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Geschrieben: 10. Oktober, 2013 in Aktuelles | Infektionskrankheiten | Krankheiten von A-Z
 
 

Mittel gegen neue Lungenkrankheit – MERS?

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Das Coronavirus Mers (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) wurde vor knapp einem Jahr entdeckt und zeigt eine Ähnlichkeit zu SARS. Es kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Jedoch anders als der SARS-Virus führt dieser neue Erreger auch rasch zu einem Nierenversagen.

Image credit: eraxion / 123RF Stock Foto

Die meisten Todesfälle sind in Saudi-Arabien registriert worden, hier scheint das neue Virus auch seinen Ausgang zu haben, denn alle verstorbenen Patienten außerhalb Saudi-Arabiens hatten das Land entweder kurz vorher besucht, oder Kontakt zu Menschen gehabt, die ihrerseits gerade erst eine Reise in die Region unternommen hatten. Ein genauer Übertragungsweg ist bisher noch unklar. Als „Verdächtige“ sind Fledermäuse und Dromedare ins Auge gefasst worden, aber es ist bislang noch unsicher, ob diese als Träger der Viren in Frage kommen.

Die hohe Sterblichkeitsrate bei Mers-Infizierten besorgt Gesundheitsexperten. Wenn man als Vergleich die SARS-Epidemie aus dem Jahr 2003 nimmt, waren weltweit fast 8300 Menschen infiziert worden, davon starben etwa 800.

Therapieansatz durch bekannte Medikamente?

Forscher des US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) berichten im Fachmagazin „Nature Medicine“ über einen Tierversuch, der Hoffnungen weckt. Eine Kombination aus zwei bekannten Medikamenten könnte nach den Ergebnissen einer kleinen Tierstudie womöglich Patienten, die an dem gefährlichen Virus erkrankt sind, helfen.

Das Team um Heinz Feldmann von den Rocky Mountain Laboratories (Hamilton, US-Staat Montana) infizierte für die Versuche sechs Rhesusmakaken. Drei von ihnen erhielten acht Stunden später die erste Dosis einer Kombination der Wirkstoffe Interferon alpha und Ribavirin. Die drei anderen Tiere erhielten eine Scheinbehandlung.

Die mit den antiviralen Medikamenten behandelten Tiere bekamen demnach keine Atemschwierigkeiten – anders als die übrigen Affen. Sie zeigten weniger Anzeichen einer Lungenentzündung im Röntgenbild und hatten weniger Viren und Gewebeschäden in der Lunge, heißt es in einer Mitteilung zur Studie.

Der Verlauf der Erkrankung bei Rhesusaffen ähnelt milden bis mäßig schweren Verläufen bei Menschen. Daher sei es schwierig, auf die Behandlung von schweren Erkrankungen bei Menschen zu schließen, schreibt Feldmanns Team. Die Versuche wurden zudem laut Studie nach 72 Stunden gestoppt und alle Tiere eingeschläfert, so dass Fragen nach einer Langzeitwirkung oder Heilung offen bleiben.

Über 50 Todesopfer

Seit September 2012 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 114 bestätigte Laborfälle mit der Sars-ähnlichen Infektion registriert. Davon sind bislang mehr als 50 Menschen am Coronavirus Mers gestorben, wie die WHO mitteilte. Die meisten Fälle gibt es auf der arabischen Halbinsel.

Die örtlichen Behörden fürchten eine weitere Ausbreitung durch die im Oktober anstehende Pilgerfahrt nach Mekka, zu der rund zwei Millionen Muslime erwartet werden.

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