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Geschrieben: 17. August, 2016 in Gesundheit | Ratgeber Tipps & Trends
 
 

Leisure sickness – Wenn der Körper im Urlaub schlapp macht

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Der Urlaub sollte eigentlich eine Zeit des Ausspannens und der Erholung sein. Wir streifen den Alltag ab und hören eher auf unsere eigenen Bedürfnisse, als auf das, was unsere Umwelt von uns will. Blöd nur, dass viele Menschen gerade während ihres Urlaubs krank werden. ‚Leisure sickness‘ nennt sich dieses Phänomen, dass einem den so nötigen Urlaub richtig vermiesen kann.

 

 

Leisure sickness, Fotoquelle: 123RF

Dass Menschen genau dann krank werden, wenn sie sich eigentlich vom stressigen Arbeitsalltag erholen und endlich wieder mal ausspannen sollten, ist weiter verbreitet, als man annimmt. Manchmal macht das Immunsystem genau am Wochenende schlapp, in anderen Fällen verhagelt es einem den Kurzurlaub, und wenn es ganz dumm läuft, dann verbringen wir den kompletten, so sehr herbeigesehnten Jahresurlaub im Krankenbett. An der Universität Tilburg in den Niederlanden haben Psychologen dieses mehr als lästige Phänomen nun genauer untersucht.

Stress lässt sich nicht per Schalter ausknipsen

Insgesamt wurden 1128 Männer und 765 Frauen im Alter zwischen 16 und 87 Jahren befragt, ob sie an Leisure sickness leiden. Von den Befragten wurden drei Prozent regelmäßig ausgerechnet während ihrer Freizeit krank. Der Grund dafür scheint im individuellen Umgang mit dem Alltagsstress zu liegen. Demnach empfinden Betroffene die Belastung im Alltag als besonders hoch. Außerdem fällt es ihnen häufig schwer, diesen Stress in der Freizeit hinter sich zu lassen, weil sonst Schuldgefühle drohen. Vor allem Menschen mit einem hohen Verantwortungsgefühl und einer perfektionistischen Ader leiden unter ‚Urlaubskrankheit‘.

Verschleppte Infekte lösen sich nicht in Luft auf

Eine weitere Ursache ist laut den niederländischen Forschern mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Körper. So werden Infekte häufig nicht auskuriert, sondern immer weiter verschleppt. Etwas Halsweh, ein leichter Dröhnschädel – das steckt man doch weg. Was ursprünglich bloß ein kleiner Schnupfen gewesen wäre, kann sich so plötzlich als ausgewachsene Erkältung Bahn brechen. Und zwar genau dann, wenn man die Zügel endlich etwas schleifen lassen kann.

Ruhephasen im Alltag schaffen Ausgeglichenheit

Doch manche Betroffene konnten sich auch aus diesem Muster lösen. Ihr Erfolgsrezept: Mehr Selbstbestimmung, weniger Abhängigkeit. Der Weg dorthin ist jedoch so unterschiedlich wie die Menschen dahinter. Unter Umständen kann ein Jobwechsel notwendig sein, um die nötige Distanz und Gelassenheit zu verschaffen. Manchmal reicht aber auch schon die Erkenntnis, dass der Job nicht das Wichtigste im Leben ist, getreu dem Motto: Arbeiten um zu leben, nicht leben um zu arbeiten. Das bewusste Einplanen von Ruhephasen in den Alltag kann dabei helfen. Eine solche Ruhephase muss nicht unbedingt der regelmäßige Mittagsschlaf oder eine morgendliche Meditationsstunde sein – auch wenn das sicherlich entschleunigt. Auch Zeit mit Freunden, der Familie oder dem Hobby kann schon einen Ausgleich zum Alltagsstress schaffen. Eine weitere Möglichkeit: Sport. Nichts weckt die Lebensgeister zuverlässiger und baut Stress umfassender ab als körperliche Aktivität. Aber übertreiben Sie es nicht – leichte Übungen an der frischen Luft stärken Sie im Zweifelsfall mehr als Leistungssport.

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