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Geschrieben: 20. Mai, 2015 in Aktuelles | Ernährung
 
 

Kommt der Bierbauch wirklich vom Bier?

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Mit dem Sommer kommt die wohlige Wärme – und das Bier mundet. Doch mit jedem Pils quält einen die Gewissensfrage: Ist es wahr, dass Biertrinker das Risiko eingehen, einen fülligen Bauch zu bekommen? Menschen mit einem Kugelbauch sind keine Seltenheit: Einen gewölbten Bauch, der über den Hosenbund hinausgeht und das T-Shirt kräftig dehnt. Von manchen verniedlichend „Wohlfühlbauch“ genannt, entsteht er meist durch zu viel Nahrung und zu wenig Bewegung.

Regelmäßig hoher Biergenuss lässt die Pfunde steigen, Fotoquelle: 123RF

Für andere ist die Wölbung ein Indiz für übermäßigen Biergenuss. In der Tat findet man in Bier einen Haufen Kalorien, und diese sorgen bei erhöhtem Konsum für zusätzliche Pfunde. Ein halber Liter Lagerbier enthält etwa 215 Kilokalorien, bei einer Maß sind es fast 430 Kilokalorien. Ein großes Stück Obstkuchen enthält etwa gleich viel Kilokalorien und entspricht einem Viertel des Tagesbedarf einer Frau. Auch in Wein findet man eine Menge Kalorien. Dennoch scheint es niemanden zu geben, der davon einen „Weinbauch“ bekommen hätte.

Vieltrinker nehmen an der Taille zu

Wissenschaftler des „Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke“ (DIfE) wollten es genau wissen. (Quelle: stern.de) Sie forschten nach einer Beziehung zwischen Alkoholgenuss, Körpergewicht und Taillenumfang und überprüften die Angaben von mehr als 250.000 Menschen aus. Das Resultat: Männer, die über Jahre hinweg täglich mehr als zwei Gläser Alkohol getrunken hatten, brachten mehr auf die Waage als jene, die nur ab und zu tranken. Darüber hinaus wuchs die Taille von Vieltrinkern beiden Geschlechts: Bei Männern um etwa 1,1 Zentimeter, bei Frauen um ungefähr 1,5 Zentimeter. „Die Unterschiede im Bauchumfang sind nicht extrem groß. Dennoch sind sie eindeutig und könnten für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung eine Rolle spielen“, erklärt Manuela Bergmann vom DIfE.

Das Bauchfett, das man auch viszerales Fett nennt, ist im Vergleich zu den Fettpartien an Hüfte oder Schenkeln sehr ungesund und kann zu einer Gefahr für den Organismus werden. Denn es erzeugt Botenstoffe, die im Organismus zu Entzündungen führen können. Dies erhöht die Gefahr für Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden und spezielle Krebsarten, zum Beispiel Dickdarmkrebs. Es ist noch nicht eindeutig erforscht, weshalb Biertrinker eine große Menge an Fett am Oberbauch anhäufen. Vielleicht ist – wie in vielen Fällen – das Maß entscheidend: Im lustigen Beisammensein gibt es erst eine Flasche Bier, dann oftmals noch eine zweite oder dritte, was den Kalorienspiegel deutlich anhebt.

Bier erzeugt Hungergefühl

Hinzu kommt, dass Bier den Hunger auf fettreiche Nahrung anregt, indem es im Hirn eine geringfügige Unterzuckerung bewirkt und dem Organismus Salze entzieht. Wirte in Biergärten wissen nur zu gut, wie man daraus Kapital schlagen kann – und bieten neben Pils, Radler und Konsorten auch Burger, Pommes und Salzbrezeln an. Bei Biertrinkern, die auf regelmäßiger Basis viel trinken, besteht also tatsächlich das Risiko, dass der Bauch eine übermäßige Rundung annimmt. Als unbedenklich gilt ein Alkoholkonsum von ungefähr zehn Gramm bei Frauen und zwanzig Gramm bei Männern pro Tag. Dies ergibt ungefähr einen halben Liter Bier oder ein viertel Liter Wein. Dieser Konsum ist aber auch nicht für jeden Tag anzusetzen: Gut ist, an wenigstens zwei Tagen in der Woche auf Alkohol zu verzichten.

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