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Geschrieben: 21. Oktober, 2005 in AIDS | Immunsystem | Krankheiten von A-Z
 
 

AIDS – Fragen zur Immunschwäche

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Obwohl gerade in den letzten Jahren zur Immunschwäche Aids wichtige Aufklärungsarbeit geleistet wurde, ist diese Krankheit nach wie vor mit einigen Stigmata behaftet. Und noch immer fehlt es an einem Impfstoff gegen das Aidsvirus. Aber mittlerweile ist dieses so weit erforscht, dass einiges getan werden kann, um längere Zeit gut damit leben zu können.


Was bedeutet AIDS eigentlich genau?

Am Anfang steht das ‚Human Immunodeficiency Virus’ (HIV), das die Abwehrprozesse des Körpers stört. Mit AIDS (‚Acquired Immune Deficiency Syndrome’) wird das fortgeschrittene Stadium dieser Immunschwäche bezeichnet, wenn bereits schwerwiegende Krankheiten den Organismus bedrohen.  Das HI-Virus vermehrt sich z.B. in Helferzellen des Immunsystems, behindert Abwehrmechanismen, indem es unter anderem diese Zellen verändert bzw. zerstört. Kurz nach einer Infektion mit HIV kommt es zunächst zu einer heftigen Abwehrreaktion. Aber die dabei beteiligten Killerzellen und Antikörper vermögen das Virus nicht vollständig zu entfernen. Noch gelingt es dem Organismus jetzt, die Vermehrung von Virus und Abwehr in Balance zu halten. Anfängliche Symptome klingen wieder ab und der Kranke kann in der Folgezeit, vor allem unter Zuhilfenahme einer speziellen Therapie und Lebensweise, meist viele Jahre beschwerdefrei leben. Erst wenn z.B. die Balance zwischen Virusdichte und Helferzellzahl nicht mehr so gut funktioniert, können sich zunächst leichte, dann immer schwerere Infektions- und Krebserkrankungen entwickeln.

Wie wird HIV übertragen?

In Speichel, Urin, Kot, Schweiß und Tränen steckt das Virus nur in unzureichender Menge, um eine Infektion auszulösen. Deshalb besteht z.B. über Händedruck, Küssen, Anhusten oder Benutzung öffentlicher Toiletten in der Regel keine Ansteckungsgefahr. Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch können es dagegen in hoher Konzentration enthalten. Am häufigsten wird es über Geschlechtsverkehr ohne Benutzung von Kondomen übertragen. Häufig wechselnde Sexualbeziehungen bergen deshalb ein gewisses Risiko, ebenso Drogenmissbrauch. Außerhalb des Körpers kann das Virus zwar nicht lange überleben, dafür aber umso länger in Blutresten gebrauchter Spritzen. HIV-verseuchte Blutkonserven und Blutprodukte hingegen sind heutzutage dank Tests äußerst selten geworden.

Worum geht es beim HIV-Test?

Da anhand von Symptomen nicht eindeutig auf die Immunschwäche geschlossen werden kann, muss eine Überprüfung der HIV-Antikörper im Blut erfolgen. Diese sind in der Regel drei bis zwölf Wochen nach einer Infektion ausreichend gebildet. Im Gegensatz zu Arztpraxen werden von den Gesundheitsämtern meist kostenlose, anonyme Tests angeboten. Übrigens, ein heimlicher, ohne Einverständnis des zu Testenden durchgeführter HIV-Nachweis ist rechtlich nicht zulässig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Helferzellzahl und Dichte der Viruslast im Blut zeigen an, in welchem Stadium sich die Immunschwäche befindet und wie schnell sich das Virus vermehrt. Davon ausgehend kann festgelegt werden, wann und wie eine Therapie erfolgen soll und ob bereits verabreichte Medikamente überhaupt wirken. Bei rechtzeitiger Behandlung können auch schwerwiegendere Symptome zunächst bekämpft, vermieden oder verzögert werden. Darauf spezialisierte Arztpraxen sind in diesem Fall gute Anlaufstellen. Die ‚Anti-Retrovirale Therapie’ (ART; HAART = Hoch Aktive ART) kombiniert meist verschiedene, den Virus hemmende Substanzen miteinander, um eine bessere und längere Wirkung zu erzielen. Denn täglich entstehen bei der Vermehrung der Viren immer neue Mutationen, die gegen einzelne Präparate resistent sind. Die Mittel müssen natürlich genau aufeinander abgestimmt sein, um vor allem Nebenwirkungen zu minimieren. Daneben kommen – oft prophylaktisch – Arzneien gegen besonders schwere Infektionskrankheiten zum Einsatz. Wichtig scheint es zudem, die Behandlung mit einer ausgewogenen Lebensweise zu unterstützen (z.B. gesunde Ernährung, körperliche Fitness). Nicht selten tragen auch komplementäre Therapien wie z.B. Yoga oder Verfahren der Naturheilkunde zum besseren Umgang mit der Krankheit bei. Hinzu kommen örtliche Aidshilfen, die Betroffenen und ihren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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