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Geschrieben: 21. März, 2014 in Aktuelles | Psyche & Nerven
 
 

Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen zu

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Fotoquelle: 123RF
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Fotoquelle: 123RF

Noch nie haben die Deutschen laut Tarifverträgen so wenig gearbeitet, noch nie so viel Freizeit gehabt. Dies wirkt sich jedoch nicht zwangsläufig positiv aus. Im Gegenteil: Die psychische Beanspruchung durch die moderne Arbeitswelt nimmt zu. So stellt Stress am Arbeitsplatz nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Wirtschaft und Krankenkassen eine Herausforderung dar.


Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Fotoquelle: 123RF

Unter Stress wird typischerweise sowohl ein Auslöser (Stressor) als auch dessen Wirkung verstanden. So geben Arbeitnehmer häufig Zeitdruck, organisatorische Probleme, das Verhalten von Vorgesetzten oder Kollegen sowie schlechtes Arbeitsklima als Stressoren an. Desweiteren können sogenannte physikalische Stressoren wie Lärm oder Hitze hinzukommen. So unterschiedlich die Auslöser, so unterschiedlich sind auch die kurz- und langfristigen Folgen.

Auf körperlicher Ebene äußert sich Stress kurzfristig in typischen Veränderungen: Herzschlag und Blutdruck steigen, die Atmung wird schneller, Muskel spannen sich an. Unser Körper schüttet Hormone wie Cortisol oder Adrenalin aus und aktiviert unser Immunsystem. All diese Vorgänge dienen der Anpassung: wir sollen optimal darauf vorbereitet werden, eine Stresssituation zu bewältigen.

Chronischer Stress führt in einen Teufelskreis

Sind wir allerdings dauerhaft Stressoren ausgesetzt, die nur unzureichend bewältigt werden, wirkt sich dies langfristig negativ aus. Ärzte und Psychologen kennen eine Reihe von Beschwerden, die im Zusammenhang mit Stress stehen. Als gut untersucht gelten hierbei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Auf psychischer Ebene sind Depressivität, Gereiztheit oder gesundheitsschädliches Verhalten wie übermäßiger Alkoholkonsum zu nennen. Auch wirkt sich Stress indirekt negativ aus: in dem er den Verlauf einer Erkrankung ungünstig beeinflusst. So konnte gezeigt werden, dass chronischer Stress die Wundheilung verzögert und langfristig die Immunfunktion unterdrückt.

Genannte Folgen wiederum führen in einen Teufelskreis: Stress hat Auswirkungen, die neuen Stress verursachen. Dies wird am Beispiel von Schlafmangel deutlich: man sieht sich am nächsten Tag eher Zeitdruck ausgesetzt, weil man unkonzentrierter und ineffizienter arbeitet. Daraus können sich wiederum Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen ergeben. So ist es für Arbeitspsychologen sicher nicht verwunderlich, dass laut einer Studie der Barmer GEK die Anzahl von Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten 10 Jahren zunahm. Neben dem volkswirtschaftlichen Schaden durch Fehltage wird die Bedeutung von Aufklärungs- und Präventionsprogrammen diskutiert.

Reduktion von und Umgang mit Stress

Um Wege aus dem Teufelskreis Stress zu ermöglichen, setzen entsprechende Programme an drei Punkten an: neben einer Reduktion von Stressoren wird vor allem die Rolle von stressverschärfenden- bzw. reduzierenden Denkmustern betont. Schließlich kann durch das Erlenen von Entspannungsverfahren eine Technik an die Hand gegeben werden, die Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht bringt. Programme, die auf diesen Prinzipien beruhen, haben sich in einer Vielzahl von Untersuchungen bewährt.

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