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Geschrieben: 22. Oktober, 2014 in Erkältung | Krankheiten von A-Z
 
 

Erkältung: Sieben gängige Trugschlüsse

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Wenn Erkältungen wieder verstärkt im Umlauf sind, neigen wir dazu, dem persönlichen Gesundheitsgefühl, den Ratschlägen von Bekannten oder den Versprechen der Werbung zuviel glauben zu schenken. Um dem entgegenzuwirken, hier eine Auswahl weit verbreiteter Irrtümer zum Thema Erkältung.



Über Erkältungen kursieren viele Irrtümer, Fotoquelle: 123RF

1. Eine Erkältung lässt sich mit Arznei schnell überwinden

Dies ist ein großer Irrtum! In der Regel dauert es etwa 14 Tage, bis eine Erkältung vollständig auskuriert ist. Medikamente können diese Dauer nicht verringern. Lediglich die Symptome werden mit Hilfe von Arznei wie zum Beispiel Halstabletten oder Nasenspray gelindert. Um eine Verschleppung der Erkältung zu unterbinden, ist Ruhe absolut empfehlenswert.

2. Am hilfreichsten sind Kombipräparate

Dies stimmt nicht! Flüssige Präparate dieser Art haben einen Alkoholgehalt von bis zu 18 Prozent, können Patienten fahruntüchtig machen und eignen sich nicht nicht für jeden. Patienten mit Asthma, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen, sowie Kinder sollten von derartigen Präparaten die Finger lassen. Empfehlenswert sind Präparate, die auf die vorhandenen Symptome eingehen. Im Fall eines Schnupfens ist es beispielsweise sinnlos, ein Kombipräparat gegen Husten und Schnupfen einzunehmen.

3. Erkältung und Grippe sind dasselbe

Viele, die unter einer Erkältung leiden, halten ihre Erkrankung für eine Grippe, was meistens nicht der Fall ist. Eine Erkältung schwächt zwar, doch ist das kein Vergleich zur Grippe, die noch viel einschränkender wirkt. Es ist eine intensive Erkrankung, die im Fall von alten und empfindlichen Menschen sogar zum Tod führen kann. Die Entwicklung einer Erkältung ist unauffällig, während es bei einer Grippe sehr rasch zu Appetitlosigkeit, Fieber und Schüttelfrost kommt. Auch nach der akuten Krankheitsphase einer Grippe fühlt man sich noch lange sehr schlapp. Eine komplette Genesung kann Wochen, manchmal auch Monate dauern. Eine Erkältung hingegen zieht schnell vorbei.

4. Hausmittel helfen nicht

Dies stimmt nicht! Hausmittel sind sehr wirksam. Eine Schwitzkur mit Holunder- oder Lindenblütentee bei Frösteln oder Schnupfen zu Beginn einer Erkältung ist sehr empfehlenswert. Feuchte Tücher in der Wohnung können helfen, die Feuchtigkeit der Luft und der Schleimhäute zu erhalten. Bei Hustenreiz ist Malventee ratsam, Thymiantee bewirkt einen produktiven Husten. Tees sind grundsätzlich sehr hilfreich, da man bei einer Erkältung immer viel warme Flüssigkeit trinken sollte. Ein Bad mit ätherischen Ölen ist gut, wenn man kein Fieber hat, ansonsten sollte man eher eine Inhalation machen.

5. Der Husten ist ein erstes Anzeichen einer Erkältung

Es gibt verschiedene Arten von Husten! Man sollte in der Apotheke immer genau seine Symptome angeben. Ist es ein trockener Reizhusten oder ein produktives Husten, das den Schleim aus den Atemwegen befördert? In manchen Fällen entsteht ein Reizhusten durch eine Allergie gegen ein Medikament, wie beipielsweise bei einer Arzneimittelunverträglichkeit gegen ACE-Hemmer. Eine durch Bakterien hervorgerufene Bronchitis, die einer viralen Erkältung zugrundeliegt, kann die Ursache von produktivem Husten sein. Dank einer exakten Umschreibung des Hustens kann der Apotheker die passende Behandlung ermitteln. Oder er rät dazu, den Arzt aufzusuchen, der die Erkrankung präziser diagnostizieren kann.

6. Bei einer Erkältung muss man keinen Arzt aufsuchen

Ist der Ablauf der Erkältung nicht auffällig, so muss man keinen Mediziner konsultieren. Bei heftigen Symptomen oder Fieber, das länger als drei Tage anhält, sollte man man jedoch den Arzt aufsuchen. Besondere Achtsamkeit ist bei älteren Personen, immungeschwächten Menschen und Säuglingen geboten.

7. Erkältung hat mit Kälte zu tun

Dies ist nur teilweise richtig! Viren sind die häufigste Ursache von Erkältungen. Ist das Immunsystem sehr aktiv, können Viren keinen großen Schaden hervorrufen, auch wenn es kalt ist. Verkühlt man sich jedoch, wenn man ein geschwächtes Immunsystem hat, so haben Viren bessere Chancen. Der Körper kommt mit der Bekämpfung der Krankheit nicht mehr hinterher. Problematisch ist auch, dass die trockene Luft der Heizung und die Kälte die Schleimhäute austrocknen. In solchen Fällen können Viren durch eine Tröpfcheninfektion in den Körper gelangen. Hiergegen helfen Sprays, die die Feuchtigkeit der Schleimhäute erhalten.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

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