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Geschrieben: 05. Oktober, 2012 in Heilpflanzen
 
 

Heilpflanze – Rosskastanie

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Die Rosskastanie

Den Kastanienbaum kennt fast jedes Kind, besonders im Herbst, wenn die reifen Kastanien von den Bäumen fallen. Auch aus den bayerischen Biergärten ist er als Schattenspender nicht wegzudenken, ebenso als Zierbaum in Parkanlagen oder Straßenalleen.


Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) ist jedoch in Mitteleuropa nicht heimisch. Sie stammt aus dem Kaukasus, Balkan, Nordgriechenland. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts gelangte sie durch Kultivierung nach Westeuropa. Ihre Früchte sind für den Menschen nicht genießbar, sie werden höchstens als Viehfutter verwendet. Die gemeine Rosskastanie ist auch unter den Namen Gichtbaum, Pferde- und Saukastanie bekannt.

Die Rosskastanie ist ein bis zu 35 m hoher, stattlicher sommergrüner Baum mit dichter gewölbter Krone und kräftigem Stamm, der bis zu 200 Jahre alt werden kann. Seine Rinde ist ziemlich glatt und graubraun oder grauschwarz. Die knorrigen Seitenzweige tragen im Frühjahr dicke, kegelförmige, klebrige Knospen. Die großen Blätter sind 5- bis 7-fach gefingert und sitzen an langen Stielen. Die Blüten in den zahlreichen kegelförmigen, steil aufrechten Rispen in der Zeit von Mai bis Juni sind weiß mit gelben oder roten Flecken. Im September/Oktober reifen die Früchte. Die kugeligen, stacheligen Kapseln enthalten große ein bis drei rundliche, abgeflachte, rötlich-braune, glänzende Samen. In der Volksheilkunde wurde die Rinde früher zur Behandlung von Fieber und als Ersatzmittel für die Chinarinde gegen Malaria verwendet. Äußerlich wurden Blüten und Blätter in unterschiedlicher Zubereitungsform bei schmerzhaften Verletzungen/Verstauchungen, Blutergüssen, Ödemen, Krampfadern, Schmerzen der Wirbelsäule, Kreislaufbeschwerden, Herzklopfen und Fließschnupfen eingesetzt. Eine Paste aus den Samen soll bei Gicht und rheumatischen Beschwerden helfen. Kastanien können eine große Hitze entwickeln. Daher stammt vermutlich der alte Volksglaube, dass man zur Vermeidung von Gicht oder Rheumatismus einige Kastanien unter das Bett legen oder in der Hosentasche tragen sollte.

Extrakte aus diesen Samen werden auch heute in der Medizin verwendet. Sie enthalten ein Gemisch aus pflanzlichen Wirkstoffen, wobei Aescin der bekannteste Hauptwirkstoff ist. Ihm werden gefäßabdichtende, venentonisierende und antiödematöse Wirkungen zugeschrieben. Aescin dichtet durchlässige Gefäße ab und gibt erschlafften Adern ihre Elastizität zurück. Die Wirkstoffe beschleunigen die Blutströmung, kräftigen die Venen und vermindern die Durchlässigkeit der Gefäße. Dadurch werden Stauungsödeme, Blutstauungen gelindert und das Gewebe entwässert.
Präparate aus Rosskastanienextrakt werden daher bei Beschwerden eingesetzt, die auf schlechte Durchblutung zurückzuführen sind: Krampfadern, Hämorrhoiden, Ödeme (Wassereinlagerungen in den Beinen), nächtliche Wadenkrämpfe, chronische Veneninsuffizienz, (Juckreiz, Schwellungen sowie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen).

Wirkungsweise der Rosskastanien-Samenextrakte:

  • Verbesserung der Spannkraft der erschlafften Venenwände
  • gefäßabdichtend
  • venentonisierend
  • entzündungshemmend
  • ödemprotektiv
  • blutstillend

 

Wichtig: Bei Überempfindlichkeit kann es in Einzelfällen nach der Einnahme eines Präparates zu Magenbeschwerden, Übelkeit oder Juckreiz kommen, da die Saponine eine schleimhautreizende Wirkung haben. Bei Schwellungen anderer Ursachen, z. B. Stauungen des Lymphsystems oder Ödeme bei Herzinsuffizienz, sind diese Präparate nicht wirksam. Sie ersetzen auch nicht weiter angeordnete Maßnahmen einer Kompressionstherapie, wie z. B. das Tragen von Stützstrümpfen oder das Wickeln der Beine.

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