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27. Oktober, 2006 unter:
Hals-Nasen-Ohren
Hals-Nasen-Ohren
Hörsturz - Tinnitus
Der Infarkt des Innenohrs
Ein dumpfer Druck und Ohrgeräusche auf dem linken Ohr beenden frühzeitig den Urlaub einer jungen Frau Mitte zwanzig. Aus heiterem Himmel fingen die Beschwerden an. Sie ist erholt und entspannt, hat die Urlaubtage im Süden genossen. So oder so ähnlich ergeht es jedes Jahr Tausenden. Was ist passiert? Die junge Frau hat, wie in Deutschland zunehmend mehr Patienten, einen Hörsturz erlitten.
Die Symptome eines Hörsturzes sind vielfältig. Meist begrenzen sie sich auf ein Ohr. Ein dumpfes Gefühl, „wie wenn man Watte in den Ohren hätte“, Ohrgeräusche, die von Pfeifen, Summen, Rauschen, Klingeln bis hin zum Zischen reichen können, aber auch Schwindel und Doppeltonhören treten bei dieser Erkrankung plötzlich und ohne Vorwarnungen auf.
Die Ursachen sind bis heut nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Durchblutungsstörung des Innenohrs. Oft sind dann die winzig kleinen Arterien des Innenohrs kurzzeitig verstopft. Dadurch können im Innenohr sensiblen Sinneszellen, die signalverarbeitenden Haarzellen, nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Ihre Funktion wird so gemindert und sogar ein Absterben der Zellen ist möglich. Neben Durchblutungsstörungen kann auch eine Virusinfektion einen Hörsturz verursachen. Ebenso sind Störungen der Immunabwehr oder Funktionsstörungen der Nervenbahnen im Innenohr die Verursacher.
Auch die Auslöser eines Hörsturzes sind vielseitig. In vielen Fällen liegt eine körperliche und psychische Überlastung des Patienten vor. Stress ist der Hauptauslöser dieser inzwischen zur Volkskrankheit gewordenen Funktionsstörung des Ohrs. Weitere Risikokomponenten, wie Übergewicht, Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, aber auch sowohl Blutgerinnungsstörungen, Halswirbelsäulenschäden und Alkoholkonsum können im Einzelnen oder in Kombination Auslöser eines Hörsturzes sein.
Durch eine sofortige ärztliche Behandlung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt sind Spätschäden oft zu verhindern. Dieser nimmt gezielte Behandlungen vor, um die Durchblutung des Innenohrs wieder zu verbessern. Ein hoher Prozentsatz der Hörsturzpatienten kann nach diesen unmittelbaren Anwendungen von seinen Beschwerden befreit werden. Einige Betroffene leiden jedoch auch Jahre später weiter unter Ohrgeräuschen, dem sogenannte Tinnitus, und einer Hörminderung auf dem betroffenen Ohr.
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