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Geschrieben: 24. Oktober, 2016 in Aktuelles | Ernährung
 
 

Moderne Steinzeit-Küche – Wie gesund ist die Paleo-Diät?

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Für viele Menschen ist die Ernährung der Schlüssel zu Gesundheit und einem langen Leben. Ständig tauchen neue Ernährungstrends auf, während andere wieder in der Versenkung verschwinden. Nicht ganz neu, aber von der Öffentlichkeit zunehmend beachtet, ist das Konzept der Paleo-Diät. Und tatsächlich könnte man sagen, dass diese Ernährung steinalt ist.

 

Paleo-Diät, nur Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch… wie die Neandertaler, Fotoquelle: 123RF

Denn hinter dem Begriff steckt die Idee, sich ausschließlich von solchen Lebensmitteln zu ernähren, die sich schon unsere steinzeitlichen Vorfahren einverleibt haben. Das, so meinen die Paleo-Jünger, soll vor allem vor unseren modernen Zivilisationskrankheiten, wie beispielsweise Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, schützen.

Wie sieht der Steinzeit-Speiseplan aus?

Was auf den ersten Blick vielleicht eintönig klingt, erweist sich bei genauerer Betrachtung als überraschend vielfältig. Zwar stehen viele moderne Grundnahrungsmittel wie Brot, Nudeln, Käse und andere Milchprodukte nicht darauf. Dafür viel Gemüse und Obst, das man auch damals schon ausgraben oder einfach vom Baum oder Strauch pflücken konnte. Ebenso machen Pflanzensamen und Nüsse einen großen Teil der steinzeit-konformen Ernährung aus. Und nicht zu vergessen: tierische Produkte, wie Meeresfrüchte, Eier und Fleisch – am besten aus eigenem Fang bzw. eigener Aufzucht und Schlachtung. Und wer es süß mag, greift anstatt zum Zucker zu Honig oder Ahornsirup.

Ohne kleine Zugeständnisse an die moderne Welt geht es nicht

Die wenigsten Menschen haben die Räumlichkeiten, ihr Essen selbst aufzuziehen und/oder anzubauen. Genauso wenige dürften den Magen haben, um aus einem Tier ein Schnitzel oder Kotelett zu machen. Wer kann, greift daher zu Bio-Produkten. In jedem Fall tabu sind verarbeitete Fleischprodukte. Auch beim Öl ist man etwas großzügiger, denn die Herstellungsverfahren für Oliven- oder Avocado-Öl waren damals wohl noch unbekannt. Trotzdem ist es erlaubt. Im Gegensatz zu raffinierten Pflanzenölen, wie Sonnenblumen- und Rapsöl, oder Margarine.

Bei Durst bietet sich neben Wasser und Kräutertees auch Kokoswasser oder Mandelmilch an. Selbst geringe Mengen Kaffee sind erlaubt, wobei der natürlich eigentlich in eine spätere Epoche gehört. Problematisch wird es beim Alkohol. Denn das in Deutschland so beliebte Bier wird schließlich aus Weizen, Gerste und Hopfen gebraut – und ist damit flüssiges Getreide, also tabu. Unproblematisch sind hingegen Cidre oder Wein.

Das sagen Wissenschaftler zur Paleo-Diät

Ob eine ‚steinzeitliche‘ Ernährung wirklich vor modernen Zivilisationskrankheiten schützt, ist unter Experten umstritten. Zwar kannten unsere Vorfahren bestimmte Krankheitsbilder wohl tatsächlich nicht. Das führt aber zum Beispiel die Ernährungswissenschaftlerin Marion Nestle eher darauf zurück, dass sich die Lebenserwartung während der Steinzeit auf gerade einmal 25 Jahre belief. „Der Grund, warum Höhlenmenschen keine chronischen Krankheiten wie Diabetes hatten, ist wohl eher, dass sie gar nicht lange genug lebten“, so Nestle. Auch die Ungewissheit, welche Lebensmittel denn tatsächlich von Steinzeitmenschen verzehrt wurden, führt sie als ein Problem an.

Andere Stimmen verteidigen die Paleo-Diät. So fanden Wissenschaftler des Cochrane-Instituts und der Leiden Universität in den Niederlanden heraus, dass sich Paleo positiv auf Taillenumfang, Blutdruck, Cholesterin-, Blutzucker- und Blutfettwerte auswirkt. Eine australische Studie kam außerdem zu dem Schluss, dass eine steinzeitliche Ernährung die Stoffwechselstörungen von Diabetes-Typ-2-Patienten verbessern kann. Auch Akne-Patienten könnten aufgrund des Verzichts auf Milchprodukte von einer Paleo-Diät profitieren, da Milchprodukte die Hautkrankheit fördern können.

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