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Geschrieben: 14. November, 2014 in Gesundheit
 
 

In Deutschland werden zu oft Antibiotika eingenommen

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Laut einem Bericht der DAK werden in Deutschland zu oft Antibiotika eingenommen. Zum Teil wissen die Patienten nicht ausreichend Bescheid über die Anwendungsgebiete der Arznei. Insbesondere Kindern werden zu oft Rezepte über Antibiotika ausgestellt. Erreger entwickeln durch den zu häufigen Einsatz vermehrt Resistenzen, was gerade in Kliniken problematisch ist. Im Jahr 2013 waren ungefähr 30 Prozent der Antibiotika-Verschreibungen nicht zwingend notwendig.

Deutsche nehmen zu oft Antibiotika, Fotoquelle: 123RF

Dies ist die Bilanz eines Berichts der gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit. Das Forsa-Institut aus Berlin hatte im Auftrag der DAK 3100 Deutsche gefragt, wie sie mit dem Präparat umgehen. 40 Prozent der Befragten zeigten wenig Wissen darüber, in welchen Situationen Antibiotika hilfreich sind. Im Fall von Bronchitis oder Erkältungen würden sie Antibiotika einsetzen. Laut DAK würde dies aber oft keinen Sinn machen, da 90 Prozent dieser Erkrankungen auf Viren zurückzuführen sind.

Antibiotika zur Beruhigung der Patienten

Gerade in Zeiten zahlreicher Erkältungen zeigt sich der zu große oder fehlgeleitete Einsatz von Antibiotika: Mediziner haben zwar das Wissen, dass die Wirkstoffe hauptsächlich Bakterien bekämpfen. Doch um die von einer Erkältung Betroffenen ruhig zu stimmen, wird dann doch ein Antibiotikum verordnet. Ein Viertel der Teilnehmer der Studie äußerten den Wunsch nach einem solches Rezept, um rasch wieder arbeiten zu können. „Antibiotika schaden in solchen Fällen mehr als sie nutzen“, erläuterte der Arzneimittelfachmann Gerd Glaeske von der Universität Bremen bei der Präsentation des Berichts (Quelle: sueddeutsche.de).

Wie die Studie zeigt, nehmen die Verordnungen bei Kindern ab. Allerdinges wird deutlich, dass Kinder öfter Antibiotika verordnet bekommen als Erwachsene: Von den 15-Jährigen bekamen 2013 45 Prozent Antibiotika. Bei älteren Menschen waren es fast genauso viele – 44 Prozent der 85- bis 90-Jährigen bekamen ein entsprechendes Rezept. Die fatalen Konsequenzen der vermehrten Antibiotika-Verordnungen zeigen sich besonders in Kliniken. Insbesondere dort stellen resistente Erreger eine Bedrohung für die Gesundheit der Patienten dar. Die Auswertung der Krankenhausdaten macht deutlich, dass bei zahlreichen Betroffenen Krankenhauskeime entdeckt wurden.

Zahl der Krankenhauskeime steigt

Auf eine Million Patienten, die im Jahr 2013 in einer Klinik behandelt wurden, kamen etwa 20000, die einen resistenten Keim aufwiesen. 2010 zählte man noch ungefähr 15000. Laut Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums sterben in Deutschland jedes Jahr 7500 bis 15000 Menschen an Keimen, die während einer klinischen Behandlung auftreten. Der Bericht gibt einen Lösungsansatz vor: Patienten müssten sich an die Einsatzgebiete von Antibiotika halten, Mediziner Arzneien präziser verschreiben und Krankenhäuser entsprechende Konzepte für die Sauberkeit ausführen. Darüber hinaus sollten bei der Haltung von Nutztieren weniger Antibiotika zum Einsatz kommen.

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