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Geschrieben: 09. Dezember, 2014 in Atemwege | Gesundheit
 
 

Forscher warnen vor der Verharmlosung der E-Zigarette

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Farbige Designs und Geschmacksnoten verschiedenster Früchte: Wissenschaftler, die in der Erforschung von Krebserkrankungen tätig sind, bemängeln, das es bei E-Zigaretten keine festgelegten Normen gibt. Was sie ebenfalls besorgt, ist dass mittlerweile Kinder und Jugendliche ebenfalls Zielgruppen für den Wirtschaftszweig sind.

Jugendliche werden durch knallige Designs zum Rauchen von E-Zigaretten angestiftet, Fotoquelle: 123RF

Mit knalliger Gestaltung und Fruchtgeschmack werden aus der Perspektive von Wissenschaftlern, die Krebs erforschen, auch Kinder und Jugendliche zum Rauchen elektrischer Zigaretten angestiftet. Hierin sehen sie ein Risiko, denn nach wie vor seien Langzeitkonsequenzen des Rauchens von E-Zigaretten größtenteils nicht erforscht, erklärten Mitarbeiter des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Sorten wie ‚Tutti Frutti‘ oder „Schokolade“ verführen Kinder und Jugendliche

„Die Verpackungen und Geräteformen aller E-Inhalationsprodukte sollten umgehend standardisiert werden, um kinder- und jugendgerechtem Design vorzubeugen“, fordern die Wissenschaftler. Das DKFZ verlangt darüber hinaus eine Untersagung des Verkaufs an Jugendliche und die Einstellung von Werbung für die elektronischen Zigaretten und Tabakprodukte. Die Forscher kritisieren, dass E-Zigaretten wie Tabakzigaretten an Tankstellen, im Web, in Kiosken und in Supermärkten vertrieben und beworben werden.

Eine Veröffentlichung des DKFZ machte erst kürzlich darauf aufmerksam, dass die harte Werbestrategie der Anbieter von E-Zigaretten das Bild aufkommen lasse, bei dem Produkt handele es sich um etwas, das den Lebensstil aufwerte. „Knallbunte und strassbesetzte Geräte und Sorten wie ‚Tutti Frutti‘ oder „Schokolade“ verführen Kinder und Jugendliche zum Ausprobieren von E-Zigaretten“, bemängelte die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim DKFZ, Martina Pötschke-Langer (Quelle: stern.de). Das in Heidelberg ansässige Zentrum empfing etwa 250 Fachleute und Politiker aus zehn Ländern zur zwölften Konferenz für Tabakkontrolle.

Der Verband des eZigarettenhandels weist Vorwürfe zurück

Der Verband des eZigarettenhandels erklärte zu den Vorwürfen, elektrische Zigaretten seien an Orten erhältlich, an denen sich Kinder nicht aufhalten sollten, wie zum Beispiel in Tabakläden. „Süßigkeiten für Kinder und Jugendliche werden an ganz anderen Orten präsentiert als E-Zigaretten“, erklärte Verbandschef Dac Sprengel. „Wir haben uns selbst verpflichtet, nicht an Jugendliche zu verkaufen.“ Der Verband ist nach eigener Aussage Stellvertreter von 70 Prozent der Verkäufer, die E-Zigaretten anbieten.

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