer sein, diese beiden – eigentlich nicht miteinander zu vereinbarenden – Ziele auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Und doch müssen sich beide Seiten irgendwann einigen, eher früher als später. Denn die steigenden Kosten im Gesundheitssektor müssen wieder in „gesunde“ Bahnen gelenkt werden.

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