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Geschrieben: 12. Februar, 2016 in Aktuelles | Ratgeber Tipps & Trends
 
 

Frühjahrsmüdigkeit – Woher kommt sie und wie kommt man gegen sie an?

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Wenn die Natur erwacht, wollen viele Menschen am liebsten ins Bett und ein Nickerchen halten. Das liegt an der im Frühling weit verbreiteten Frühjahrsmüdigkeit, die sich einstellt, wenn die warme Jahreszeit ihre Vorboten aussendet. Oder ist das womöglich alles nur Einbildung? Zwar sind die genauen Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit noch nicht genau erforscht, doch um Einbildung handelt es sich dabei ganz sicher nicht.

 

Frühjahrsmüdigkeit, Fotoquelle: 123RF

Die typische Frühjahrsmüdigkeit ereilt uns meist kurz nach einem deutlichen Temperaturanstieg, wenn der Körper seine Zeit braucht, um in Schwung zu kommen. „Hierzulande ist der typische Zeitraum die zweite März- und die erste Aprilhälfte. Und da liegt die Zeitumstellung leider mittendrin. Sie macht es uns noch schwerer“, erklärt Dipl. Psychologe Werner Cassel vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Marburg.

Doch nicht alle Menschen sind betroffen. „Nur etwa ein Viertel der Bevölkerung spürt die Frühjahrsmüdigkeit. Der Rest hat vermutlich ein bisschen mehr Reserven und liegt nicht so knapp am nötigen Schlafbedarf“, mutmaßt Cassel. Eine Rolle spielt dabei der Blutdruck. Tatsächlich empfinden Menschen mit niedrigem Blutdruck die Frühjahrsmüdigkeit häufiger und stärker. Denn durch die wärmeren Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck zunächst absackt. Die Folge: Wir fühlen uns schlapp und müde.

Auch der Hormonspiegel im Blut wirkt sich auf unsere Fitness aus. Vor allem die Hormone Serotonin und Melatonin, das sogenannte ‚Schlafhormon‘, sind alles andere als Wachmacher. Sie kommen nach den dunklen Wintermonaten in besonders hohen Konzentrationen vor und sorgen zusätzlich für plötzliche Schläfrigkeit. Spielt das Wetter mal wieder verrückt und wechselt ständig zwischen hohen und dann gleich wieder niedrigen Temperaturen kann uns die Frühjahrsmüdigkeit auch mehrmals treffen. Außerdem benötigt der Organismus viel mehr Zeit, um sich schließlich einzupendeln.

Natürlich kann man den eigenen Körper dabei unterstützen, mit dieser Belastung besser fertig zu werden. Am besten hilft leichter Ausdauersport an der frischen Luft. So bringt man den Kreislauf in Schwung. Besonders an sonnigen Tagen geben wir unserem Organismus dadurch eine ordentliche Starthilfe. Aber selbst ein entspannter Spaziergang zeigt schon Wirkung. Auch eine etwas leichtere Ernährung als im Winter schadet nicht, denn bei wärmeren Temperaturen benötigen wir auch weniger Brennstoff. Also weniger Fett und Zucker essen, und mehr Gemüse, Obst, und wer möchte, mageres Fleisch und Fisch.

Nicht jedermanns Geschmack, aber auch eine Lösung: ein Saunabesuch

Dabei sollte man jedoch die Regeln für eine gesunde Nutzung beachten. Wer sich eine Stunde auf glühende Holzbänke legt, braucht sich danach nicht wundern, dass der Kreislauf so richtig im Keller und er oder sie todmüde ist. Besonders wichtig ist auch das kühle Abduschen danach. Wechselduschen zuhause sind allerdings ebenfalls für Frühjahrsmüde geeignet – und sehr viel billiger und praktisch immer verfügbar. Halten Sie es bei all dem aber immer wie mit dem Sport: Trainieren Sie gesund und überfordern Sie sich nicht.

Wer sich jedoch über längere Zeit ständig antriebslos, abgeschlagen und erschöpft fühlt, sollte auf jeden Fall den Hausarzt aufsuchen. Der kann eine individuelle Diagnose stellen und bei Bedarf sogar ein Blutbild machen, um eventuelle Mangelerscheinungen zu erkennen. Manchmal lässt sich die Müdigkeit dann auch mit der Gabe von Vitaminen oder Spurenelementen eindämmen. Denn die sind nach den Wintermonaten oft Mangelware. „Auch bei einer normalen Ernährung nimmt man im Winter nicht so viele Vitamine und Spurenelemente zu sich. Hinzu kommt ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel am Ende des Winters wegen des Lichtmangels“, sagt Werner Cassel.

Sollten Sie jedoch das bisschen Zeit übrig und ein ruhiges Plätzchen haben, dürfen Sie auch einfach mal ein kleines Nickerchen machen. Das sollte vorerst auch helfen.

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