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Geschrieben: 22. Juli, 2013 in Aktuelles
 
 

Krank im Urlaub – Zufall oder steckt mehr dahinter?

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Viele Menschen werden dieses Leiden kennen: Kaum hat man den lang ersehnten Urlaub erreicht, bahnt sich die erste Erkrankung an. Treu hat man die ganze Zeit auf Arbeit geschuftet und mit Anwesenheit geglänzt und dann so etwas. Psychologen haben darauf nun eine Erklärung gefunden und nennen dieses Phänomen „Freizeiterkrankung“.



Vor allem die regelmäßig berufstätigen Personen erwischt diese „Freizeitkrankheit“, welche auch unter dem Begriff „Leisure Sickness“ geführt wird. In Deutschland sind dies rund 3 % aller Arbeitnehmer. Dies ergab eine niederländische Studie von Studenten der Universität Tiburg. Genau Belege, wie oft sich aus dem Urlaub heraus krankgemeldet wird, gibt es jedoch nicht, da die meisten Berufstätigen in der Urlaubszeit häufig keine Krankschreibung vornehmen lassen. Zudem handle es sich bei der „Freizeitkrankheit“ um ein recht junges Phänomen. Erst im Jahr 2002 tauchte der Name erstmalig auf, als ein Niederländer diese Krankheit erstmals beschrieb, da er ständig im Urlaub erkrankte.

Wieso erkrankt man an der Freizeitkrankheit?

Psychologen vermuten inzwischen, dass vor allem die Entspannung einen deutlichen Anteil zur Erkrankung beiträgt. Besonders betroffen sind deshalb Workaholics oder Perfektionisten, die ständig unter Strom stehen. Im Urlaub fällt diese Spannung ab und der Weg wird frei für Eindringlinge und Erreger. Frau Scharnhorst vom Deutschen Verband für Psychologen und Psychologinnen erklärt dieses Phänomen wie folgt: Der Körper eines Menschen sei bestens für eine wellenförmige Belastung ausgelegt. Steht man jedoch ständig unter Strom und setzt an sich höchste Erwartungen, so nimmt das Stresslevel und somit die Belastung nie ab und werden für die Betroffenen und auch den Körper für eine Art „Normalzustand“. Das Immunsystem arbeitet somit die ganze Arbeitszeit auf Hochtouren. Treten solche Menschen nun den wohlverdienten Urlaub an, empfinden sie diese Art der Entspannung sogar als Stress. Folge ist, dass nun die Psyche und das Nervensystem darauf reagieren und den Körper ermatten. Nun ist für Erreger der beste Moment gekommen, um sich ungehindert in den Körper einzuschleichen. Diese Tatsache belegt auch, warum so viele Berufstätige nicht auf Arbeit gar einen Herzinfarkt erleiden, sondern am Wochenende oder im Urlaub. Sobald der Adrenalinpegel sinkt, holt sich auch das Immunsystem die nötige Erholung und fährt in diesem Moment soweit runter, dass es perfekten Zutritt für Krankheiten verschafft.

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