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Geschrieben: 18. September, 2013 in Aktuelles | Impfungen
 
 

Masern wieder auf dem Vormarsch? Kinderkrankheit verzehnfacht sich

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In diesem Jahr hat es bisher fast zehn Mal so viele gemeldete Masernfälle gegeben wie im gesamten vergangenen Jahr. Bis zum 1. September waren es 1542 Fälle, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. 2012 gab es insgesamt 165 gemeldete Masernfälle. Die Zahlen schwanken aber stark. 2011 waren es 1608 Fälle, im Jahr zuvor 780. In den Vorjahren bewegten sich die Zahlen jeweils im dreistelligen Bereich.

2006 waren es mit mehr als 2300 besonders viele Fälle, 2001 gab es sogar mehr als 6000. In diesem Jahr wurden Masernerkrankungen bisher mit 711 Fällen am häufigsten in Bayern bekannt, gefolgt von Berlin (487) und Nordrhein-Westfalen (122), wie es unter Berufung auf das Robert Koch-Instituts weiter hieß.

Masern sind eine ansteckende Kinderkrankheit, die mit einem Hautauschlag, extremer Mattigkeit, gerne auch Husten sowie Fieberschüben einhergeht. In den meisten Fällen verlaufen die Masern unproblematisch. Symptome wie Mittelohrentzündung und kruppähnlicher Husten treten zwar durchaus häufig auf, werden jedoch bereits zu den Komplikationen und nicht mehr zu den üblichen Masernsymptomen gezählt.

Impfen lassen oder nicht?

Diese Kardinalsfrage lässt sich nur schwer beantworten, die Meinungen hierbei gehen doch sehr weit auseinander. Die offiziellen Empfehlungen lauten wie folgt: Für Kinder zwischen dem elften und 23. Lebensmonat sind zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Alle nach 1970 geborenen Erwachsene, die das 18. Lebensjahr vollendet haben UND die ohne – oder nur mit einer – Impfung in der Kindheit aufgewachsen sind, sollten eine einmalige Masernimpfung durchführen lassen.

Eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ergab, dass 78 Prozent der Bundesbürger eine Masernerkrankung bei Erwachsenen für gefährlich halten. Auf der anderen Seite sind sich 52 Prozent der Befragten nicht im Klaren darüber, was offiziell zum Thema Masernimpfung empfohlen wird. Positiv ist zu bemerken, dass weit mehr Menschen von dieser Thematik Kenntnis haben, als noch im Vorjahr.

Komplikationen sehr häufig – aber nur in der Dritten Welt

Man hört immer wieder von Todesfällen durch Masern. Passieren kann dies durch Komplikationen wie einer Lungenentzündung (Masernpneumonie), im Einzelfall kann diese zum Tode führen. Ursache ist hierbei ein bereits geschwächtes Immunsystem durch z.B. Unterernährung, was in Drittweltländern leider sehr häufig vorkommt. Auch Vorerkrankungen wie Tuberkulose oder Malaria tragen zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate bei. Sollte dann noch eine Masernerkrankung hinzukommen, besteht verständlicherweise Lebensgefahr. In den westlichen Ländern, also den Industrienationen, ist das Risiko sehr viel geringer, an Masern schwer zu erkranken oder gar in Lebensgefahr zu geraten.

Quelle: focus.de

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