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Geschrieben: 07. September, 2016 in Krankheiten von A-Z
 
 

Fußpilz – Ein lästiges Übel

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Fußpilz lauert überall – in Schwimmbädern, der Sauna, Teppichböden von Hotelzimmern oder Gemeinschaftsduschen, um nur einige der üblichen Verdächtigen zu nennen, wo sich die meisten Menschen anstecken. Oder besser gesagt, meinen, angesteckt zu haben. Denn Pilzsporen lauern überall, auch in den eigenen vier Wänden. Feuchtigkeit und eine sauerstoffarme sowie zugluftfreie Umgebung begünstigen die Entfaltung der Sporen.

Fußpilz, Fotoquelle: 123RF

Daher sind Menschen, die am Arbeitsplatz Gummistiefel, Gummihandschuhe oder Sicherheitsschuhe tragen müssen, besonders gefährdet. Ob Fußpilz ausbricht oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Immunsystem. Das wird mit steigendem Alter schwächer, weshalb Fußpilz bei den meisten erst in der zweiten Lebenshälfte auftritt. Verletzungen, Medikamente, Mangeldurchblutung, falsche Ernährung und genetische Veranlagung können Fußpilzerkrankungen ebenfalls begünstigen.

Weiß, Gelb oder Grün – das sind keine gesunden Farben für Nägel

Erkennbar ist Fuß- beziehungsweise Nagelpilz an verfärbten Nägeln. Der gesunde Nagel ist durchsichtig und schimmert rosig. Weißliche, gelbliche, grünliche oder dunkelverfärbte Nägel deuten auf Faden- oder Schimmelpilzbefall hin. Die Haut löst sich in Schuppen, typisch ist auch die sich blasenähnlich lösende Haut der Zehenzwischenräume.

Natürlich können Pilzinfektionen mit vom Arzt verschriebenen Antimykotika chemisch behandelt werden. Was in der Regel nur vorübergehend hilft. Praktische Tipps zur Fußgesundheit und wie sich Fuß- und Nagelpilz vorbeugen beziehungsweise nachhaltig behandeln lässt, hat Ökotrophologin Jutta Lorenzen parat. Die staatlich geprüfte Diätassistentin hat in ihrer Praxis auf Sylt viele Patienten mit Hautproblemen beraten. Um ihnen besser helfen zu können, absolvierte sie 2004 für eine sechsmonatige Lern- und Aufenthaltszeit am Toten Meer und entwickelte eine eigene Pflegeserie.

Sie betont, alle Menschen seien genetisch unterschiedlich, Beratung müsse daher individuell erfolgen. Grundsätzlich aber gelte:

Praktische Tipps zu Vorbeugung und Behandlung von Fuß- und Nagelpilz:

  • Auf trockene Füße achten: Wer den ganzen Tag in Gummistiefeln arbeiten müsse, sollte in Pausen Socken wechseln. Das gilt auch für Sportler in der Halbzeit oder für Tennisspieler nach dem Set.
  • Nägel nicht zu lang werden lassen: Sind die Nägel zu lang, so stoßen sie bei abrupten Stopp-Bewegungen am Schuh an, was zu Verletzungen am Nagelbett führen kann, wenn der Nagel zurückgedrückt wird. Auch kleinste Verletzungen bilden eine Eintrittspforte für Pilzsporen, die ubiqitär, also überall vorkommen.
  • Schuhe: empfehlenswert sind das Fußbett unterstützende Schuhe, möglichst nicht ganz flach, denn kleine Absätze unterstützen den Fuß beim Bewegungsablauf
  • Nach einer Pilzerkrankung werden Schuhe, Strümpfe und alle sonstigen Utensilien wie Nagelschere oder -bürste wieder pilzfrei, indem sie mindestens 24 Stunden lang bei minus 18 Grad in der Gefriertruhe lagern. Sprays oder Zusätze für die Waschmaschine helfen nicht zuverlässig.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Mischkost regt den Stoffwechsel an. Süßigkeiten sollten nicht übermäßig gegessen werden.
  • Auf Nikotin verzichten, Alkohol nur in Maßen genießen, denn beides schwächt das Immunsystem, das bei Pilzinfektionen eine große Rolle spielt.
  • Wenn Medikamente eingenommen werden müssen, den Beipackzettel beachten: Manche Arzneimittel wie Cortison oder Chemotherapeutika erhöhen das Risiko für Pilzerkrankungen, weil sie das Immunsystem schwächen.
  • Beim Duschen darauf achten, dass der Ablauf gut funktioniert, denn dort halten sich Pilze am besten. Fließt das Wasser schlecht ab, so stehen die Füße im besonders sporenhaltigen Wasser. Die Infektionsgefahr ist dann besonders hoch. Regelmäßig sollten Sanitäreinrichtungen mit kochendem Wasser übergossen werden.
  • Beim Baden sollten die Nägel nicht zu lange eingeweicht werden. Kleiner Trick: Die Zehen aus dem Wasser herausspitzen lassen. Denn aufgeweichte Nägel sind besonders empfindlich für Mikroverletzungen beim anschließenden Bearbeiten.
  • Nagelbearbeitung: Entgegen landläufiger Meinung sollten aus Lorenzens Sicht Nägel nicht gefeilt oder gefräst werden, weil dabei die Nagelplatte geöffnet wird. Kälte, Sauerstoff und Zugluft würden so an die Pilzsporen gelangen, die sich im Inneren der Nagelkeratine befinden. Da Pilze jedoch für ihre Entwicklung ein sauerstoffarmes, Zugluft freies und warmes Milieu benötigen, würden sie sich in die Tiefe des gefeilten oder gefrästen Nagels zurückziehen. Besser ist es daher, die Nägel nur zu schneiden. Lorenzen hat eine spezielle Technik entwickelt, deren Ziel es ist, dem Pilz die Nahrung zu entziehen.
  • Hornhaut nie mechanisch mit Raspel oder Bimsstein entfernen: Denn das führt zu rissiger Haut, die wiederum Eintrittspforte für Pilze werden kann. Zudem fördert das die Zellneubildung und damit auch verstärkte Hornhaut.
  • Pflegeprodukte: Empfehlenswert sind möglichst fettfreie Produkte. Auch Harnstoff sollte nicht enthalten sein, da er der Hautzelle die Feuchtigkeit entzieht und diese aufweicht, weshalb Podologen ihn auftragen, bevor sie Hornhaut entfernen. Lorenzen empfiehlt Pflegeprodukte auf Wasserbasis mit pflegenden Mineralstoffen oder Naturextrakten. Die Haut brauche nur Wasser und Mineralien. Das ist ein Grund dafür, dass ein Aufenthalt am Toten Meer so gesund sei.

Autorin: Dr. Andrea Hammerl

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