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Geschrieben: 26. August, 2016 in Krankheiten von A-Z
 
 

Lymphödeme – Wenn die Lymphbahnen dicht machen

25905010 - female puts some antithrombotic stockings on
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Ähnlich wie die Blut- und Nervenbahnen durchzieht das Lymphsystem den gesamten Körper. Es funktioniert dabei wie eine Art Abwasserkanal, in dem Stoffe gesammelt werden, die sich im Gewebe eingelagert haben. Ist der Lymphabfluss jedoch gestört, kann sich Flüssigkeit im Gewebe sammeln. Dadurch schwillt es an und kann sich schließlich verhärten.

 

Kompressionsstrümpfe zur Unterstützung des Lymphabflusses, Fotoquelle: 123RF

Schmerzen verursacht ein solches Lymphödem in der Regel nicht. Trotzdem sollte es behandelt werden, um mögliche Folgebeschwerden von vornherein zu vermeiden.

Wie entsteht ein Lymphödem

Häufig treten Lymphödeme an den Armen und Beinen auf. Im Grunde können sich die leicht zu ertastenden Beulen jedoch überall am Körper entwickeln. Die Ursache für ein solches Ödem ist eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe, die nicht mehr oder nicht in ausreichenden Mengen abtransportiert wird. Dabei wird zwischen einem primären Lymphödem, bei dem die Schädigung der Lymphbahnen angeboren ist, und einem sekundären Lymphödem, bei dem es durch Operationen, Infektionen oder Bestrahlung zu einer Schädigung gekommen ist, unterschieden.

Symptome und Folgeschäden eines Lymphödems

Lymphödeme selbst sind niemals schmerzhaft. Allerdings kann sich neben Gewebswasser auch Eiweiß ansammeln, das einen Entzündungsprozess verursacht. Dadurch wird das Gewebe hart und die Lymphknoten, in denen normalerweise Fremdstoffe, Viren und Bakterien gefiltert werden, erfüllen ihre Filterfunktion nicht mehr. Die Folge: von Bakterien verursachte Hautentzündungen und eine weitere Verschlechterung der Situation, z.B. durch Ekzeme, die unbehandelt tiefere Hautschichten zerstören können.

Wie wird ein Lymphödem behandelt

Im Grunde besteht die Therapie der meisten Lymphödeme aus mehreren Schritten. Neben der Lymphdrainage, also dem manuellen Ausmassieren der Gewebsflüssigkeit, die jedoch niemals bei einem zugrundliegenden Tumor angewendet werden sollte, der Kompressionstherapie, die letztlich dasselbe Ziel verfolgt, und einer unterstützenden Bewegungstherapie, wird auch die erhöhte Lagerung und eine sorgfältige Pflege der betroffenen Körperstelle angewendet. In seiner Gesamtheit nennt man dieses Verfahren die komplexe physikalische Entstauungstherapie.

Alternativ kann auch ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, um durch eine künstlich geschaffene Umleitung die gestaute Lymphflüssigkeit abfließen zu lassen. Dies kann durch eine Verbindung eines Lymphgefäßes zu einer kleineren, meist oberflächlich gelegenen Vene geschehen, oder durch die Transplantation eines Lymphknotens. Gerade bei diesem chirurgischen Ansatz wurden in letzter Zeit gute Fortschritte erzielt, was die Vermeidung von Spätfolgen angeht. Es bleibt jedoch ein diffiziler Eingriff, der viel Geschick seitens des Operateurs erfordert.

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