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Geschrieben: 13. Mai, 2014 in Infektionskrankheiten | Ratgeber Tipps & Trends
 
 

FSME: Vor allem im Süden Deutschlands Gefahr durch Zeckenbisse

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Für den Menschen gefährliche Krankheiten, wie beispielsweise die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), können durch Zecken übertragen werden. Doch wo ist das Infektionsrisiko in Deutschland am höchsten? Dies haben die Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts nun erausgefunden und publiziert.

Gemeiner Holzbock: Bekannteste Art der Schildzecken, Fotoquelle: 123RF

Insbesondere im Süden Deutschlands ist im Frühjahr Vorsicht geboten: Bayern und Baden-Württemberg zählen mit Abstand zu den größten Risikogebieten der Virusinfektion. Weitere Gebiete, in denen eine größere Infektionsgefahr herrscht, findet man in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Diese Informationen gehen aus dem Epidemiologischen Bulletin zur Bewertung des örtlichen Erkrankungsrisikos des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Die oft spät erkannte Erkrankung

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis handelt es sich um eine bestimmte Art der Hirnhautentzündung. Die Erkrankung wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in den häufigsten Fällen durch einen Zeckenbiss. Die besondere Gefahr bei dieser Erkrankung ist, dass vielen Patienten die Infektion oft lange Zeit nicht auffällt. Es kann bis zu 20 Tage nach der Infektion dauern, bis grippeähnliche Symptome mit Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen auftreten, die sich nach wenigen Tagen wieder zurückziehen. Bei einigen Patienten kann das Virus zusätzlich eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute auslösen.

Die Forscher des RKI haben alle gemeldeten FSME-Fälle der Jahre 2002 bis 2013 herangezogen, um die größten Risikogebiete zu ermitteln. Neben dem gefährdeten Süden Deutschlands konnten sie auch Risikogebiete in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld) und in Sachsen (Landkreis Vogtlandkreis) festlegen. In den übrigen Bundesländern treten FSME-Infektionen nur vereinzelt auf. Die Bundesländer Bremen und Hamburg blieben bisher als einzige von FSME-Infektionen verschont.

Mögliche Gründe für die ungleiche Verbreitung

Die Gründe dafür, weshalb im Süden Deutschlands ein größeres Infektionsrisiko besteht als im Norden, konnten noch nicht eindeutig aufgedeckt werden. Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des RKI, erklärt hierzu: „Die Naturherde der mit FSME infizierten Zecken tauchen aus ungeklärten Gründen eben gehäuft in Süddeutschland auf.“ Klimatische und ökologische Faktoren werden von den Wissenschaftlern für eine mögliche Begründung angeführt: Sowohl das Leben der Zecken selbst, als auch das der Wirtstiere wird durch diese Faktoren beeinflusst. Im Frühjahr 2012 lebten beispielsweise weniger Zecken in deutschen Wäldern. Eine Tatsache, die auf den Kälteeinbruch im Februar des gleichen Jahres zurückgeführt wird. In der Folge war die Anzahl an FSME-Infektionen geringer als in anderen Jahren.

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