0
Geschrieben: 27. August, 2014 in Gesundheit | Sport & Bewegung
 
 

Große Anstrengung beim Marathon führt zu Hirnschwund

9577447_S
9577447_S
Das Laufen außerordentlich langer Strecken kann für das Gehirn von Sportlern zum Problem werden. Offensichtlich wird bei der sportlichen Aktivität dermaßen viel Energie benötigt, dass der Stoffwechsel auch vor der Hirnmasse nicht halt macht. Eine Gruppe von Forschern stellte dies bei der Analyse der körperlichen Verfassung von Hochleistungssportlern während eines Marathons fest.


Extrem-Läufer erleben bei großen Anstrengungen einen Hirnschwund, Fotoquelle: 123RF

Das Team um die Mediziner Wolfgang Freund und Uwe Schütz aus Ulm fand bei der Untersuchung von zehn Teilnehmern des Transeuropalaufs 2009 heraus, dass die Sportler, die in diesem Fall extreme Strecken zurücklegten, ihre körperlichen Reserven mehr in Anspruch nahmen, als sie es vermutet hätten: Die Masse ihres Gehirns wurde kleiner (Quelle: sueddeutsche.de).

Hirnmasse wird verstoffwechselt

Der Wettkampf führte die Sportler in 64 Tagen von Süditalien bis zum Nordkap, wobei sie täglich im Durchschnitt eine Strecke von 70 Kilometern hinter sich ließen. Die Wissenschaftler, die mit einem mobilen Kernspingerät ausgestattet waren, konnten mit diesem technischen Hilfsmittel genaustens untersuchen, welche Folgen die große Anstrengung des Laufens für das Gehirn der Sportler hatte.

Was die Forscher herausfanden, war dass die Gehirnmasse in ihrem Volumen stetig abbaute. Nachdem die Sportler 4000 Kilometer zurückgelegt hatten, war ihr Gehirn um durchschnittlich sechs Prozent geschrumpft. Eine Erklärung für diesen Verlust könnte den Wissenschaftlern zufolge der hohe Bedarf an Energie sein, der bei einer solchen sportlichen Betätigung entsteht. Freund erklärt, dass das Gewebe des Gehirns offensichtlich für den Stoffwechsel herhalten muss. Er fügt hinzu: „Die Läufer zehren Fett aus wirklich allen Ecken.“

Nach der Anstrengung kann sich das Gehirn sich wieder ausdehnen

Allzu düster sieht es für die Sportler jedoch nicht aus: Auf der einen Seite schrumpft die Gehirnmasse zwar, auf der anderen Seite ist es aber nicht so, dass die Zellen sterben. So kann sich die Hirnmasse nach der großen Anstrengung wieder ausdehnen. Im Fall der untersuchten Marathonläufer konnte festgestellt werden, dass die Gehirne etwa acht Monate nach dem Ende des Wettkampfes wieder ihre normale Größe angenommen hatten.

War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertung bisher)
Loading...